Yunus & Katharina in Persien IV

Soll ich ihm dankbar sein? Ich drehe mich kommentarlos um und zeige ihn meine kalte Schulter. Nicht weil ich schmolle (schon wieder mal), nein einfach, weil ich damit klarkommen muss und nicht weiß, wie ich ihm darauf erwidern soll.

Ich mache meine Augen zu und merke noch, dass Yunus seine Hand auf meine Schulter legt. Er verhält sich ebenfalls ruhig, ich atme kaum, denn ich lausche, bis er eingeschlafen ist.

Vor lauter Erschöpfung und den Gedanken daran, ob das was soeben geschehen ist, mir gefallen hat oder nicht, schlafe ich auch ziemlich schnell ein.

Ich erwache von einem Geschepper, Yunus balanciert ein Silbertablett mit Tee und Gebäck im Zimmer und will es auf den kleinen Balkon tragen.

Verlegen fährt er sich durch seine Haare, „Katharina, mein Schatz, ich habe ein kleines Frühstück für dich- auf dem Balkon, komm bitte!“

Ich tue erstaunt und murmele ein undeutliches „Moorgn!“

Yunus lächelt mich unsicher an, „Alles ok?“

„Ja, was soll sein?“

„Katharina, es tut mir leid, falls ich gestern zu heftig war!“

„Ja!“

„Katharina….“

„Ich hab Ja gesagt….!“

Nun will ich mich doch mal aus meinem Bett schälen und gehe nur im kurzen Nachthemd auf den Balkon, sofort merke ich die Panik in Yunus Gesicht. „Zieh dir was an, aber schnell!“

„Dann komm doch einfach wieder rein!“, was er auch tut, er bringt mir das Frühstück ans Bett und setzt mir Kopfhörer auf.

„Woah, my Love, my darling

I´ve hungered for your touch

A long. Lonely time

And time goes by so slowly

And time can do so much

Are you still mine?

I need your love

I need your love

God speed your love to me….

Das ist Unchaint Melody und ich schmelze dahin.

Lonely rivers flow

To the sea, to the sea

To the open arms of the sea, yeah

Lonely rivers sigh

“Wait for me, wait for me!”

I´ll be coming home, wait for me.

Oh Gott, ich schenke ihn mein süßestes Lächeln und nehme sein Gesicht in die Hand und presse meine Lippen auf seine. Noch nie habe ich ihn so leidenschaftlich geküsst, noch nie haben sich unsere Lippen so sehr aneinander fest gesaugt.

Yunus dreht sich vor Glück, er hatte doch tatsächlich ein schlechtes Gewissen mir gegenüber, doch wenn ich darüber nachdenke, es war mal wieder was völlig Neues, Irres wie er mich gestern Abend genommen, ja fast erdrückt hat.

Zu meiner Überraschung hat Yunus bereits beide Koffer gepackt, meine Kleidung inklusive Kopftuch und heller dünner Mantel liegen bereit.

„Ich dachte, nachdem wir heute auf die Insel fahren, reicht ein Hijab, Du bist heute vom Tschador befreit!“ Ich mache innerlich Luftsprünge!

Vom Hotel bringt uns ein Taxi zum Flughafen von Shiraz, der Flug auf die Insel Kisch dauert über eine Stunde, ich bin ihm ja so dankbar, dass wir nicht auf dem Landweg und dann mit dem Schiff auf die Insel übersetzten, denn das würde über 12 Stunden dauern.

„Was ist los, Du schaust plötzlich so betrübt?“

„Ach Yunus, es ist wegen den Spuren, die Du mir beschert hast, ich kann mich ja unmöglich so zeigen am Strand!“

„Kein Problem, ohne Burkini gehst Du nicht an den Strand, ich habe Dir sogar einen gekauft!“

Ich soll einen Burkini tragen, das ist doch so ein enges Ganzkörperkondom?!“

„Das ist doch so ein Ganzkörperbadeanzug? Da werde ich gar nicht braun damit und ist das so gesund, wenn ich die ganze Zeit das nasse Ding an mir tragen soll?“

„Das ist kein Problem, da ist es heiß und das Meer ist auch warm und braune Haut ist ungesund! Da gibt es aber noch etwas, was Du wissen musst, wir dürfen nicht gemeinsam an den Strand, Männer und Frauen werden strikt getrennt und Frauen sind mit einem hohen Zaun abgeschirmt, um nicht den gierigen Blicken der Männer ausgesetzt zu sein.“

„Aber Yunus, was will ich denn alleine an dem Strand?“

„Du wirst nicht alleine am Strand sein und überhaupt habe ich das Neueste Hotel gebucht, es wird Dir gefallen.“

„Ich weiß nicht, ob ich da noch hinwill, nachdem Du mir das alles erzählt hast!“

„Lass Dich einfach überraschen!“ Gut ich lasse mich überraschen und sage nichts mehr dazu, ich kann es eh nicht ändern.

Die Insel ist nicht sehr groß, wir werden am Flugplatz von einem elektrischen, offenen Auto abgeholt, so wie man es bei uns von den Golfplätzen her kennt. Dieses „Golfauto“ bringt uns zu unserem Hotel. Nein, es ist nicht irgendein Hotel, es ist eine ganze Anlage mit Wasserbungalows. Ich bin begeistert, mein Atem stockt, als ich das sehe, ich war noch nie einem Wasserbungalow. Yunus hat mir nicht zu viel versprochen, hier gibt es fast alles, was es auf dem Festland nicht gibt, eine andere Welt!

Wir schauen uns keine weitere Moschee an, stattdessen gehen wir in ein modernes Shoppingcenter zum steuerfreien Einkaufen. Es gibt Korallenriffe, Sandstrände und Palmen. Man kann Jet-Ski fahren und Ausflüge mit dem Segelboot machen, aber Schnorcheln ist mancherorts für Frauen verboten.

Dafür fahren wir mit einem Glasbodenboot zum Riff, und von unserem Bungalow aus, kann ich die bunten Fische schon beim Frühstücken beobachten.

An einem weiteren Tag hier im iranischen Urlaubsparadies besuchen wir den Dolphin Park, hier leben Delfine, Seehunde und andere Tiere. Nicht im Traum hätte ich daran gedacht, dass es hier so etwas touristisches gibt.

Das Essen im Hotel ist vorzüglich, ich kenne zwar die persischen Gerichte nicht und ich weiß zum Teil nicht, was ich esse, aber es ist sehr würzig und als Nachspeise gibt es viel Süßes.

Nach vier Tagen und drei Nächten geht unser Flugzeug wieder in die Hauptstadt nach Teheran und ich bekomme schon bei der Vorstellung ein beklemmendes Gefühl in meiner Magengrube.

Auf der einen Seite bin ich ganz froh darüber, dass wir fliegen, auf der anderen Seite graust es mich davor, so schnell wieder dort zu sein. Die ganzen Leute, Yunus Familie sind zwar alle supernett, jedoch verstehe ich bei all ihren Gesprächen kein Wort und Yunus, der seine Familie lange nicht mehr gesehen hat, spricht natürlich überwiegend auf Farsi mit ihnen. Ich bin froh, dass es mir keiner übelnimmt, wenn ich mich abends immer schnell auf mein Zimmer verziehe.

Hier muss ich wieder alles essen, was uns serviert wird, wenn nicht, dann wäre das sehr unhöflich wie mir Yunus sagt und er wäre ebenfalls beleidigt, wenn ich nicht alles mal kosten würde.

Leider bin ich die vielen Sachen, die andere Zubereitung, all das nicht gewohnt. Viele Reisende beschert das Durchfall, bei mir setzt das Gegenteil ein, ich neige zur Verstopfung und das beschert mir Bauchschmerzen. Am Morgen des zweiten Tages in Teheran frage ich Yunus, ob er mir eine Schachtel Zigaretten und Kaffee besorgen könnte.

„Sag mal, spinnst Du? Rauchen Du? Hier als Frau? Das kommt gar nicht in Frage und Kaffee gibt es bei meiner Mutter auch keinen, wieso willst Du das?“

„Ich habe Bauchschmerzen, ich konnte schon ein paar Tage nicht mehr groß zur Toilette!“

„Was? Und das sagst Du mir erst jetzt? Du hättest mir das gleich sagen müssen, dass Du Probleme hast, dann hätte ich dich nicht auch noch zum Essen gezwungen!“

„Ich wollte Deine Familie nicht verärgern!“

„Die hätten das doch verstanden und wenn Du denkst, Du darfst dafür Rauchen, dann hast Du Dich geschnitten, ist Dir das klar? Ob das klar ist, hab ich gefragt!“

„Ja! Und nu, was machen wir dann?“

„Ich werde meine Mutter und meine Schwägerinnen fragen, ob sie was da haben!“

„Oh Gott, Yunus, muss das sein, so 2-3 Zigaretten werden doch wohl aufzutreiben sein, das wäre viel indiskreter!“

„Vergiss es, geraucht wird nicht“.

Yunus zieht sich schnell ein Hemd und eine Jeans drüber und geht nach unten zu seiner Mutter, er bleibt lange weg und mein Bauch krümmt sich immer mal wieder wellenartig zusammen.

Endlich, Yunus reißt die Tür auf, seine Mutter im Schlepptau, sie trägt einen roten Gummischlauch und einen Behälter, in der anderen Hand einen Stapel Handtücher.

Ich reiße meine Augen weit auf, „Nein Yunus, nicht mit mir, das könnt Ihr mir nicht antun!“

„Leg Dich wieder hin und sei still!“

„Nein, ich will das nicht!“

„Ich habe gesagt, Du sollst nicht diskutieren, sonst knallts im Karton!“

Jetzt muss ich sogar lachen, diesen Ausdruck habe ich ja schon eine Ewigkeit nicht mehr gehört, aber mit dem Lachen überspiele ich auch meine Furcht vor Yunus Mutter und was sie in der Hand hält. Yunus Miene verfinstert sich, „Willst Du mich jetzt provozieren? Katharina, das ist nicht witzig, oder hast Du mich lachen gesehen?“

Ist ja schon gut, denke ich mir und ertappe mich dabei, dass ich meine Augen verdrehe, mit ihm ist jetzt nicht mehr zu spaßen

„Tschuldigung! Es war nur der A…“

Yunus brüllt mich an: „Selber Schuld, wenn Du so lange wartest!“

„Jetzt schimpfe doch bitte nicht so mit mir und schick sie bitte weg, deine Mutter!“

„Sei froh, dass ich nur mit dir schimpfe! Und ich werde meine Mutter nicht wegschicken, das ist die Aufgabe einer Mutter und Frau im Haus.“

Ich ziehe meine Stirn in Falten und Yunus Mutter schaut mich mitleiderregend an.

Er schreit sich so in Rage, dass er mir eigenhändig den Slip herunterzieht, hastig stopft er ein paar Handtücher unter mein Becken und unter meinen Hintern. Er drückt mich mit seinem Arm so fest zurück, dass ich nicht mehr anders kann. Energisch dreht er mich auf die Seite, ich leiste Widerstand und schon macht er seine Ankündigung wahr und klatscht mir auf den Oberschenkel.

Ich glühe! So peinlich ist mir das, so ausgeliefert und demütigend vor seiner Mutter halb entblößt da zu liegen.

Sie redet auf Yunus ein und er beruhigt sich etwas, seine Mutter streicht mir sanft über mein Gesicht und scheint sich für das Verhalten ihres Sohnes zu schämen, aber sie achtet ihn auch, denn er ist der Mann und sie wird ihn nicht widersprechen, sondern auch nur tun, was er verlangt.

Inzwischen fettet seine Mutter den Schlauch ein, Yunus hält mich derweil fest, weil er mich kennt. Vorsichtig versucht sie den Schlauch in mein Poloch zu schieben, aber instinktiv kneife ich meinen Po zusammen und verkrampfe mich dabei, Yunus regt sich über mich auf oder bin ich ihm vor seiner Mutter peinlich, weil er mich nicht unter Kontrolle hat, so wie es sich gehört?

„Mann Mann Mann, Mädchen!“ er dreht mich wieder um, auf den Rücken und energisch nimmt er jetzt meine Beine in die Höhe und drückt sie gegen meinen Brustkorb. Meine Pobacken sind gespreizt und für jedermann einsichtbar. Seine Mutter hat jetzt bequem Zugang zu mein Poloch und schiebt den Schlauch etwas energischer hinein.

„Wehe Du hältst die Flüssigkeit nicht, das ist ein Einlauf mit Olivenöl.“

Natürlich will ich mich dagegen wehren und ich hätte die Flüssigkeit am liebsten sofort wieder herausgepresst. Aber habe ich eine Alternative?

Diese ganze Prozedur, der ganze Kampf dauert bestimmt eine halbe Stunde, seine Mutter verlässt den Raum als sie fertig ist um die Utensilien zu reinigen. Yunus lässt mich nicht aus den Augen, er passt auf, dass ich ja nicht zu früh auf die Toilette renne. Ein paarmal möchte ich aufstehen, doch Yunus zwingt mich immer wieder dazu, liegen zu bleiben. Nach fast einer halben Stunde der Qual schickt er mich aufs Klo. Er lässt mich selbst hier nicht alleine, sondern folgt mir und nachdem ich denke, fertig zu sein, kontrolliert er die Kloschüssel. Ich schäme mich so, es sind so viele Leute hier im Haus und jeder weiß, was hinter dieser Tür gerade passiert ist.

Ich werde wieder ins Bett geschickt, soll mich ausruhen, das ist mir sehr Recht. Nach einer Weile geht es mir auch besser, ich fühle mich aber noch nicht fit.

 Zu peinlich ist mir die ganze Situation und ich kann seiner Mutter und den Schwägerinnen nicht in die Augen schauen.

„Yunus, ich will nicht nach unten gehen, ich kann deiner Mutter unmöglich ins Gesicht schauen!“

„Komm jetzt, das ist doch Quatsch! Sie hat jetzt eine völlig andere Seite an Dir gesehen!“

Und tatsächlich, als ich mich wieder besser fühle, gehe ich mit Yunus runter in den Garten, seine Mutter kommt gleich auf mich zu und umarmt mich, seine Schwägerinnen bringen mir Tee und trockenes Brot, alle sind sehr besorgt um mich.

