Frau Doris Klie – Die Sekretärin Teil 16

„Na, na, na, Sie werden doch wohl nicht- wütend auf mich sein, wegen so einem kleinen Scherz, Doris? Machen Sie sich nicht lächerlich. Jetzt reißen Sie sich zusammen, damit Sie bis 16:30 Uhr fertig sind und dann, dann werde ich mich, Sie …eventuell…für Ihr ungebührliches Verhalten… angemessen tadeln müssen, Strafe muss sein, auch wenn sie süß ist, aber lassen Sie mich sehen, bis dahin!

Doris sitzt ratlos auf ihrem Schreibtischstuhl, das kann ja alles bedeuten, ihre Gedanken kreisen um Gut und Böse, um eine süße Strafe oder eine harte Strafe. Aber hat er nicht gesagt, das war nur ein Scherz? Hat er nicht sogar ein Lächeln um seine Lippen gehabt? Er kann ihr deshalb gar nicht böse sein und ihre Reaktion war auch nicht ernst gemeint, das war eine ganz normale Reaktion. Wieso sollte, was für ihn erlaubt ist, für sie ein No-Go sein? Doris schiebt ihre Gedanken beiseite, wie soll sie denn auch sonst vernünftig arbeiten können? Mit der Axt im Nacken? Jetzt muss sie selbst über sich lachen.

Sie ist bemüht, rechtzeitig fertig zu werden, aber das Grübeln, hat sie mindestens 15 Minuten gekostet und sie schafft es nicht pünktlich mit ihrem Auftrag fertig zu werden, aber das ist ja auch nicht so schlimm, sonst hängt sie auch einfach die Zeit an und lässt ihren Stift nicht fallen, so wie das manche im Amt zu tun pflegen.

Pünktlich um 16:30 Uhr bekommt sie eine E-Mail von Herrn Thomforde, sie ignorierte diese Nachricht, sie steht unter Zeitdruck und wenn sie die Nachricht öffnet und liest, wird sie noch länger brauchen.

Es klopft energisch an ihrer Bürotür und ehe sie „herein“ bitten kann, reißt Herr Thomforde die Tür schwungvoll auf.

„Was ist los, wieso haben Sie meine Mail nicht gelesen?“

„Weil ich im Verzug bin, ich will das hier fertig machen!“

„Nein, das werden Sie jetzt nicht, das ist egal!“

„Wieso? Mir ist das nicht egal, das wissen Sie doch!“

„Papier ist geduldig Frau Doris Klie, ich bin es nicht und nun kommen Sie schon!“

„Aber was ist denn los, Chef? Wollen Sie mich ins Theater oder irgendwohin entführen, weil Sie es so eilig haben?“

„Wie kommen Sie nur drauf, dass ich mit Ihnen ins Theater gehen möchte?“

„Naja, eben wegen der Zeit, einen festen Termin zu haben.“

„Ein Theaterstück mit mir als Begleitung wäre doch keine Strafe, oder?“

„Ja vielleicht ein langweiliges Theaterstück?!“

„Haha, nein, wenn ich sage, halb 5 Uhr, dann meine ich auch halb 5, etwas mehr Disziplin hätte ich mir schon von Ihnen gewünscht! Jetzt speichern Sie ihre Daten und fahren gefälligst den PC runter, ich warte nicht gerne.“

„Jawohl, ich hab´s verstanden.“

Herr Thomforde schnaubt, „endlich!“

Er hilft ihr dabei, ihre persönlichen Sachen aus dem Büro in ihre Tasche zu packen, dann schiebt er sie ziemlich zügig aus dem Büro hinaus und am Parkplatz in sein Auto hinein.

Mit quietschenden Reifen braust er davon und schnurstracks auf die nächste Autobahnauffahrt. Er gibt kräftig Gas, niemand kann ihn aufhalten.

Frau Klie hat bei seiner Fahrweise Angst, „Sagen Sie mal, sind Sie auf der Flucht oder so?“

Herr Thomforde lacht, „Das ist gut, auf der Flucht, haha, aber nein!“

„Man könnte es aber fast denken, fahren Sie nicht so schnell!“

„Machen Sie die Augen zu, wenn es Sie stört.“

„Bitte? Was hat das damit zu tun?“

„Jetzt warten Sie einfach ab und sind still, okay?“

Kleinlaut gibt sie ein Ja bei, beim Überholen mit über 200km/h sinkt sie in den Beifahrersitz, nach lachen ist ihr nicht zumute, an Schlaf nicht zu denken, völlig angespannt sitzt sie in ihrem Sitz und schaut aufmerksam den Verkehr zu. Sie kann sich auch keinen Reim darauf machen, wohin er sie bringt und fragen will sie eigentlich auch nicht mehr, sie bekommt eh keine Antwort.

Er braust jetzt schon über zwei Stunden über die Autobahn, und Frau Klie hält es vor Neugierde nicht mehr aus, „Wo fahren Sie nur hin? Ich frage das nur, weil ich nicht weiß, ob ich dazu, was Sie vorhaben, richtig angezogen bin?“

„Das passt schon so!“ mehr verrät er nicht und irgendwie ärgert sie sich, wobei ihre innere Unruhe steigt.

Frau Klie scheint doch irgendwann eingeschlafen zu sein, sie wacht auf, als das Auto zum Stehen kommt und Herr Thomforde die Handbremse anzieht.

„Da wären wir!“

Sie richtet sich aus ihrem Sitz auf und sie sitzt wie vor einer Großbildleinwand vor einem gigantischen Sonnenuntergang, der in spätestens einer halben Stunde im Wasser versunken ist.