„Siehst Du, deine Sorge war umsonst!“

„Hättest mir nur ein paar Zigaretten besorgen müssen, dann wäre mein Problem schneller behoben gewesen.“

„Das hättest Du dir so gedacht, hätte, hätte Fahrradkette. Wenn ich nein sage, dann bedeutet das auch ein Nein! Ach, und es gibt da noch etwas, was ich dir beichten muss, eine Überraschung!“

Jetzt bin ich aber mal gespannt…

„Ich habe eine Stelle als Chefarzt angeboten bekommen, ich werde kündigen!“

Yunus & Katharina in Persien III

Der Anblick der Schlaginstrumente beschert mir ein Kribbeln in meinen Lenden, jedoch schüchtern sie mich auch etwas ein, das muss ich zugeben. Es bedarf keine Worte mehr, er muss keine Drohung aussprechen, er weiß, dass es für mich eine Strafe sein wird, wenn er die Sachen hier benutzen würde, es wäre kein Spiel und es würde mich wahrscheinlich mehr ängstigen, statt zu erregen.

„Normalerweise“- ich warte ab, Yunus dreht sich nach mir um. „Normalerweise…“

Er schneidet mir wieder das Wort ab, „Was willst Du mir sagen? Rede nicht so um den heißen Brei!“

„Du weißt schon!“ mein Seitenblick gilt den Utensilien auf dem Nachtkästchen.

„Nicht reden…ich weiß, was Du mir sagen willst und ja, ich weiß.“ Aufmerksam kommt er zu mir und setzt sich neben mich auf´s Bett. Er nimmt meinen Kopf und streichelt ganz sanft über meine langen Haare, „Wie schön es doch ist! Ich will nicht, dass es andere sehen und ich möchte auch nicht, dass Dir irgendwer ein Haar krümmt, es ist meins, es gehört mir, Du gehörst mir!“

„Pscht, sag sowas nicht, ich gehör Dir nicht, nicht so!“

„Dreh Dich um!“

 Ich drehe mich auf dem Bauch, mit seiner sanften Stimme zergehe ich wie Butter unter seinen Händen, das weiß er und dann darf er alles mit mir machen, dann fühle ich mich so geborgen bei ihn. Das geschieht auch, wenn er hart und bestimmt mit mir spricht, nur dass dann mein Gefühl anders ist, eben prickelnd.

Ich wälze mich also auf dem Bauch, meine nackte Haut offenbart sich Yunus und er streicht sanft darüber. Er flüstert nur noch und es ist anstrengend, ihn zu verstehen.

„Niemand darf dir etwas antun, ich muss dich schützen und Du musst mir vertrauen“.

Ich lasse mich ganz fallen und ich vernehme in den Augenwinkeln, dass seine Hand zum Flogger reicht. Er nimmt das in die Hand und meine Muskeln ziehen sich in voller Erwartung zusammen. Doch ich warte vergebens, er streicht mir damit sanft über meinen Rücken, ich bin beruhigt. Seine Hand berührt meinen Apfelpo, jetzt hat er aufgehört zum Flüstern. Seine Fingerspitzen kribbeln über meinen Rücken, ich sauge jede Berührung in mich auf, die Berührungen, die hier in der Öffentlichkeit verboten sind. Es ist schon seltsam, ein Paar darf sich in der Öffentlichkeit weder Küssen noch unsittlich berühren, aber er darf sie schlagen. Das muss man nicht verstehen.

Ich bin ganz ruhig, ganz entspannt, er legt den Flogger wieder beiseite und beschenkt mich mit Zärtlichkeiten. Seine Hand wandert unter die Decke, ich trage keinen Slip, er streicht mir mit seinem Finger über meine Spalte, ich unterdrücke meine Lust, seine Fingerspitzen wissen genau was mir guttut und er drückt genau auf meinem Lustknopf, meine Gier brodelt, ich bin ganz heiß, ich explodiere. Bin ich so ausgehungert? Ich öffne auffordernd meine Schenkel, mein Kopf ruft mich zurück, ruft mich zur Vernunft auf. Will ich das überhaupt? Vernünftig sein? Mein Körper sagt was anderes und wieder drückt er mit seinem Zeigefinger auf meinen Knopf.

Er hat mich gezähmt, und friedlich schlafen wir Seite an Seite ein. Morgens werde ich wieder vom Muezzinruf geweckt, Yunus lässt sich davon nicht beirren, so gläubig ist er nicht, um im Morgengrauen dem Gebet zu folgen.

Er hat noch viel vor in Isfahan, gleich nach dem Frühstück will er los, denn den Bazar soll ich mir hier nicht entgehen lassen und am Morgen ist es dort am schönsten, das Obst ist noch ganz frisch, die Touristenbusse kommen nicht vor 10 Uhr und die Luft ist noch am saubersten.

Wir fahren mit dem Taxi durch die Stadt, das Stadtbild ist geprägt von vielen Palästen, Minaretten und die allseits blauen Kuppeln der Moscheen.

Isfahan und der große Bazar sind berühmt für sein Kunsthandwerk, der handgeknüpfte Perserteppich Isfahan ist nach der Stadt benannt. Doch die Stadt hat auch eine dunkle Seite, denn hier ist das Zentrum der iranischen Atomindustrie.

Für nachmittags chartert Yunus ein Taxi, dass uns in die Umgebung von Isfahan bringen wird.

Wir fahren bei gleisender Hitze durch Wüstengebiete im Norden, um nachmittags die Bergwelt südlich der Stadt zu bestaunen.

In der Wüste bin ich Yunus das erste Mal dankbar, dass ich einen Schleier trage, er schützt mich vor Sand und Staub und vor der Hitze.

In den Berggebieten bin ich völlig überrascht, wie viele Abenteuerlustige Menschen es hier gibt, da gibt es Wanderer und auch einige pilgern mit ihrer Kletterausrüstung quer über die sandige Straße.

Nicht im Traum hätte ich daran gedacht, dass es hier so etwas gibt. Vor lauter Staunen über die vielen neuen Eindrücke, habe ich fast vergessen, dass ich den ganzen Tag verschleiert war und Yunus nimmt mich, sobald wir die Zimmertür hinter uns zugemacht haben in den Arm und bedankt sich mit Küssen bei mir. Der Tag ging so easy, so unkompliziert zu Ende, dass es fast schon langweilig zu sein scheint, er ist für meine Begriffe hier fast zu „süß“, zu ausgeglichen oder ist es die Ruhe vor dem bestimmten Sturm?

Er zieht mich aus, schiebt mir den Tschador vom Kopf und befreit mich von den Tüchern. Nach dem Duschen lasse ich mich rückwärts auf das Bett fallen. Yunus gefällt mein Anblick, er kramt im Schrank zwischen seinen Shirts den Flogger wieder hervor und platziert ihn wieder neben seinem Bett. Ich habe gar nicht bemerkt, dass er ihn heute Morgen weggeräumt hat, ich frage mich, wozu er ihn braucht. Um mich zu erschrecken, um mich einzuschüchtern oder um ihn zu benutzen? Der Gedanke daran wirkt anregend, das Brennen auf meiner Haut- die Vorstellung davon erregend.

Ich habe heute alles zu seiner Zufriedenheit gemacht, hab nicht gezickt, auch wenn es mir schwerfällt, und ich habe das gemacht, was er von mir wollte, wie langweilig! Der Flogger bleibt ungerührt neben Yunus Bettseite liegen und wir schlafen Hintern an Hintern ein.

Ich erwache wie jeden Morgen bei Sonnenaufgang vom Muezzinruf, schlafe aber gleich wieder ein. Das zweite Mal werde ich von Yunus geweckt, als er sich an meinen Nippeln zu schaffen macht.

Genervt schiebe ich seine Finger zur Seite, „Hör auf damit!“

„Nein, ich höre erst auf, wenn Du wach bist!“

„Ich will noch nicht aufstehen, ich lag heute früh länger wach, wegen des Muezzins.“

„Wir haben keine Zeit zu verlieren, ich kann Dir auch auf die Sprünge helfen!“

Yunus zerrt mir die Bettdecke weg, ich krümme mich ein und drehe mich von ihm weg.

„Autsch!“ das waren meine Fußsohlen.

„Autsch!“ schreie ich etwas lauter, ohne Rücksicht auf andere Pensionsgäste. Ich ziehe meine Füße ein, Yunus hat es geschafft, ich bin wach, er hat mich mit dem Flogger wachgeklatscht.

Ich weiß, wie sehr er es hasst, wenn ich trödle und nicht weitermache. Ich weiß, wie ungeduldig er ist und ich weiß, dass er nicht gerne wartet. In Windeseile habe ich mich fertig gemacht, er soll nicht warten müssen. Er steht fix und fertig bereit, den Flogger lässt er locker in seine Hand klatschen, er soll mich antreiben.

Gleich nach dem Frühstück müssen wir weiter, ich stopfe alles Überflüssige in meinen Koffer, er hat seinen natürlich schon ordentlich gepackt.

Bevor wir das Hotel verlassen, richtet Yunus noch meine Haare, insgeheim hoffe ich, dass mir der Tschador heute erspart bleibt. Doch er kennt keine Gnade und ich muss das alte, verstaubte Ding wieder überziehen. Ich möchte ihn nicht verstimmen und lasse es geschehen.

Unsere Weiterfahrt geht nach Yazd, von der Stadt habe ich vorher noch nie gehört. Yunus hat Tickets für den luxuriösen Zug schon von Deutschland aus gebucht. Die bequeme Zugfahrt dauert um die vier Stunden und die Reise geht quer durch die Wüste. Dies ist auch ein Grund, warum ich nicht aufbegehre und den Schleier freiwillig überziehe. Ich traue mich aber nicht, nichts darunter zu tragen. Die Stadt liegt fern der Hauptstadt und ich denke mir, je weiter weg, desto gläubiger und strenger sind die Menschen. Unser Zugabteil ist klimatisiert und Yunus hat wieder eine Kabine für uns allein gebucht, sonst würden wir womöglich auseinandergerissen werden.

Yunus hat mir nicht zu viel versprochen, auch diese Stadt mit seinen Türmen und den Bergen im Hintergrund wirkt wie aus 1001 Nacht. Er zeigt mir die wichtigsten Baudenkmäler, aber langsam habe ich genug gesehen von Denkmälern, Palästen und Moscheen. Sicherlich haben alle ihren Reiz, aber ich kann sie nicht mehr auseinanderhalten. Das Schlendern durch die Gassen der Altstadt mit ihren Lehmbauten macht mir Spaß, es ist alles so anders, die Altstadt gehört auch zum UNESCO- Weltkulturerbe. Yazd ist das Zentrum der Zoroastrier, Freddy Mercury war ein Zoroastrier. Also sprach Zarathustra, das kommt daher und die Religionszugehörigen betreiben hier einen bestimmten Totenkult, deshalb gibt es auf einer Anhöhe den Schweigeturm, in dem die Knochenreste der Toten geworfen werden und so der Erde zurückgegeben werden.

Neben Feuertempel und Schweigetürmen besuchen wir natürlich wieder den Bazar und gleich daneben befindet sich ein kleines Künstlercafe´ von dessen Dach man eine wunderbare Sicht auf die blauen Minarette und der Kuppel der Moschee hat, wir halten es hier lange aus, es langweilt mich nur, wenn Yunus zu viel mit den Einheimischen quatscht und ich nichts verstehe.

Ich bin müde von dem vielen Schauen und Besichtigungen und Yunus wirkt etwas eingeschnappt, da mein Interesse nachlässt. Aber warum soll ich ihm etwas vorspielen, sicher sieht alles sehr toll und schön aus, ich muss mir aber nicht in jeder Stadt Persiens alle Moscheen und Denkmäler anschauen, irgendwann sind sie alle gleich, zumindest für mich.

Somit bin ich auch nicht böse darüber, dass wir nicht den ganzen Tag auf Sightseeing-Tour sind, das ist Stress pur! Yunus hat ein schönes Hotel gebucht, ziemlich zentral in der Altstadt mit einer Dachterrasse und einen schönen, kühlenden Innenhof. Hier wird uns nach den Besichtigungsstrapazen Tee und Gebäck serviert und ich kann endlich wieder meinen Schleier ablegen, hier reicht eine luftige Tunika und ein leichtes Kopftuch. Yunus wäscht inzwischen meinen Tschador im Waschbecken aus, wenn ich das Ding schon tragen muss, dann kann er sich auch darum kümmern, mich ekelts inzwischen von dem Schleier, so staubig ist er.

Gleich neben dem Hotel gibt es ein gutes Restaurant für den Abend, wie viele Hotels und Restaurants hat das ebenfalls eine Dachterrasse.

Ein reichliches Frühstück essen wir in unserem Hotel und am zweiten Tag in Yasd möchte Yunus auch etwas weniger Stress und mehr als den Dowlat Abad Garden werden wir nicht ansehen. Es ist eine Gartenanlage mit Springbrunnen und den höchsten Windturm der Welt. Viel mehr machen wir heute nicht, später nochmals durch die Altstadt schlendern, das wars.

Ich fühle mich müde und schlapp, die Hitze bringt mich um, meine Füße kochen in den geschlossenen Schuhen, meine Haare kleben im Nacken fest, meine Kopfhaut juckt und Yunus hasst es, wenn ich mir ständig den Kopf kratze, meine Hände sind verkrampft von dem ständigen Halten des Tuches. Ich kann mich nicht mehr riechen, mein eigener Schweißgeruch vermischt sich mit den fremden Gerüchen der Stadt.

„Yunus ich kann nicht mehr, meine Füße tun mir weh, sie kochen und vor lauter Schweiß klebe ich am ganzen Körper.“

Er willigt ein und nach dem Restaurantbesuch gehen wir zurück ins Hotel.

Ich dusche ausgiebig, aber ich bleibe müde und ich bin zu nichts mehr fähig. Yunus geht es da schon besser, dieses heiße Klima ist für ihn nicht fremd, auch die Gerüche nicht und er muss keine Verschleierung in der Öffentlichkeit tragen.

Yunus bringt mir kaltes Zitronenwasser, was mich etwas erfrischt, eine Klimaanlage gibt es nicht, nur einen Deckenventilator und der bringt nur bedingt Abkühlung, vielmehr wirbelt er nur die heiße Luft durcheinander.

Yunus schaut mich sorgenvoll an, jede Berührung von ihn ist mir zuwider, es ist mir alles zu viel, der Lärm, die Hitze, der Staub.

Im Bett döse ich bald vor mich hin, Yunus fährt mir mit der Hand über meine Stirn, „Nein, ich bin nicht heiß, tu Deine Hand weg.“ Und schiebe ihn genervt zur Seite.

„Ich wollte nur mal nachprüfen, nicht dass Du hier krank wirst, den ständigen Wechsel von Hitze und Klimaanlage verkraftet der Körper nur schwer. Pass auf, zwei Tage noch Shiraz, ist zwar eine Stadt, aber eine wunderschöne und dann fahren wir auf eine Insel mit Sandstrand, das ist doch was, oder?“

Sofort fühle ich mich besser, aber wenn ich an die Zugfahrt und nochmals eine Stadt denke, trübt sich meine Laune sehr schnell wieder ein.

„Ok, und jetzt gönn mir einfach meine Ruhe und ich hoffe ich muss in Shiraz nicht wieder alle Sehenswürdigkeiten besichtigen ?!“

„Ist ja gut, dann eben nicht!“ Yunus wirkt leicht beleidigt, überhaupt, er ist viel zu gefasst die ganze Zeit über schon.

In der Nacht schlafe ich nicht besonders gut, es ist mir einfach zu warm, ab Morgengrauen erwache ich wie immer vom Gebetsrufer, Yunus schläft noch fest. Ich kann nicht mehr schlafen und nicht mehr liegen, ich nutze die Zeit, um meinen Koffer erneut zu packen, dieses Mal richtig.

„Ach, schon wach, Guten Morgen!“ begrüßt mich Yunus gut gelaunt, „Wie geht es Dir heute?“

„Morgen! Ich konnte nicht mehr schlafen, mir war es zu warm, ich bin nicht erholt, falls Du das meinst.“

„Ach, das wird schon, wir frühstücken dann ausgiebig mit allen Drum und Dran und dann lassen wir uns gemütlich mit den Zug nach Shiraz fahren, das ist entspannend, der ist klimatisiert.“

Vom opulenten Frühstück knabbere ich nur etwas herum, eine Scheibe Weißbrot, etwas Käse, etwas Obst und Tee. „Iss doch richtig, so eine lange Fahrt macht hungrig!“

„Ja, aber jetzt bin ich noch nicht hungrig!“

„Du musst trotzdem richtig essen, sonst wird Dir nur schlecht im Zug!“ wobei er Recht hat.

Ich stöhne, Yunus schiebt mir ungefragt einen Löffel Joghurt in den Mund. Ich bin eigentlich schon fertig mit Frühstücken. Er hält die Schale und nimmt daraus wieder einen Löffel, „Mund auf!“ und schiebt mir den nächsten Löffel mit Joghurt in den Mund.

„Yunus, hör auf damit, Du musst mich nicht füttern!“

Genervt nehme ich die Schale und löffle den Rest in mich hinein.

Er nimmt etwas Gebäck und will, dass ich das auch noch esse, „Yunus, nein, mir wird sonst erst recht schlecht, hör auf damit, bitte!“

„Wie Du meinst, wehe Du bekommst unterwegs Hunger!“

Im Zimmer hilft er mir wieder dabei, meine Haare zu richten und zu verstecken, ich zupfe noch hier und da und Yunus packt mich kräftig an meinem Arm und schiebt mich aus dem Zimmer, er muss an der Rezeption noch bezahlen, Taxen stehen etliche bereit.

Die Taxifahrt quer durch die Stadt mit einem Fahrer, der fährt wie ein Henker kostet mich den letzten Nerv und das bereits zu früh. Es ist zwar noch nicht so heiß, aber ich fange schon wieder an zu schwitzen, ich bin froh, als ich endlich im Zugabteil sitze, nur für uns alleine.

Yunus erzählt mir von Shiraz, erzählt mir Geschichten aus seinem früheren Leben, seiner Kindheit und Jugendzeit, in Deutschland spricht er nicht viel darüber, da ist das alles sehr weit weg.

Es ist eine lange Fahrt nach Shiraz, es ist die Stadt der Rosen, Gärten und Dichter.

Sobald wir im Zug sitzen und er seine Fahrt fortsetzt, schlafe ich ein. Yunus merkt, dass mich das alles sehr schafft, er nimmt Rücksicht auf mich.

Im Hotel angekommen kümmert er sich um alles, wie eigentlich überall auf unserer Reise, denn ich habe hier keine Rechte und wegen der unterschiedlichen Namen in unseren Pässen muss er viel erklären und unterschreiben. Ich darf mich ausruhen und ausziehen!

Yunus möchte unseren Aufenthalt in Shiraz auf zwei Sachen beschränken, zum einen ist das eine Moschee, die im inneren pink schimmert, besonders wenn die Sonne durch die Fenster scheint und das zweite ist Persepolis, wieder einmal ein UNESCO Weltkulturerbe. Diese alte Residenzstadt heben wir uns für den 2. Tag auf, denn es ist 60km von Shiraz entfernt.

Am Abend des 2. Tages sitzen wir gemeinsam mit einem Samowar mit Tee auf dem Balkon unseres Hotelzimmers. „Nun, jetzt haben wir den Kulturteil geschafft, morgen gibt’s eine Überraschung!“

„Meinst Du die Insel als Überraschung?“ Yunus huscht ein Lächeln übers Gesicht.

„Komm sag es mir, bitte!“

„Was bekomme ich dafür, wenn ich Dir das sage?“

„Na was wohl? Was hättest Du denn gerne?“

„Lass mich überlegen, da gibt es so manches…“, Yunus macht ein Geheimnis draus.

„Du ziehst jetzt mal brav den Tschador drüber und verhüllst Dich!“

„Hä???“

„Ich habe noch nie mit einer von meinen Landsleuten..!“

„Ich bin aber keine von hier!“

„Das ist egal, Du schaust aber damit so aus und ich möchte fühlen, wie ein Mann von hier.“

Ich verstehe gar nichts, will er mich nur ansehen?

Naja, ich weiß zwar nicht, was das soll, aber ich ziehe mir meine Montur mal drüber. Er schaut mich tatsächlich eindringlich an. In den ersten Tagen meiner Verschleierung hat er eher an mir vorbeigeschaut, so als ob er ein schlechtes Gewissen mir gegenüber hätte.

„Ich möchte, dass ich nur deine Augen sehen kann, mehr nicht!“

Yunus schaut mich fasziniert an, er kommt auf mich zu und fasst mir von hinten unter meinem Schleier. „Du trägst keine Unterwäsche!“

„Es ist zu heiß, Du selbst hast gesagt, ich solle darunter nichts anziehen!“

„Jetzt eigentlich schon, ich wollte Dich ganz ausziehen…“

„Tut mir leid!“

„Das tut Dir nicht leid!“

„Wenn Du das so sagst!?“

„Nicht so vorlaut meine Liebe.“

Was spielt er für ein Spiel, auf was will er hinaus?

„Was bist Du nur für ein kleines, geiles Luder!“

Yunus lässt seine Hose fallen, seine Unterhose zieht er auch rasch nach unten, meinen Tschador wirft er von hinten über meinen Kopf und zieht an meinem Pferdeschwanz. Er klemmt seinen Schwanz zwischen meinen Arschbacken, wie ein Balken zwischen meinen Oberschenkeln, eng umschlungen, nass und klebrig, warm pulsierend. Er dringt in mich ein, sein atmen wird schneller, er wird doch wohl nicht schon kommen wollen? Rücksichtslos…

Ich versuche seine pralle Männlichkeit unter Kontrolle zu bringen, „Nicht so stürmisch, Yunus! Du tust mir ja weh!“

„Ach!“ das klingt spöttisch.

„Halt Deinen Mund, sonst stopf ich dir ihn!“

Mein Mund bleibt vorwurfsvoll offenstehen und ich reiße meine Augen weit auf, was habe ich da gehört?

Und schon wirft mich Yunus aufs Bett und reißt mir alles was ich trage vom Leib. Er beugt sich über mich, seinen Schwanz vor Augen stützt er sich mit seinen Armen ab. Meine Augen sind immer noch weit geöffnet und ohne Vorankündigung steckt er seine steife Männlichkeit in meinen Mund.

Er fickt meinen Mund und ich ersticke fast dabei, Yunus ist so heftig, so hungrig nach mehr. Seine kräftigen Stöße schieben mich im Bett hoch bis zum Bettende, unter seinen Körper fehlt mir der Platz zum Ausbreiten, mein Kopf stößt gegen das Brett und Yunus ist es völlig egal. „Ich werde Dir Dein respektloses Verhalten schon noch austreiben. Er benutzt mich wie ein Tier, rücksichtslos…

Er spritzt in meinen Mund ab und ich habe Mühe seinen Saft zu schlucken, meine Zähne greifen nach seinen noch steifen Glied, ich bin in der Versuchung zu beißen, aber ich lasse nur meine Zahnleiste entlang gleiten.

Yunus packt mich und dreht mich um, so dass ich bewegungsunfähig auf meinem Bauch liege.

Er greift zum Flogger, ein Brennen peitscht mir über den Rücken, dann auf meinen Hintern, auf meine Fußsohlen und auf die Innenseiten meiner Oberschenkel. Unwillkürlich schlägt er zu, er steigert sich, um sich erneut hoch zu bringen, ich bringe ihn hoch bis er wieder steif geworden in mich hineinstößt. Ich bäume mich auf und er drückt mich zurück ins Kissen, ich kann gerade nochmal nach Luft schnappen. Er drückt mir die Luft ab, Panik überkommt mich, Yunus reißt mich mit dem Schopf an meinem Kopf hoch, er fickt mich wild, so wie er es schon lange nicht mehr gemacht hat, danach lässt er sich ausgepowert fallen.

Ich wage es nicht, mich zu bewegen, ich kann es auch nicht, es tut mir alles weh, auch sprechen mag ich nicht.

Nach einiger Zeit, gefühlten Stunden haucht Yunus ein „Entschuldigung und Danke, Du hast super mitgemacht!“

Ich verstehe noch nicht ganz, was war sein Ziel? Was soll ich jetzt dazu sagen? Ihm verzeihen?

Mir war das zu heftig, für kurze Zeit hatte ich das Gefühl, er bringt mich um, weil ich so schlecht Luft bekam.

„Ich weiß wie rücksichtslos ich dich genommen habe, Du warst frech, hast es verdient, genommen zu werden“.

„Das glich ja schon fast einer Vergewaltigung!“

„Nein, sag so etwas nicht, ich würde in diesem Land nicht mal dafür bestraft werden, aber glaube mir, ich hätte dir nichts Schlimmes angetan.“

Ich begutachte meine Haut, an manchen Stellen hat der Flogger Spuren hinterlassen.

„Sieh nur, wie ich aussehe!“

„Die Striemen stehen Dir wirklich gut!“

Yunus & Katharina in Persien II

Und so geht die Reise weiter, da ich nicht will, dass die Geschichte als Reisebericht endet, werde mich hier unterwegs etwas kürzer fassen und ich ändere wieder in die Ich-Form, so kann ich die Gefühle besser zur Geltung bringen.

Was war das? Ein ganz neuer Schmerz, eine neue Stelle- ich spüre, ich lebe! Und langsam beginne ich Gefallen an dem Land zu haben. Ich bin noch nicht fähig einen klaren Gedanken zu fassen, Yunus schaut mich fragend, ja prüfend an. Was soll ich sagen? Ich kann doch noch nichts sagen, kann er von meinem Gesichtsausdruck meine Gedanken ablesen? Ich für meinen Teil bin gerade in der Übung, dass ich Männern in diesem Land nicht in die Augen sehen soll. So hat er es mir zumindest eingebläut und ich kann ihn jetzt in diesen Augenblick ebenfalls nicht in die Augen sehen.

Ich bin nass geschwitzt, ich bin klebrig und mein Körper scheint auf Yunus Körper geradezu festzukleben, wir haben uns einander festgesaugt, nicht mit den Lippen, sondern mit dem Körper.

Yunus schaut mich wartend von der Seite her an, was geht in seinem Kopf vor? Was folgt? Ich bin fix und alle, ich brauche die Pause, die er mir gönnt. Ich keuche noch, der Schmerz lässt nach, ich bekomme wieder Luft und ich habe den Wunsch es laut auszuschreien. Aber nicht hier, es sind zu viele Menschen in dem Haus, seine Familie, was sollen die nur denken. Man muss damit rechnen, dass die Tür unaufgefordert aufgerissen wird, ist ihm das völlig egal?

Sicherlich, es ist nichts Ungewöhnliches hier, wenn eine Frau mal schreit, aber es ist mir peinlich, ich will nicht, dass sie über unser Intimleben Bescheid wissen, und ich will nicht, dass sie denken, Yunus benimmt sich wie einer von ihnen, wie ein Macho, denn im Grunde seines Herzens ist er weit davon entfernt. Eigentlich sollten wir in getrennten Zimmern schlafen, so wollte es die Familie, so wollte es aber Yunus nicht. Er ist zwar von hier, aber er lebt ein anderes Leben.

Oh Gott, was macht er jetzt, er reißt mich aus meinen Gedanken, es geht weiter, er nimmt mich wie eine Puppe und setzt mich auf seinen Schoß, direkt auf seinem erigierten Schwanz, der steil in die Höhe ragt und direkt in mich hineinrutscht. Ich bäume mich auf, versuche tunlichst seinen Blick auszuweichen, werfe meinen Kopf in den Nacken und er bewegt mich im Rhythmus auf und nieder.

Ich brauche keine fünf Stöße und ich bin da, wo er vor ein paar Minuten aufgehört hat, kurz vorm Orgasmus und ich kann nicht anders als laut aufzustöhnen.