Sie ist sprachlos, ihr bleibt der Mund offen stehen, erst nach ein paar Sekunden findet sie ihre Stimme wieder: „Pahh….mein Gott ist das schön!“

Herrn Thomforde gefällt das, dass ihm die Überraschung gelungen ist, er freut sich für sie und er freut sich über sich selbst, dass es ihn gelungen ist, ihr eine Freude zu machen. Behutsam legt er seinen Arm um ihre Schultern, Doris nimmt das gar nicht so richtig wahr, sie ist wie verzaubert, ihre Augen glänzen gemeinsam mit der untergehenden Sonne im Wasser.

Doris wiederholt sich, „Mein Gott, ist das schön!“

Herr Thomforde räuspert sich, „Gestatten Frank Thomforde, nicht Gott!“

Sie ist irritiert und schaut ihn fragend an, „Wo sind wir hier eigentlich?“

„Im Land der Träume!“

„Ach, jetzt sagen Sie schon!“

„Wären Sie nicht eingeschlafen, dann wüssten Sie es vielleicht, vielleicht aber auch nicht, nennen wir es Dreamland oder Fairyland.“

Frau Klie versucht aus dem Auto heraus Nummernschilder von anderen Autos zu erkennen, aber das einzige Auto in der Nähe steht so da, dass sie das Schild nicht lesen kann.

Die glutrote Sonne erstreckt sich über die ganze Bandbreite des Sees, jetzt wird ihr auch Herrn Thomfordes Eile bewusst. Er hatte Recht, Papier ist geduldig, die Natur nicht.

Und während sie weiterhin so dasteht wie eine erstarrte Salzsäure, legt ihr Herr Thomforde von hinten einen metallenen Halsreif um den Hals, sie greift erst mit der Hand dahin, als sie ein Klicken hört, dass sie aus ihrer Gedankenwelt in die Realität zurückholt.

„Komm, wir gehen jetzt Gassi!“ die sonore Stimme des Chefs ist ruhig und beruhigend zugleich.

Doris fährt herum und schaut ihn nur fragend an, „Wir gehen Gassi?“

Herr Thomforde hält Doris an der Leine und zwingt sie in die Knie, „Auf die Knie!“

Doris Atem wird schwerer, ist das jetzt sein Ernst? Sie weiß nicht, wie sie sich verhalten soll.

„Geh runter auf die Knie!“

„Und dann? Ich tue es nicht!“

„Oh doch, Du tust es, es ist mein Ernst!“

Vorsichtig geht Doris in die Knie, „Und Sie lachen jetzt nicht über mich?!“

„Nein, ganz runter, lieb!“ Herr Thomforde streicht ihr sanft über den Kopf und zieht sie an der ledernden Leine etwas vom Auto weg, es sind weit und breit keine anderen Menschen zu sehen, der Ort ist magisch und sie hat keinen Schimmer, ob sie sich überhaupt noch in Deutschland befindet.

Der Weg ist steinig, und Doris fängt schon bald zum Jammern an. „Das tut weh, meine Hände, meine Knie und meine gute Jeans werden kaputt gehen!“

„Die Jeans hält schon was aus und Deine Hände halten das auch noch aus!“

Er streichelt ihr übers Haar und tätschelt ihren Kopf. Sie gehorcht ihn und ignoriert ihre Schmerzen und ignoriert ihr Umfeld, was sie gerade macht und achtet nicht mehr auf das, was geschieht. Sie gehen nicht weit, bis zum Seeufer sind es nur weniger Meter.

Dort breitet Herr Thomforde eine Picknickdecke aus, es gibt gebratene Hähnchenschenkel, für sich selbst hat er einen Porzellanteller mitgebracht und Doris bekommt zwei Schälchen hingestellt, in einem das Fleisch, im anderen Napf gießt er frisches Wasser.

Doris schaut ihren Chef fragend an, er deutet auf den Napf: „Iss!“

Doris Schüchternheit verschwindet allmählich und sie fühlt sich zusehend sicherer in ihrer Situation und ihrer Begleitung. Er muss sie nicht zweimal darum bitten und Doris beugt sich hinunter zu ihrem Wasserschälchen und leckt es aus. Mit einem zufriedenen Lächeln hat sie das Schälchen ausgeleckt, wenn es auch etwas unbequem und umständlich für sie war, Herr Thomforde dankt es mit einem aufrichtigen Lächeln und statt seine Hand, reicht er ihr seinen Schwanz zum abschlecken, sie hat gelernt, ihn zu verwöhnen, mit der Hand, mit ihrem roten Mund, ihre vollen Lippen versteht sie, kräftig daran zu saugen. So sitzen sie da, nackt und entblößt, ihren Kopf in seinem Schoß gebettet, fühlt sie sich ganz geborgen. Beide sind ganz still, genießen die Stille der Dämmerung, die Nacht ist lau, es wird nicht kalt, am Horizont sieht man Blitze eines aufkeimenden Gewitters.

Aus dem Lautsprecher klingt leise Beethovens Mondscheinsonate, Doris will sich aus seinen Fängen nie wieder lösen.

„Wirst Du auch morgen, nach der blauen Stunde noch so fühlen? Wirst Du dann ganz mir gehören?  Oder wirst Du Deinen Verstand wiederfinden?“

Wer weiß!?

Werbung

5 Gedanken zu “Frau Doris Klie – Die Sekretärin Teil 16

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s