Yunus, der das auf alle Fälle vermeiden will, Aufmerksamkeit erregen, hält mir den Mund zu. Er gibt erst nach, nachdem er auch mit mir gekommen ist.

Ich fühle mich schmutzig, klebrig und ich möchte unter die Dusche, bin aber noch unfähig mich zu bewegen, Yunus rollt von mir ab, ihm geht es wohl ähnlich. Ein süßer Duft hängt noch im Raum, unser Bettlaken fühlt sich eklig an, wie gut, dass wir heute weiterziehen. Ich werde das Laken selbst abziehen und Yunus bitten, es gleich zur Waschmaschine zu bringen.

Der neue Tag beginnt heftig, der Rest ist langsam, heute heißt es, erstmal Abschied nehmen von der Familie, etwas Ruhe und Erholung für uns, denn wir wurden hier permanent in Beschlag genommen. Sie sind alle sehr nett und sind sehr gastfreundlich, aber ich bin das einfach nicht gewohnt, ständigen Trubel um mich herum zu haben.

Nach dem ausgiebigen Frühstück machen wir uns reisefertig, Yunus will mit dem Zug weiter in den Süden fahren und die Zugfahrt dauert über fünf Stunden bis Isfahan.

Yunus bevorzugt eine helle, luftige, aber lange Hose, darüber ein weißes, schlichtes Leinenhemd. Ich möchte mich auch so luftig wie möglich anziehen, denn den doofen halblangen Mantel, der meine Knie züchtig bedeckt, ist mir schon genug.

Yunus sieht, was ich mir bereitgelegt habe, „Nein, nein, heute nicht, Du wirst den Tschador tragen!“ „Was?“ hab ich das richtig gehört? Ich soll mich verschleiern? Oh nein, jetzt fühle ich mich doch gefangen in diesem Land, ohne Rechte wie die Frauen in den Büchern, die über ihr Schicksal berichten. „Nein, Yunus, das kannst Du nicht von mir verlangen! Niemals werde ich mich schwarz verschleiern.“

„Doch, Du musst, wenn ich dir das sage!“

„Haha, Du willst mich nur testen oder Angst einjagen!“

„Nein, das ist mein Ernst!“

Das sagt Yunus in einem ganz ruhigen Ton und das macht mir Angst, wieder gehen mir Bilder von Gefangenschaft durch den Kopf. Ich fühle mich plötzlich ganz schwach und mir wird schlecht, wenn ich nur daran denke, an mein Schicksal, aus dem mich niemand herausholen kann.

„Du hast mir versprochen, dass ich den nicht tragen muss, Du hast mich angelogen, mich mit falschen Versprechungen hierhergelockt, Du hast gesagt, für eine Nicht-Muslima gelten die ganz strengen Vorschriften nicht und jetzt das?!“ Ich heule und hämmere wie eine Verrückte mit meinen Fäusten auf Yunus Brust ein.

„Das ist jetzt mit der Zugfahrt in den Süden was anderes, Du bist in keiner ausländischen Reisegruppe und wir entfernen uns von der Hauptstadt, die Menschen gehen davon aus, dass Du meine Frau bist und dann musst Du Dich fügen, so ist es nun mal mein Schatz, Du warst gestern auch wieder nachlässig mit Deinen Haaren, ich will kein Risiko eingehen, Du ziehst den Tschador drüber und fertig, keine Diskussion mehr!“

Ich bin entsetzt, ich fühle mich so hilflos, nicht mal meine Tränen können Yunus erweichen, im Gegenteil, seine Augen blitzen mich scharf an und ich lege meine Hände zum Schutz über mein Gesicht, man kann ja nie wissen.

Yunus zerrt mir die Hände von meinem Gesicht, „Jetzt hör mit dem Geheule auf, wenn Du so weitermachst, kannst Du den Schleier bis unter Deinen Augen ziehen, damit niemand sieht, wie dein Makeup verwischt ist.“

Immerhin, er holt mir ein kaltes, feuchtes Tuch, dass ich über meine Augen, die bereits angeschwollen sind, legen kann. Ich lenke ein, ich habe ja auch keine Wahl, versuche aber trotzdem mit Argumenten ihn umzustimmen.

„Aber Yunus, mir wird das viel zu heiß werden, ich bin das nicht gewohnt! Ich verspreche Dir, dass ich auf meine Haare in Zukunft mehr Acht geben werde, ich bitte Dich!“ Ich falle sogar vor ihm auf die Knie, ihn amüsiert das, das sehe ich an seinen Augen und mich ärgert das.

„Katharina, was ist daran so schwer zu verstehen?“

Ich schlucke den Kloß, der sich in meinem Hals gebildet hat, herunter und atme nochmals tief durch, „Gib schon her, das Monstrum!“

Was mustert er mich so, ich mühe mich ab, ich bräuchte fünf Hände, um mich korrekt anzuziehen.

„Wenigstens helfen könntest Du mir, ich habe doch keine Ahnung!“

Yunus sitzt nur da und lässt das Szenario auf sich wirken, war da nicht ein Grinsen, das über sein Gesicht huscht?

Er legt seinen Zeigefinger senkrecht über seinen Mund und stützt sein Kinn mit dem Daumen auf. Seine Augen blitzen.

„Was???“ frage ich ihn.

„Ich will ja kein Unmensch sein, zieh das, was Du darunter trägst wieder aus!“

„Yunus!!!Nein, machst Du Scherze, das geht doch nicht, das wird hier bestimmt bestraft und ich werde auf offener Straße ausgepeitscht!“

„Ist das nicht reizvoll für Dich?“

„Nein, nicht in dieser Situation, vielleicht bekomme ich auch Stockhiebe oder die stecken mich gleich ins Gefängnis!“

Er lacht mich aus, „Also heute früh haben Dir Stockhiebe glaube ich ganz gut gefallen, Du warst zumindest schön feucht, mehr als feucht!“

„Aber das war doch eine ganz andere Situation, ich will nicht in aller Öffentlichkeit von den Mullahs oder wie sie heißen gemaßregelt werden.“

„Wenn Dich hier einer maßregelt, dann bin ich das, Katharina! Was soll jetzt die ganze Diskussion, man könnte ja denken, Du willst Dich auf einmal unbedingt verschleiern?! Fühlst Du dich doch sicherer, wenn Du verhüllt bist, oder ist es die Angst, die dir im Nacken sitzt?“

„Beides!“

„Zieh es aus!“

„Nein, wenn ich etwas ausziehe, dann den Tschador“

„Nein, ich will Dich spüren können, der Tschador dient der Sicherheit, niemand wird unten drunter schauen, glaube mir, ich bin doch bei Dir!“

Ich bin schockiert und ich weiß nicht, ob er das ernst meint, ich fühle mich nicht wohl bei der Sache, dennoch ziehe ich mir meine knöchellange Jeans wieder aus und die Tunikabluse auch.

Dafür hilft mir Yunus jetzt doch beim Anziehen, das kann, so nackt wie ich darunter bin, unmöglich seine Mutter oder eine der Schwägerinnen machen.

„Zieh kein solches Gesicht, schau ganz normal, wenn wir uns unten verabschieden.“ ermahnt mich Yunus. Für die Familie ist das nichts Befremdliches, sie zupfen meinen Tschador zurecht und ich sterbe 1000 Tote dabei, dass sie nichts merken. Sie verabschieden sich herzlich von uns und freuen sich jetzt schon auf ein Wiedersehen in ein paar Tagen. Meine Kopfbedeckung hat sich wieder etwas gelockert, ich bin nicht geübt darin, es ständig mit den Händen festzuhalten. Yunus zieht die Stirn in Falten, seine Mutter schaut ihn sorgenvoll an, sein Kommentar, den ich nicht verstehe, weil er mit ihr auf Farsi spricht, klingt nicht sehr nett. Sie holt eine Sicherheitsnadel, Yunus legt selbst Hand an das Tuch und steckt es unter meinem Kinn mit der Sicherheitsnadel fest.

„Wir müssen uns jetzt beeilen“, Yunus schiebt mich aus dem Haus, denn auf der Straße wartet schon das Taxi.

Yunus unterhält sich mit dem Taxifahrer und ich erhasche noch den einen oder anderen Blick auf die Stadt, indem ich die ganze Zeit aus dem Fenster gucke. Sobald der Taxifahrer mich im Rückspiegel beobachtet, senke ich automatisch meinen Kopf nach unten, Mann, der soll auf die Straße schauen, auf den Verkehr achten und nicht mich permanent beobachten.

Am Bahnhof angekommen, bedankt sich Yunus mit einem Trinkgeld beim Fahrer, Yunus besorgt die Zugtickets und ich bin erstaunt darüber, wie sauber und komfortabel manche Züge hier sind.

Wir haben ein schönes, eigenes geschlossenes Abteil, in dem sogar ein Fernseher hängt. Yunus erklärt mir, dass die Perser gerne Fernsehschauen. Ich will mir hier aber die Gegend anschauen und nicht vollgedröhnt werden mit der lauten und schlechten Tonqualität von der man taub wird.

„Ja, nicht wundern, Iraner lieben Fernsehen!“

Die Zugfahrt ist viel besser, als ich mir das vorgestellt habe, aber wir fahren 1. Klasse, darin liegt wohl der Unterschied, es ist eine angenehme Fahrt. Reisen macht hungrig und obwohl es einen Speisewagen gibt, hat uns Yunus´ Mutter ein Lunchpaket mitgegeben.

Ich bin voll entspannt und nichts lenkt uns ab, Yunus erzählt noch von dem Land, er hat mir Zuhause nie recht viel über den Iran erzählt, da war das Land weit weg und er schon lange nicht mehr dort. Es ziehen Wüsten vorbei und kleine Dörfer, die aus Lehm gebaut sind. Ich bin ausgeschlafen und selbst als die Landschaft etwas eintönig wird, überfällt mich nicht der Schlaf. Yunus legt sachte seine Hand auf meine Beine und zieht mich an sich heran. Ich habe Angst, was, wenn das Jemand sieht? Ich bin froh, dass der Zug klimatisiert ist und ich nicht schon vom Dasitzen klatschnass werde. Yunus bohrt seinen Finger in das bisschen  Stoff, dass über meinen Schoß gelegt ist.                                                   Ich liebe seinen Finger, wenn er versucht damit, in mich einzudringen.                                                  „Yunus!“ ermahne ich ihn, jetzt bin ich es, die auf Sicherheit achtet, hat er mir die ganze Zeit was vorgemacht und die Sittenwächter sind gar nicht so streng? Ich kämpfe dagegen an, dass ich mich nicht völlig dem Finger hingebe und bitte ihn eindringlich seinen Finger aus mir zu nehmen. Er nimmt das mit Humor, er will mich nur ärgern und ich muss ständig auf der Hut sein, damit ich nicht zu viel Haut zeige.  Nach über 5 Stunden erreichen wir Isfahan, Yunus hat ein Zimmer in einem nicht allzu großen, aber schönen Hotel gemietet, die Kleiderordnung, die er mir aufgezwungen hat, muss ich beibehalten, dann geht es erstmal auf Entdeckungstour in die frühere Hauptstadt, das Juwel des persischen Reiches mit vielen religiösen und historischen Denkmälern der persischen Architektur, den Naqsch-e-Dschahan-Platz, der zweitgrößte öffentliche Platz der Welt. Er zeigt mir den Ali Qapou Palast, einem UNESCO Weltkulturerbe, haben einen unvergesslichen Blick auf den blühenden Park des Palastes und die Moschee des Scheichs.

So stelle ich mir den Orient vor, fremde Gerüche, andere Sprachen und andere Menschen. Isfahan ist eine der schönsten Städte im Orient mit ihren unzähligen, gut erhaltenen, prächtig verzierten Palästen und den blauen Moscheen mit Fliesenmosaiken. Ich möchte gar nicht ins Hotel, denn ich kann mich nicht sattsehen an all den Schönheiten, die die Stadt zu bieten hat. Da die Sonne schneller untergeht als bei uns, bleiben wir  bis nach Sonnenuntergang draußen. Siosepol ist wohl die schönste und bekannteste Brücke in der Stadt, sie schaut beleuchtet nochmals so schön aus und ist abends ein toller Treffpunkt für alle Einheimischen und Touristen, viele kleine Läden und Restaurants gibt es hier.

Es war ein toller, aufregender Tag, ich bin total verschwitzt und verstaubt und sehne mich nach einer Dusche im Hotel. Endlich kann ich den Tschador und alles, was dazu gehört wieder ablegen. Bis jetzt habe die Reise überhaupt nicht bereut und ich schäme mich fast dafür, dass ich mich so dagegen gewehrt habe.

„So, morgen trag ich den nicht mehr, der muss gewaschen werden, da waren heute etliche Touristinnen, die hell gekleidet waren und nur ein leichtes Tuch auf dem Kopf trugen.“

„Der trocknet schnell, ich wasche ihn dir schnell raus und was dein anderes Argument betrifft- die waren alle von einer Reisegruppe. Aber wenn Du unbedingt willst, bitte schön, kannst Du gerne haben, mal sehn wie lange Du durchhältst.“

Muss er immer das letzte Wort haben? Yunus schnappt sich bereits den Tschador und wäscht ihn mit Seife unter fließendem Wasser im Waschbecken aus.

„Jetzt hör mir mal gut zu, was ist daran so schwer zu verstehen, wie oft soll ich dir das noch alles erklären. Ich weiß wie die Menschen hier ticken und ich bin hier, um Urlaub zu machen, ich möchte Dir mein Land zeigen und Du gehst mir gehörig auf die Nerven mit Deiner Zickerei. So etwas kennt man bei den Frauen hier nicht, sie zeigen sich gefügig.“

Wie er sich schon ausdrückt! Wenn er so mit mir redet, komme ich mir total dumm vor, dabei soll er sich nur mal in meine Lage versetzen. Ich bin hier noch nicht angekommen, ich bin gehemmt, stehe irgendwie ständig wie unter Strom, es ist nicht einfach, mich in der Situation fallen zu lassen und mich ihm ganz hinzugeben.

„Entschuldigung Yunus, ich bin einfach noch nicht so weit, Du hättest mich besser vorbereiten müssen.“

„Nein, Du wärst nicht mitgeflogen, ich weiß es! Du ordnest Dich unter oder ich werde ungemütlich und das will ich eigentlich nicht im Urlaub und ich will mir die Zeit hier auch nicht von Dir zerstören lassen. Wenn Du mich aber provozierst und wenn Du dich weiterhin wie eine Zicke aufführst, dann kann ich nicht anders, verzeih mir! Oder willst Du mich provozieren? Dann lass es geschehen!“

Ich höre ihn aufmerksam zu, jedes einzelne Wort und er meint es ernst, ich weiß, wie er sein kann, wenn er ausflippt, dann ist kein Spaß mehr dabei. Aber welche Möglichkeiten hat er hier?

„Normalerweise…“ will ich erklären, doch Yunus lässt mich nicht ausreden: „Definiere normalerweise!“ Ich verdrehe unwillkürlich meine Augen.

Er sieht mich nicht dabei an, aber kann es sich denken, seelenruhig packt er seinen Koffer aus und hängt seine Sachen in den Kleiderschrank. Er ist ordentlich, das ist etwas, was ich nie mache- meinen Koffer ausräumen, wenn ich nur etwa zwei Nächte an einem Ort bin.

Ein Stich durchfährt mich, ganz selbstverständlich packt er einen Flogger aus und eine andere kurze Peitsche und legt sie sichtbar neben seinem Bett auf das Nachtkästchen.

Yunus & Katharina in Persien (Bastonade)

„Du brauchst es mal wieder, oder?“

„Was?“

Yunus lächelt-

„ Komm her, zieh dich aus, ganz …und leg dich über meinen Schoß, ich liebe Dich, wenn Du so unschuldig tust!“

„Aber Yunus, doch nicht hier, das geht doch nicht!“ flüstert Katharina.

„Wieso soll das nicht gehen?“ Yunus möchte sich von seinem Vorhaben nicht abbringen lassen und grinst weiter.

„Na gleich da unten rennen deine Nichten herum und deine Familie!“

„Das ist nicht dein Problem, komm her!“

„Ich kann das nicht!“

„OK, wenn Du nicht willst, dann hole ich dich eben!“ in zwei Schritten ist  er bei Katharina, packt sie und wirft sie auf´s Bett. Katharina macht sich steif, sie kann sich nicht gehen lassen, sofort rollt sie sich zusammen und will wieder aufstehen.

Yunus hält sie fest und zieht sie aus, viel hat sie gerade eh nicht an. Ein Quieken unterdrückt er indem er ihren Mund zuhält. Auf dem Tisch steht ein Obstteller und so ein Pfirsich passt genau in Katharinas Mund.

Katharina hat nun keine Chance mehr zu schreien, Yunus amüsiert sich über den Anblick, der Saft des reifen Pfirsichs läuft ihr aus den Mundwinkeln am Gesicht herunter, alles klebt, doch das stört ihn nicht. Katharina reißt ihre Augen ganz weit auf und sie schüttelt heftig ihren Kopf. Yunus hält Katharina fest im Griff, hält ihre Arme fest umklammert und mit der anderen Hand klatscht er unverfroren auf ihren nackten Hintern. Katharina bäumt sich auf, bringt aber kein Wort heraus, Yunus zieht ihren Kopf an den Haaren hoch und schleudert sie herum.

 Katharinas  Gesicht ist verklebt, er leckt ihr den süßen Saft genüsslich mit seiner Zunge ab, seine Bettwäsche ist verschmiert und das gelbe Pfirsichfleisch ist überall verteilt. Er klatscht ihr ein zweites Mal auf den Hintern, Katharina versucht sich zu befreien, indem sie sich wie ein Wurm aus seiner Umklammerung lösen will. Noch 2x schafft er es seine Hand auf Katharinas Hinterteil klatschen zu lassen, dann löst sich der Pfirsich völlig auf.

„Katharina entspann dich, was bist Du heute so verkrampft?“

„Ich hab gesagt dass ich das hier nicht will und nicht kann!“

„Du weißt schon, in welchem Land Du dich gerade befindest, oder?“

„Ja, natürlich und hier haben Frauen nichts zu melden!“

„Da weißt Du aber nur die Hälfte, Frauen haben sehr wohl was zu sagen und zwar zuhause, bei der Kindererziehung und in den eigenen vier Wänden, schau meine Mutter an!

Aber das meine ich eigentlich nicht, Frauen MÜSSEN!!! hier ihrem Mann gehorsam sein, sie müssen für ihren Mann da sein, wenn der Mann Lust auf Erleichterung verspürt, dann muss sie ihm zur Verfügung stehen. Ausnahme ist vielleicht, wenn sie ihre Periode hat und deshalb ist es ihm auch gestattet, mehrere Frauen zu haben, so einfach ist das.

Und wenn das Weib nicht willig ist, dann darf er sich das, wenn nötig mit Gewalt holen!“

„Yunus, Du machst mir Angst, das ist kein Spiel mehr!“

Yunus Gesichtsausdruck wird plötzlich ernst und nachdenklich, „ja da hast Du Recht!“

Schweigend sitzen sich Beide gegenüber, Katharina zittert am ganzen Körper.

„Ich will nach Hause!“

„Das geht nicht und das weißt Du! Es ist die Pflicht der Männer ihre Frauen zu erziehen und es gibt bestimmte Werkzeuge dafür, es gibt Rituale, es gibt uns das Recht, auch in der Öffentlichkeit.“

„Das ist kein Spiel!“

„Nein, das ist bitterer Ernst und was ich dir damit eigentlich nur sagen möchte ist, dass es niemanden kümmern würde, was ich mit dir mache, eher, was ich nicht mit dir mache!“

„Das macht es nicht einfacher, wie komme ich mir denn da vor?“

„Katharina, das ist normal hier!“

„Aber wirst Du wie einer von hier sein?“

„Ach Quatsch, ich werde hier zwar anders sein, aber wenn es kein Spiel ist, macht es mir keinen Spaß oder denkst Du etwa, dass es mir Spaß machen könnte, wenn ich weiß, dass es dich nicht erregt und du keinen Kitzel, keinen Spaß daran hast? Nein! Aber Du musst mir auch hier vertrauen und Du musst verstehen, dass ich hier mein Gesicht wahren muss.“

Katharina versteht das alles nicht so ganz und ist noch dementsprechend angespannt. Yunus, der sie zurückholen will, nimmt Katharina, zieht sie ganz nah an sich heran und während sich Katharina in Sicherheit wiegt, lässt Yunus seine Hand auf ihren immer noch nackten Po klatschen.

Yunus entschuldigt sich, nicht mit Worten, sondern er umschließt sie ganz fest mit seinen Armen. Katharina vergräbt ihr Gesicht in seinen Armen, sie möchte ihn nicht ansehen, sie sind nun eins, sie bilden eine Einheit und sie haben gar nicht gemerkt, dass Jemand an der Tür klopft. Die zwei Nichten stehen plötzlich im Zimmer, sie haben ein Herein nicht abgewartet.

„Das Frühstück ist fertig!“ Die Beiden schauen nicht irritiert, weil sie gehört haben könnten, was in dem Zimmer gerade vorging, nein sie sind irritiert, weil sie Katharina völlig nackt sehen, sie haben noch nie eine erwachsene Frau nackt gesehen.

Katharina erschrickt fürchterlich und zieht sich die Decke bis unters Kinn. Yunus der das alles überspielt, schickt die Mädchen hinaus, „10 Minuten noch, dann kommen wir!“

Er holt eine weiße Porzellanschale, mit angenehm, warmen Wasser darin und nutzt die Gelegenheit, Katharinas zartes, verklebtes Gesicht mit einem duftenden Lappen zu waschen.

Er seift sie ein, ganz zärtlich von oben nach unten, sie nimmt ihm das Tuch ab und seift damit ebenfalls seine weichen Stellen ein. Er lächelt sie an, sie entdeckt ganz neue Seiten an ihn, fern ihrer Heimat und fern des Alltags, den Kopf frei von Beruf und Arbeit. Katharina gewinnt an Vertrauen in dieses Land mit Yunus. Aber dennoch schade um das abrupte Ende des Morgens im Schlafzimmer, sie werden heute wahrscheinlich keine Zweisamkeit mehr genießen können.

Katharina staunt nicht schlecht als sie den reichlich gedeckten Frühstückstisch sieht und sie plagt ein schlechtes Gewissen, wenn sie nicht alle fremdartigen Köstlichkeiten probiert hat. Es gibt Fladenbrot, gefüllte Teigtaschen mit Gemüse, Omelett mit Honig, Obst, Gurken, Oliven, Melonen und Walnüsse und natürlich Tee.

Die Zeit vergeht wie im Flug, Soraya und Leila haben es eilig mit Katharina in die Stadt zu kommen, sie haben so viel vor und möchten ihr soviel zeigen, Yunus fungiert als Übersetzer und begleitet selbstverständlich die Damen bei ihrem Ausflug, ohne einen männlichen Begleiter gäbe es eh Probleme.

Katharina hat Probleme mit dem Aufsetzen des Kopftuches, immer wieder rutschen ihr einzelne, blonde Strähnen heraus, die Frauen wissen, wie sie mit Tüchern und Haarspangen die Haare in Schach halten können. Sie sind zufrieden und Yunus auch, nur Katharina fühlt sich unwohl, es ist ihr zu warm und sie hat das Gefühl angestarrt zu werden. Dies prophezeite ihr Yunus bereits, dass es so kommen könnte.

Yunus begleitet die drei Frauen bis zum Nagelstudio, er geht aber nicht mit hinein, das wird nicht gerne gesehen, das ist ein Frauenreich und die Frauen möchten gerne unter sich bleiben. Sie verabreden sich später wieder zum Abholen und dann geht’s auf Sightseeing Tour in Teheran.

Für Katharina ist der Besuch wie eine kleine Wellnessbehandlung , sie hat noch nie ihre Nägel modellieren lassen, auch braucht sie in Deutschland keine Auszeit unter Frauen. Die Frauen hier legen aber trotzdem sehr großen Wert auf gepflegte Hände und stark geschminkte Augen. Im Studio werden auch die Kopftücher und Hijabs gelockert, es stört hier niemanden, die Männer sind ausgeschlossen. Die Frauen und Mädchen dort bewundern Katharinas blondes Haar und fast alle möchten es mal anfassen. Katharina versteht sie auch ohne der Sprache, die Gestik mit Händen und Füßen verstehen alle.

Nach etwa 1,5 Stunden erscheint Yunus vor dem Geschäft, er traut sich aber nicht hinein, er macht  durch wildes Gestikulieren auf sich aufmerksam.

Die Frauen sind glücklich und ausgelassen, Yunus bemängelt bei allen dreien, dass zuviel Haare herausschauen, Katharina aber schärft er ein, wenn sie ihre Haare nicht ordentlich versteckt, dann müsse sie auch eine Hijab tragen oder gleich einen Tschador.

Katharina schaut zu Boden, Soraya und Leila verstehen zwar kein Wort Deutsch, aber sie merken gleich, was Yunus Unmut heraufbeschworen hat und versuchen auf Persisch Katharina in Schutz zu nehmen und nehmen die Schuld auf sich.

Yunus nickt, gibt sich zufrieden, aber sein Gesichtsausdruck bleibt eisern.

Er winkt ein Taxi heran und die Fahrt geht wieder in der Norden Teherans zum Golestan Palast.

Die Palastanlage ist sehr schön, eine Oase mitten in der Stadt mit einer schönen Parkanlage und einem Cafe`. Der Golestanpalast ist ein ehemaliger Regierungspalast mit 17 Gebäuden, die Wände sind aufwendig mit Fliesenmosaiken verziert. Yunus weiß viel darüber zu erzählen und Katharina ist beeindruckt, im Anschluss lädt er die drei Damen ins Cafe´ein.

Ein Besuch im großen Bazar darf bei einem Besuch in Teheran auch nicht fehlen, er ist unbeschreiblich groß, viele Gänge und Gassen wie ein Irrgarten, es herrscht ein buntes Treiben mit den verschiedensten Gerüchen, handgewebten Teppiche aus Seide, Früchte, Gewürzen, Essensständen, es gibt viele kleine Geschäfte, eine Atmosphäre wie bei 1000 und einer Nacht. Katharina fühlt sich verzaubert, die Zeit vergeht durch das Schauen sehr schnell und am späten Nachmittag haben sie nicht mal bemerkt, dass sie über vier Stunden in dem Bazar waren. Während der Rush-Hour dauert die Fahrt mit dem Taxi eine Stunde bis sie wieder Zuhause sind.

Ein großer, gedeckter Tisch erwartet sie mit frischen Früchten, süßen Kuchen und gesüßten Tee. Katharina ist hinterher satt, in zwei Stunden gibt es ein Abendessen, dass sie nicht ausschlagen darf, denn das wäre unhöflich.

Von der Anstrengung des Großstadttreibens sind alle recht müde und Katharina hofft insgeheim, dass der Abend mit der Familie nicht so lange dauert. Sie ist froh darüber, dass Yunus das auch so sieht und sich mit ihr ins Schlafgemach zurückzieht. Erschöpft lassen sie sich ins Bett zurückfallen, soviele neue Eindrücke machen müde, Katharina schafft es gerade noch so, ihren Rock und das Kopftuch auszuziehen und schläft binnen Sekunden ein.

Irgendwann wacht sie auf und spürt einen leichten Druck auf ihrer Klitoris. Es ist der schlafende Yunus neben ihr, er ist wohl eingeschlafen, während sich sein Finger noch in die feuchte Klit bohren wollte. Katharina möchte sich gar nicht bewegen, zu schön und zu angenehm fühlt sich das an, sie dreht sich zurecht und mit rhythmischen Bewegungen fickt sie Yunus Finger.

Natürlich wird Yunus davon wach und nimmt dies als eine Einladung wahr, er zieht seinen Finger heraus, bohrt ihn wieder tiefer in Katharinas Möse ein, es geht ein ganzes Weilchen so und Katharina nimmt das so hin. Sie sprechen nicht miteinander, liegen einfach nur beinahe regungslos da und spielen mit den anderen Körperöffnungen.

Als Katharina kurz vorm Orgasmus ist, hält er inne und zieht seinen Finger heraus, mit einem Mal ist er wach und seine Energie ist zurück. Im Handumdrehen legt er Katharina bauchwärts auf das Bett, er legt sich quer über sie und greift nach unten, unters Bett, er hat da irgendetwas deponiert.

Katharina kann es nicht richtig sehen, ist aber aufgeregt, aber auch enttäuscht, weil er kurz vor dem Höhepunkt aufgehört hat.

Yunus bindet ihre Füße an ihren Knöcheln zusammen.

„Hilfe“ ruft Katharina, sie kann sich kaum mehr bewegen und das „Hilfe“ kommt aus Versehen aus ihren Mund. Sie bleibt bauchwärts liegen, kann nur die Unterschenkel auf und ab bewegen. Yunus zwingt sie den Mund aufzumachen und schiebt ihr einen kleinen Ball in den Mund, den er ihr am Hinterkopf mit einem Riemen festschnallen kann, ihre Hände bindet er ebenfalls an den Handgelenken zusammen. Yunus schaltet leichte, laszive Musik an.

„Du bleibst jetzt ganz ruhig liegen, Du wirst Dich nicht bewegen, ich komme gleich wieder!“

Yunus verlässt kurz den Raum und kommt wieder mit einer kleinen Messingschale in der Hand, Katharina kann nicht erkennen, was sich darin verbirgt.

Katharina versucht zu zappeln, will sich freistrampeln, doch Yunus zieht den Riemen nur noch fester zusammen. Katharina hält diese Spannung kaum noch aus, es ist nur schwer zu durchstehen und sie hat keine Ahnung, was er weiter mit ihr vorhat.

Plötzlich zieht sich Katharina zusammen, Yunus lässt einen Eiswürfel über ihre Zehen wandern, er lässt den Würfel weiter über ihren Ballen ganz langsam bis zu den Sohlen gleiten. Sie möchte schreien, kann es aber nicht, zu widerstehen ist schier unmöglich, sie möchte sich aufbäumen, sie will sich bewegen, will schreien, sie glaubt fast zu zerspringen, es ist nicht auszuhalten, es ist irre.

Yunus macht einfach weiter, lässt sich nicht beirren, der Eiswürfel ist aber schon kleiner geworden.

Katharina wird immer unruhiger, sie kann es kaum mehr aushalten, Yunus legt den Rest des Eiswürfels weg, beugt sich herunter an ihren Füßen, spielt mit seiner Zunge zwischen ihren Zehen, knabbert an den Fußspitzen, leckt die Zunge über die Fußsohlen, macht eine Pause und Katharina verliert fast den Verstand. Sie hält ihre Augen geschlossen, um besser genießen zu können und dann der Schlag…

Der zwar laut ist, aber nicht so arg schmerzt, wie der Aufklatschlaut vermuten lässt.

Katharina will mehr davon, kann es nicht erwarten, Yunus wartet ab. Er streicht ihr mit einer Feder über die Füße, Katharina vergeht vor Verlangen nach mehr. Es kitzelt nun leicht, dann der nächste Schlag und ein Aufbäumen und Erstickungslaut von Katharina.

Katharina will mehr, der Schmerz macht sie süchtig, süchtig nach mehr, es ist Folter, es ist eine Tortur, was er mit ihr macht.

Katharina vertraut ihn, es ist ein angenehmer Schmerz, wohl dosiert, Yunus wartet wieder ab, schaut sich Katharina an, wie weit er gehen kann, wie heftig er zuschlagen kann.

Sie bibbert, ihr Herzschlag pocht bis zu ihrer Halsschlagader, sie vibriert, sie keucht.

Yunus nimmt ihr den Ball aus dem Mund, Katharina ist nass geschwitzt von der Aufregung und den Qualen. Yunus fängt sie auf, sie klammert sich an ihn, ihr ganzer Körper vibriert, kann er es noch wagen, sie auf seinem Schwanz zu platzieren?

Yunus & Katharina- Der Neuanfang III

„Nein!“ schreit Katharina laut durch den Gang, die Menschenmenge schaut sich fragend um, wieder schreit Katharina laut ein deutliches Nein. Missbilligend schauen die anderen Mitreisenden Yunus und Katharina an. Katharina wirkt panisch, der Schreck steht ihr im Gesicht, Yunus, dem das sichtlich peinlich ist, versucht die Situation zu retten, in dem er sie an sich zieht, er presst seinen Mund auf ihren, damit sie nicht ein drittes mal schreit. Allen Konventionen zum Trotz küsst er sie lang und innig in der Öffentlichkeit. Sie hat keine Chance sich loszureißen und Yunus flüstert ihr zu: „Du brauchst keine Angst zu haben, wir machen eine Rundreise wie viele andere Touristen auch und in 10 Tagen sind wir wieder hier, es wird dir gefallen, aber wenn ich das vorher gesagt hätte, wärst Du vielleicht nicht mit. So und jetzt benimm Dich, sonst…!“

Katharina versucht sich zu beruhigen, ihr Puls ist auf 180, Yunus legt überaus zärtlich seinen Arm um ihre Schulter und als er in ihre glitzernden Augen sieht, zieht er sie erneut an sich heran, um ihre Tränen weg zu küssen.

„Mir ist so schlecht, ich brauche eine Toilette.“

„Nein, das bildest Du dir nur ein, das ist alles nur psychisch, was Du jetzt abziehst, vertrau mir!“

„Das sagst Du so einfach, in dem Fall kann ich das nicht, ich vertraue Dir ja, ehrlich, aber das haben andere auch schon, mir gehen Sachen durch den Kopf von Verschleppungen, Entführungen und so.“ Yunus muss lachen, „Nein, ich möchte dir nur meine Heimat zeigen, ich habe hier doch Arbeit, ich bin doch schon viel zu lange weg. Wir machen nur eine Reise! Und wir fliegen weder in den Irak, noch nach Afghanistan!“

Die Stewardess schaut Katharina sorgenvoll an, als Yunus die beiden Bordkarten und die Ausweise vorzeigt. „Sie hat wahnsinnige Flugangst, verstehen sie!“

Die Stewardess nickt, „Ich wünsche Ihnen trotzdem einen guten Flug und einen angenehmen Aufenthalt.“

Sie nehmen Platz in ihren Sitzplätzen, Yunus verstaut eine Tasche oben und eine lässt er unten zwischen seinen Beinen stehen. „Ich werde dich noch etwas vorbereiten, ein paar einfache Wörter beibringen, wir haben ja ein paar Stunden Zeit und ich werde dir von der Reise erzählen.“

„Ich weiß nicht, ob ich dazu aufnahmefähig bin, ich hab solche Angst!“

„Du kannst mir vertrauen!“

„Ich habe Angst vor dem, was mich erwartet und ich habe Angst vor diesem Land!“

Yunus streichelt ihr zärtlich über den Kopf, er zeigt sich von seiner Schokoladenseite. „Andere geben ein Vermögen für eine Persien-Rundreise aus, mit mir bekommst Du das exklusiv und völlig umsonst. Meine Mutter hat Geburtstag, sie freut sich sehr, dass ich mal wieder kommen werde, und sie freut sich auf Dich. Ich kann meine Brüder treffen, wir werden nach Isfahan fahren, nach Schiraz, in ein paar Wüstendörfer und vielleicht auf eine kleine Insel, Du wirst staunen.“

Er versucht alles dafür zu tun, sie im Flugzeug positiv auf sein Heimatland zu stimmen und um sie zu besänftigen, er zeigt ihr Bilder aus einem Reiseführer und er zeigt ihr Bilder von seiner Familie. Sie werden mit einer Mahlzeit unterbrochen, es gibt das obligatorische Hühnchenfleisch mit Safranreis und Gemüse, das variiert je nach Fluggesellschaft. Aufgrund der vielen Muslime an Board wird aufs Schweinefleisch verzichtet.

Dazu wie immer Orangensaft, wahlweise extra Tomatensaft oder Softdrinks, es werden keine alkoholischen Getränke ausgegeben, Katharina hätte nichts dagegen, sie würde einiges dafür zahlen, es würde ihre Stimmung heben und ihren Schmerz betäuben.

Yunus macht sie über weitere Gepflogenheiten vertraut, er holt aus seiner Tasche ein marineblaues Seidentuch heraus. „Sobald wir iranischen Boden betreten, wirst Du das Kopftuch aufsetzten, es passt gut zu deinen Augen.“

Katharina schaut entsetzt: „Ich will das nicht!“ Doch Yunus versucht sie weiterhin zu beruhigen.

„Es ist kein schwarzes und es ist nur ein Kopftuch, keine Burka oder Tschador, Du kannst das Tuch locker um deine Haare und deinen Hals hängen. Du musst es nur anlegen, wenn wir gelandet sind und iranischen Boden betreten. Das Gesetz will es so und ich möchte nicht, dass wir Schwierigkeiten bekommen.“

„Aber ich bin doch keine Muslima?!“

„Das macht nichts, Du wirst froh sein, wenn Du deine Haare bedecken kannst, Jeder wird versuchen daran zu fassen oder sie werden dich anstarren. Du musst keinen langen Mantel tragen als Touristin, da sehen die darüber hinweg, aber ich habe dir eine lange Tunika und einen bunten Kaftan eingepackt.“

Katharina will aufbegehren, schafft es aber gerade so noch sich zusammen zu reißen und in ihr altes Rollenmuster zu schlüpfen und Yunus blind zu vertrauen, sie sinkt in ihrem Flugzeugsitz zurück.

„Du wirst sehen, alle Frauen tragen dann so etwas, als Schutz, die werden nicht alle unterdrückt, es gibt ihnen in diesem Land etwas Geborgenheit und sie tragen es selbstbewusst.

Ich möchte nur, alles griffbereit haben, aber sobald wir das Flugzeug verlassen, bedeckst Du deine Haare, mein Bruder wird uns vom Flughafen abholen.“

Katharina versucht noch etwas zu dösen, durch die Ansage, dass das Flugzeug zum Landeanflug ansetzt und man sich nun wieder anschnallen muss, wird sie wieder aus ihren Träumen geweckt.

Sie fühlt sich kein bisschen besser, Yunus Bemühungen waren nicht ausreichend. Noch bevor sie sich aus ihren Flugzeugsitzen schälen, legt ihr Yunus das Kopftuch um die Haare, sie fühlt sich fremd und verloren, schon jetzt, obwohl sie noch nicht mal iranischen Boden berührt hat.

Von der schönen, stark geschminkten Frau, die ihr im Wartebereich aufgefallen ist, sind nur noch die Augen zu erkennen, ihre schwarzen, glänzenden Haare sind nun versteckt, ihr ganzer auffälliger Goldschmuck ist verdeckt, doch sie zwinkert ihr noch einmal aufmunternd zu. In der Enge der Gangway drängt sie sich an ihr vorbei und flüstert ihr etwas ins Ohr. Katharina kann es nicht richtig verstehen, sie ist es nicht gewohnt, dass ihre Ohren verdeckt sind, aber die Fremde steckt er unauffällig einen kleinen Zettel zu.

Katharina faltet den Zettel auseinander und späht flüchtig darauf, es ist eine Telefonnummer mit einem Namen, darunter steht, falls Sie mal Hilfe brauchen, ich spreche Ihre Sprache.

Yunus, dem dieser kurze Austausch nicht verborgen blieb, zieht ärgerlich seine Augenbraue zusammen. „Was war das eben? Was hat diese fremde Frau eben zu Dir gesagt? Und was hat sie Dir gegeben?“

„Oh Yunus, sie hat mir nur eine gute Reise gewünscht, sie konnte Deutsch!“

„Das glaube ich nicht, was hat sie Dir gegeben?“

„Ach nichts von Bedeutung, einen Zettel nur mit ihrer Nummer!“

„Das ist Quatsch, gib den her, wer weiß was die will, Du kannst hier nicht jeden trauen, gib mir den Zettel!“

Katharina will ihn eigentlich nicht hergeben, aber sie macht sich keine weiteren Gedanken darüber und reicht ihn pflichtbewusst Yunus, während sie wie ein unschuldiges Schulmädchen auf den Boden starrt.

„Yunus, gib ihn mir wieder, ich könnte sie nach der Rückkehr in Deutschland kontaktieren und mehr über Euer Land erfahren.“

Yunus glaubt ihr kein Wort, grinst sie hämisch an, zerreißt den Zettel und wirft ihn weg. Katharina ist entsetzt über Yunus, er hat ihr die einzige Sicherheit genommen, die sie in diesem Land hatte.

Katharina unterdrückt ihren Ärger, sie macht gute Mine zu bösem Spiel, sie will sich nicht gleich wieder Ärger mit Yunus einhandeln.

In der Menge laufen sie den anderen Passagieren hinterher zur Passkontrolle. Yunus wirkt an dieser Stelle etwas nervös und zu seinem Pass legt er noch  andere Einreisebelege hin, alle auf persisch, von deren Formalitäten Katharina nicht die geringste Ahnung hat. Er richtet nochmals ihr Kopftuch, damit kein einziges, blondes Haar hervorschaut und nachdem der ernst dreinblickende Mann sehr aufmerksam die beiden Pässe durchgesehen hat, sie mit diversen Stempeln versehen hat, schiebt er Yunus die beiden Pässe zu, Katharina würdigt er keines Blickes, sie wird auch nicht begrüßt.

Yunus steckt ganz selbstverständlich die beiden Ausweise ein. „Vermeide den Blickkontakt zu Männern, es gehört sich nicht und kann falsch verstanden werden.“

Die Abwicklung in der Einreisebehörde zieht sich ziemlich in die Länge, man könnte fast meinen, es wäre Schikane. Endlich dürfen sie zum Gepäckband mit der Kofferausgabe.

Von nun an, lässt er Katharina nicht mehr aus den Augen, selbst als er am Gepäckband die Koffer sieht, als sie wie ausgespuckt hinter der schwarzen Abdeckung erscheinen, lässt er ihre Hand nicht mehr los und zieht sie hinter sich her.

„Yunus ich muss jetzt dringend zur Toilette, ist das machbar?“

„Natürlich, komm mit!“ Er zeigt ihr den Weg und bleibt wie andere Männer auch, direkt vor der Tür stehen.

Katharina wird sich ihrer Lage wieder bewusst, sie ist einem völlig fremden Land, in dem die Frau kaum Rechte hat, sie hat weder Kontaktadressen, auch kein Ticket für einen Rückflug und sogar ihren Pass hat noch Yunus in seiner Tasche.

Sie lässt sich absichtlich etwas Zeit, überprüft ihr Spiegelbild, ordnet ihre Haare neu und zupft sich einzelne Strähnen in die Stirn, weil ihr das besser gefällt.

Wieder in der Flugzeughalle angekommen, steht Yunus immer noch an gleicher Stelle und herrscht sie an, weil sie so lange gebraucht hat. Katharina versucht sich zu verteidigen, da soviel los war.

„Ich habe Frauen gesehen, die nach Dir reingegangen sind und vor Dir wieder herausgekommen sind!“

„Amin, mein Bruder wartet schon! Und wie siehst Du schon wieder aus? Die starren schon!“

„Yunus, ich glaube ich will wieder heim, ich finde das jetzt schon furchtbar anstrengend mit all den Regeln und Gebräuchen!“

Doch Yunus schaut sie nur streng an und packt ihr Handgelenk noch fester. „ Ich werde Dich als meine Verlobte vorstellen müssen, sonst dürften wir weder in einem Zimmer essen, noch reisen und nicht mal gemeinsam an einem Tisch essen. Deinen Pass behalte ich ein, den führe ich immer bei mir, als Zeichen unserer Verbundenheit, im Iran ist der Mann für solche Sachen zuständig und trägt die Verantwortung. Als Frau hast Du nur die Verantwortung Zuhause in der Küche, das ist ihr Reich und die Kindererziehung, verstehst Du?“

„Ich bekomme meinen Pass nicht zurück?“ „Nein, vorerst nicht, es wird dich hier nie jemand danach fragen, Du darfst nur in Begleitung eines Mannes, eines Verwandten, Ehemann, Bruder, Vater etc. reisen. Ich bin nun voll für dich verantwortlich!“

Als sie durch die automatische Magnettür durchlaufen, gestikuliert von weitem schon Amin, sein Bruder, eine gewisse Ähnlichkeit ist sofort zu erkennen, Yunus umarmt seinen Bruder herzlich und Amin reicht Katharina freundschaftlich mit festem Händedruck die Hand.

„Salaam – khosh amadid!“

Sie nickt und begrüßt ihn ebenfalls, wie sie es von Yunus gelernt hat. Die beiden Brüder haben sich viel zu erzählen, sie versteht natürlich kein Wort, bis sich Amin in Deutsch an sie wendet.

Katharina  ist überrascht, wie gut sein Deutsch ist und zu gleich ist sie erleichtert, dass noch jemand aus der Familie ihre Sprache spricht, sie fühlt sich gleich viel sicherer.

Auch weiß Amin davon, dass Yunus etwas herumreisen will, auch dass gibt ihr die Sicherheit die sich braucht.

Die Fahrt vom Flughafen ins Stadtzentrum dauert rund 40 Minuten, die Straßen sind staubig, die Luft ist heiß und Katharina würde sich am liebsten ihrer Kleidung entledigen. Wie es in südlichen Ländern üblich ist, dreht Amin das Autoradio so laut auf, dass es nur noch brummt. Es wird kühl im Auto, denn er hat die Klimaanlage bis zum Anschlag aufgedreht, jetzt ist sie froh, dass sie lange Hosen und eine lange Bluse an hat. Das Kopftuch nimmt sie ab und benutzt es als Halstuch, denn sie ist Zugluftempfindlich. Amin begutachtet sie über den Rückspiegel und seine Augen sind mehr auf dem Rückspiegel gerichtet, als auf die Straße vor ihm.

Yunus entgeht das nicht und er ermahnt seinen Bruder gefälligst auf den Verkehr zu achten und seine Augen vorne zu behalten. Yunus dreht sich um und ermahnt nun Katharina ihr Kopftuch ordentlich aufzusetzen und das nicht besonders nett.

„Es ist mir zu kalt Yunus, was denkst Du, wie es hier hinten zieht, ich habe keine Lust mir eine Erkältung zu holen.“ Daraufhin dreht er an den Regler der Klimaanlage, im Handschuhfach findet er noch einen leichten Schal und reicht ihn ihr.

Katharina bestaunt die Häuser und die Straßen und die Kinder, die zwischen all den Staub und Dreck auf der Straße spielen, dazwischen gibt es immer kleine Läden, deren Eingänge kaum zu sehen sind, weil sie zugehängt sind mit getrocknetem Gemüse, Fleisch und auch gemusterten Kaftans in gedeckten Farben, wie sie hier häufig von den Frauen getragen werden.

Die Luft flimmert, was nur vermuten lässt, wie heiß die Luft außerhalb des Autos ist. Auf dem Weg gibt es einige kleine Moscheen, in denen die Gläubigen in schwarz gehüllt von Kopf bis Fuß hineilen.

Katharina wird immer stiller, sie kann nicht genug davon haben, sich die fremde Stadt anzusehen, Amin dreht den Radio etwas leiser, damit er den Gesang des Muezzin besser hören kann.

Sie fühlt sich nun wie im Orient, fast so wie man es sich vorstellt. Der erste Schrecken, die erste Angst ist verraucht, bis jetzt kommt es ihr nicht gefährlich vor, die Straßen sind voll Menschen, Gläubige, Männer in abgewetzten Jackets, wie sie vor den winzigen Kneipen sitzen und in ihrem Tee rühren, Zigarettenrauchend, aber immer ohne Frauen, die sieht man hier nicht. Hier sind die Männer unter sich.

Nach  einer gefühlten Ewigkeit biegt er in eine Einfahrt ein, hier sind die Häuser etwas größer, die Straßen etwas besser und sogar Blumenkübel schmücken  manche Gebäude.

Katharina ist sehr aufgeregt, Yunus aber auch, zu lange war er nicht mehr hier, wie sehr werden sich seine Mutter und die anderen der Familie verändert haben und wie werden sie auf Katharina reagieren? Amin´s Urteil fällt positiv aus, aber er hat ja sogar mal ein paar Semester in Deutschland studiert, für ihn ist sie nicht völlig fremd. Er ist es auch, der abwinkt, als Yunus Katharinas Kopftuch richtet. Klar, er hatte auch Stielaugen und welchen Mann gefällt es nicht, wenn er ein paar helle Strähnen sehen kann.

Die Familie rennt schon aus dem Haus heraus, als sie das parkende Auto von Amin sehen, sie fallen sich alle herzlich um den Hals, aber keiner der Männer wagt es, Katharina länger anzuschauen. Sie werden ins Haus gebeten, zwei große Tafeln stehen voll von allerhand Köstlichkeiten, ein Tisch ist für die Männer bestimmt und ein anderer für die Frauen.

Katharina würde sich in der Männerrunde wohler fühlen, denn die Frauen sprechen wild durcheinander in Farsi oder Persisch, keine einzige kann Englisch, geschweige denn Deutsch.

Katharina sitzt etwas verloren zwischen den Frauen von Yunus Familie, eine Schwägerin fragt Yunus, ob sie Katharina mit nach draußen nehmen dürfe, um ihr die Straße und die kleine Grünanlage vor der Moschee zu zeigen. Yunus möchte es nicht und verbietet es den Frauen. Für die Frauen zählt das Wort des Mannes und sie haben kein Problem damit, dass sie das Haus nicht verlassen dürfen ohne Einverständnis der Männer. Katharina wäre so gerne etwas hinaus gegangen, um diesen Pulk aus Gerüchen und Lärm zu entfliehen. Sie will es nicht glauben, dass sie nicht einfach so hinaus gehen kann und versucht zu widersprechen, doch Yunus sagt ein deutliches Nein und daran muss sie sich hier halten. Eine der Frauen springt hoch: „Er hat ja recht, Ihr habt ja noch nicht mal Eure Schlafzimmer gesehen!“

Auch das ist eine willkommene Abwechslung und sie folgen Soraya der Schwägerin. Das Haus ist innen und außen cremefarbig gehalten, den Treppenaufgang zieren verschnörkelte Geländer. Im oberen Teil des Hauses sind Gästezimmer untergebracht. Soraya zeigt zuerst das Zimmer, das für Yunus bestimmt ist und dann erst das für Katharina, die etwas verdutzt schaut.

Yunus erklärt seiner Schwägerin, dass er mit Katharina in einem Zimmer schläft, denn schließlich sind sie fast verheiratet und leben in Deutschland, da gibt es keine Geschlechtertrennung wenn man noch nicht verheiratet ist. Soraya lacht etwas verlegen und zuckt mit den Schultern, was soviel heißt, dass es ihr eigentlich egal sei.

Katharina ist erleichtert darüber, sie stellt ihre Sachen mit in dem größeren Zimmer ab und Yunus deutet Soraya, dass er jetzt gerne mit Katharina alleine sein möchte.

Als die Tür ins Schloss fällt, atmet sie erleichtert auf und Yunus nimmt sie fest an sich gedrückt in seine Arme. „Na, bis jetzt hast Du dich ja ganz tapfer geschlagen, nur das mit dem Kopftuch, den Hijab, das muss noch besser werden!“

„Ich würde jetzt gerne doch etwas hinausgehen, nur ein kleiner Spaziergang um den Block, um die nähere Umgebung kennen zu lernen.“

„Das wirst Du noch, Katharina, Soraya und Leila würden dich morgen gerne mit zur Maniküre nehmen, die haben Deine Nägel gesehen und wollen sie verschönern.“

„Wozu denn das? Haben die hier sonst keine Probleme?“

„Nein, meine Schwägerinnen nicht, deren Hauptproblem ist die lange Weile, sie haben nichts zu tun und sie wollen natürlich Zeit mit Dir verbringen und wollen Dir was Gutes tun. Die Frauen lassen sich hier gerne die Fingernägel hübsch machen, denn das ist mit das einzige, dass sie nicht verdecken müssen.“

Katharina zeigt sich verwundert, „Und das darf ich dann in persischen Augen? Ich meine, da darf ich mit hin?“

„Die gehen auch deshalb gerne hin, um unter ihres Gleichen zu sein, nur unter Frauen, ohne einen männlichen Begleiter, das sind so kleine Zugeständnisse, die man den Frauen hier macht, aber ihr werdet natürlich gebracht und auch wieder abgeholt.“

Die Familie ist höflich, distanziert Katharina gegenüber, wäre sie mit Yunus verheiratet, dann wäre das etwas anderes, aber so haben sie etwas ein Problem und wissen nicht, wie sie mit ihr umgehen sollen, je älter die Familienangehörigen, umso schwieriger. Yunus will sich selbst nicht zu lange hier aufhalten. Er plant, bereits übermorgen mit der Abreise und in einer Woche will er dann wieder rechtzeitig zum Geburtstag seiner Mutter zurück sein.

Katharina, die den Besuch hier recht anstrengend empfindet, verzieht sich viel früher als normal ins Bett. Yunus, der seine Familie länger nicht gesehen hat, bleibt natürlich länger sitzen, obwohl er auch von dem Flug müde ist, aber er darf es sich nicht erlauben, weil die Familie ihm das nicht verzeihen würde, wenn er sich früh von ihnen abwenden möchte. Es gehört sich einfach nicht, aber er hat Verständnis für Katharina und verteidigt sie vor seiner Familie, die das nicht so ganz verstehen.

Katharina braucht keine 10 Minuten bis sie eingeschlafen ist, so kommt es, dass sie bei Sonnenaufgang vom Gesang des Muezzin geweckt wird. Ihr gefällt dieser Gesang, wie er zwischen den Häusern hier hallt, auch wenn sie nichts davon versteht, aber sie hat ausgeschlafen. Es dauert noch länger, bis Yunus wach wird, er scheint sich an den Gesang nicht zu stören. Sie bleibt einfach im Bett liegen, hängt ihren Gedanken nach und will Yunus nicht wecken.

Unten im Haus hallt schon früh geschäftiges Treiben hinauf zu den Schlafzimmern, sie hört das Geklapper von Geschirr, Frauenstimmen, die wirr durcheinander sprechen und die Stimmen der Nichten und Neffen, von denen sie sich die Namen nicht merken konnte. Sicherlich helfen die alle zusammen, den Frühstückstisch zu decken, Yunus liegt immer noch regungslos halb auf dem Bauch im Bett. Sie hat das dringende Bedürfnis eine Toilette aufzusuchen, zum Glück hat sie die Tür gegenüber des Schlafzimmers entdeckt und sie schleicht sich hinaus, das weder Yunus sie bemerkt, noch die ganze Frauenschar im Erdgeschoß.

Sie wagt es auch nicht, die Vorhänge aufzuziehen, aber das Licht lässt einen weiteren sonnig heißen Tag vermuten.

Yunus Jacke hängt an einem Haken an der Tür, dies nimmt Katharina zum Anlass um zu sehen, ob sich ihr Ausweis darin befindet, den sie zu gerne wieder an sich genommen hätte. Und sie liegt mit ihrer Vermutung richtig, in der Innentasche befinden sich seine Papiere, das Flugticket und ihr Pass.

Vorsichtig nimmt sie das Flugticket aus der Tasche und sie begutachtet das Ticket, das Rückflugticket mit dem Abflugdatum verschafft ihr eine ungemeine Erleichterung.

„Kannst Du mir bitte sagen, was Du da tust? Katharina?“

Katharina erschrickt fürchterlich, hat er nicht eben noch fest geschlafen?

„Nichts, ich habe mir nur das Ticket angeschaut und ich will meinen Pass in Sicherheit wissen!“

„Katharina, Du sollst mir nicht hinterher spionieren!“

„Aber Yunus, das ist mein Eigentum!“

„Du willst es nicht verstehen, Du allein mit deinem Pass bist nicht sicher, Du musst mir vertrauen und Du weißt, dass ich es nicht mag, wenn Du mit Deiner Nase in meinen Sachen herumschnüffelst!

Also lass das gefälligst sein, ich kann auch anders- auch hier!“

Yunus & Katharina- Der Neuanfang II

Yunus bleibt abrupt stehen, dreht sich auf seinem Absatz um, holt aus seiner Tasche einen Schlüssel und schleudert ihn über den Fußboden zu Katharina hin, „den hast Du bei mir vergessen!“

Katharina hebt ihn mit gemischten Gefühlen vom Boden auf, sie steht ratlos da, Yunus geht einfach weiter und winkt ihr über seiner Schulter nach.

Die Schwester von der Nachbarstation kommt aufgeregt aus ihrem Stationszimmer gerannt:

„Was war das? Hat der dir eben einen Heiratsantrag gemacht?“

„Quatsch, erzähl so etwas nur nicht herum!“

Katharina muss zugeben, dass es sich fast so anhört, Ja- ich-will, es hört sich so einfach an, aber es ist nicht einfach. Alles, was mit Yunus zu tun hat, ist nicht einfach!

War das eben richtig, was sie da gemacht hat? Er weiß ganz genau wie er sie ködern kann. Bis sie allerdings wieder Urlaub hat, vergehen noch einige Wochen und bis dorthin kann sie ihre Meinung sehr schnell ändern.

Sie verzieht sich wieder an ihrem Schreibtisch, um  zu arbeiten, obwohl es schwierig ist, einen klaren Kopf zu behalten, dennoch konzentriert sie sich voll auf ihre Arbeit.

Sie fällt fast von ihrem Hocker, als plötzlich Yunus wieder hinter ihr steht, er hat sich angeschlichen, balanciert zwei Pappbecher mit Kaffee in der Hand und hält ihr einen davon hin. Sie kommt mit einem riesigen Schrecken davon. „Nicht erschrecken, ich bin´s nur“ Yunus setzt sich wieder.

„Ich hätte nicht gedacht, dass es so leicht ist…“ grinst Yunus.

„Pscht! Du bist gemein, Du musst dein Versprechen auch einhalten, sonst…“

„Was sonst? Dann verlässt Du mich auf nimmer Wiedersehen? Willst Du nur deshalb mit mir zusammen sein?“

„Nein, es ist auch was anderes…!“

„Ich kann es mir denken, Katharina, sag nichts!“

„Wo soll die Reise hingehen? Italien? Spanien? Karibik?“

„Langsam Katharina! Ich werde dich überraschen und jetzt gehe ich nach Hause, ich wünsche dir noch einen ruhigen Dienst!“

Katharina zerbricht sich die halbe Nacht den Kopf, zum einen, über Yunus Worte, über sich selbst, was sie gemacht hat und nicht zuletzt über mögliche Reiseziele, eine oder zwei Wochen Tag und Nacht mit Yunus zusammen zu sein? Das erfordert Kraft und womöglich auch Stress, aber alles andere überwiegt.

Nach ihrem Nachtdienst fährt sie zu sich nach Hause, in ihr eigenes Bett und es dauert lange, bis sie einschlafen kann, die plötzlichen Neuigkeiten lassen sie nicht zur Ruhe kommen.

Dafür schläft sie nachmittags umso länger, Katharina wird von einem Dauerklingeln geweckt, noch schlaftrunken, aber auch erstaunt wie spät es schon geworden ist, taumelt sie zur Tür und an der Gegensprechanlage ertönt Yunus Stimme: „Ich bin´s“.

Ohne einen Kommentar drückt sie auf den Türöffner und öffnet ihre Wohnungstür, sie fällt aber zurück auf ihre Couch, sie ist noch nicht richtig wach.

Yunus stürmt herein, „Hey was ist, geschlafen wird später!“

„Du hast mich aus dem Schlaf gerissen, was ist denn los?“

„Du musst doch langsam mal aufstehen, sonst kannst Du nachts nicht schlafen“,

„Hm, ich weiß!“

„Katharina, sag, wann hast Du Urlaub eingetragen?“

„Mitte Juni erst, zwei ganze Wochen!“

„Das passt, da habe ich richtig gedacht!“

„Natürlich, ich weiß doch, dass Du da auch Urlaub hast, ich habe den nicht verschoben! Wo willst Du mich denn hin verführen?“

„Haha, das hättest Du dir so gedacht, nein, nein, ich verrate es nicht- aber so viel sage ich, es ist eine Reise und kein Urlaub!“

„Wo ist da der Unterschied?“

„Ein Urlaub ist Erholung, ist ausspannen, ist so viel wie faul am Meer herumliegen.“

„Aha- und genau das machen wir nicht?“

„Nein, das machen wir nicht!“

„Ich weiß, wir fliegen nach Afrika und begeben uns auf eine Safari-Tour?“

„Nein, hör auf, ich sag´s nicht, zerbrich dir nicht den Kopf, Du fährst mit, das reicht.“

So oft Katharina in der nächsten Zeit das Gespräch auf die Reise lenkt, Yunus lässt sich nichts entlocken.

„Das ist gemein von Dir, spann mich nicht so auf die Folter, ich muss doch wissen, was ich mitnehmen muss!“

„Das ist gut, auf die Folter spannen…das ist wirklich gut!“

„Mensch Yunus!“

Doch der lacht Katharina nur hämisch aus, er lässt nichts raus.

In der Arbeit erzählt sie Mona von der bevorstehenden Reise und dass Yunus nichts preisgeben will und sie bittet Mona darum, ihre Ohren offen zu halten, vielleicht verspricht er sich ja mal, wenn sie nicht dabei ist, doch er kann Geheimnisse gut für sich behalten.

Katharina weiß zwar, was Mona von ihm und der Beziehung hält, aber sie hält Augen und Ohren offen, auch wenn sie es nicht gut findet, Katharina wollte sich ja sogar versetzen lassen. Das übrigens, hat sie wieder rückgängig gemacht, vorerst zumindest.

In den Tagen vor der Abreise steigt die Aufregung für Katharina, sie kann kaum mehr an etwas anderes denken, doch es gibt kein Zurück mehr, Yunus Wort zählt, hätte sie nur nicht so leichtfertig gesagt, dass sie mit ihn wegfahren möchte. Sicherlich wird es eine ganz spannende Reise für die sie Yunus einlädt, doch warum weiht er sie nicht in seine Pläne ein?  Wenn es um Überraschungen geht, war er schon immer einfallsreich, typisch Yunus.

Katharina plagt zum einen die Angst vor dem Ungewissen, zum anderen aber, weiß sie, dass sie mit Yunus an ihrer Seite vor nichts Angst haben muss.

Während Yunus seinen Koffer bereits fertig gepackt im Auto verstaut hat, sitzt Katharina ratlos vor ihrem Kleiderschrank. Yunus nimmt das in die Hand und die besonders luftigen Sachen die sich Katharina bereit gelegt hat, räumt er wieder zurück in den Kleiderschrank. Katharina lässt vermuten, dass die Reise wohl nicht ans Meer gehen wird, wohl eher in kühleren Gefilden. Eigentlich Schade, aber nicht schlimm, für Katharina ist ein Urlaub gleichzusetzen mit Sommer, Sonne, Sand und Meer.

Es kribbelt in ihrer Magengrube und sie stochert nur etwas in ihren Essen herum, Yunus seufzt, „Jetzt fängt das schon wieder an, dass Du nicht richtig isst! Du musst was essen!“

„Ich kann nicht!“

Er nimmt ihr Kinn in die Hand und drückt ihren Kopf nach oben, so dass sie ihn ansehen muss: „Du musst etwas essen und zwar richtig!“

Katharina braucht sehr lange dazu, ihren Teller, den sie eh nicht so voll gemacht hat, leer zu essen. „Mann, Mann, Mann, da kann man ja nicht zuschauen, wie ein Spatz isst Du, da vergeht einem ja selbst der Appetit.

Katharina wälzt sich nachts von einer Seite auf die andere, an Schlaf ist bei ihr nicht zu denken, Yunus bekommt das mit, „Du machst mich wahnsinnig, dreh dich zur Seite, ich will dich ficken!“

„Was?“

„Ja, jetzt, vielleicht wirst Du dann etwas ruhiger!“ Katharina dreht sich zur Seite, einen Slip trägt sie nachts eh nicht und schon zieht Yunus sie näher an sich heran. Er umschlingt sie mit seinen Armen, sein ganzer Körper hält sie fest umschlungen und ihr Atem wird schwerer. Mit einer Hand drückt er sie fest an seinem Brustkorb, er atmet synchron mit Katharina. Die andere Hand legt er auf ihren Schamhügel und lässt seinen Zeigefinger auf ihrer Klitoris kreisen, er spielt damit, er drückt auf ihre Knospe bis er merkt, wie sie feuchter wird.

Zielstrebig mit einer für ihn ungewohnten Schnelligkeit dringt er von hinten in ihre Vagina ein, im Gleichklang bewegen sich beide, ein Quickie, der ihr Entspannung verschaffen soll, ihn geht es danach ebenso besser und er nimmt es mit Gelassenheit. Vielleicht hat sie das ja etwas abgelenkt und sie kommt auch zur Ruhe.

Irgendwann ist sie dann doch noch eingeschlafen, ihr gingen noch viele Gedanken durch den Kopf, die erste längere Reise mit Yunus, ob das gut geht?

Yunus ist als erster aufgewacht, Katharina konnte erst spät fest einschlafen und fühlt sich dementsprechend müde früh. Yunus stellt den Frühstückstisch zusammen und legt für Katharina die Reisegarderobe für den Flug zurecht. Er hat schon vorher online eingecheckt, so geht das dann am Flughafen schneller.

Katharina kommt nicht richtig in die Gänge, Yunus steigt zu ihr ins Bett: „Muss ich wohl da weiter machen, wo ich gestern aufgehört habe?“

„Lass mich erstmal wach werden, wann willst Du los?“

„Wir haben noch genügend Zeit, leg dich hin, entspanne!“ Yunus steigt über Katharinas Kopf, sein steif gewordener Schwanz zielt genau auf ihren Mund, er berührt ihn an ihrem Mund.

„Mach den Mund auf und nimm ihn!“ Jetzt reißt sie ihre Augen auf und wird endlich richtig wach. Sie kommt kaum zum Luftholen, da steckt ihn Yunus in ihren Mund, so weit, dass sie beinahe würgen muss. Jetzt müssen aber beide lachen.

Auch im Auto verliert er kein Sterbenswörtchen über das Ziel und der Art der Reise. Yunus verrät nur, dass sie zum Frankfurter Flughafen fahren.

„Na immerhin, jetzt weiß ich wenigstens, dass wir fliegen und nicht mit dem Auto fahren. Aber meine Papiere, mein Reisepass…“

„Katharina ich habe an alles gedacht, den habe ich mit bei meinen Unterlagen.“

„Und wer weiß, was Du alles beim Packen für mich vergessen hast!“

„Tja, hättest Du nicht so lange geschlafen, selbst Schuld, vertrau mir einfach!“

„Du hast bestimmt das Falsche eingepackt!“

„Sei jetzt still, ich will nichts mehr hören!“

Katharina ist etwas eingeschnappt und sagt nichts mehr dazu, wird schon schief gehen.

Yunus parkt das Auto im Parkhaus am Flughafen, mit einem Vorwand schickt er Katharina in ein Flughafenrestaurant, um Kaffee zu bestellen und Plätze zu sichern. Da er bereits zuhause online eingecheckt hat, braucht sie sich nicht mit anzustellen bei der Kofferabgabe, die Bordkarten hat er sicher bei sich mit den Pässen verstaut.

Die Kofferabgabe geht tatsächlich schnell, er wird dann erst in den letzten Minuten vor dem Abflug zum Gate gehen. Katharina wartet bereits in dem Restaurant mit frischem Kaffee und lockeren Crossants auf Yunus.

„So, jetzt verrate es mir endlich, meinst Du nicht auch, dass es etwas zu warm werden könnte mit diesen langen Klamotten?“

Yunus wirkt auf einmal etwas nervös, „Nein, nein, im Flugzeug ist es doch oft etwas kalt, nicht dass man sich noch erkältet.“

Yunus ist sich plötzlich nicht mehr so sicher, ob die Idee zu dieser Reise so gut war, aber nun gibt es kein zurück mehr, für ihn nicht und für sie auch nicht.

Nervös blickt er auf die Uhr, Sorgenfalten bilden sich auf seiner Stirn, sie müssen jetzt zum Gate, der Flug startet in 20 Minuten, er nimmt Katharina an die Hand. Die Menschen in der Schlange in dem Wartebereich schauen alle nicht sonderlich nach Urlaub aus, Yunus nimmt Katharina noch fester in seinem Griff, er weicht ihren fragenden Blick aus, er versucht sie abzulenken, dass sie die Anzeige nicht lesen kann, doch zu spät, Katharina liest an der elektronischen Tafel: Boarding Teheran LH 600.

Yunus & Katharina- Der Neuanfang I

(Mit Wiederholung meiner Vorankündigung wegen besseren Verständnis)

„Anfang und Ende einer Liebe kündigen sich dadurch an, dass man sich scheut, mit dem anderen allein zu sein!“ (Jean de La Bruyère)

Harte Schale, weicher Kern!  Yunus lässt sich nichts anmerken in der Arbeit,er verschwindet sofort nach der Visite von Station. Er hat auch nicht wieder versucht bei Katharina zu landen, in dem er anruft oder sonstige Aktionen unternimmt. Er hat begriffen, es ist aus und er muss es so akzeptieren. Er wird nicht ganz schlau aus Katharina.

Katharina, sie geht Yunus geschickt aus dem Weg, zieht es aber in Erwägung, sich versetzen zu lassen. Aber auch sie, unternimmt nichts, um ihn wieder näher zu kommen, sie trauert für sich, alleine im Leisen und geht auch sämtlichen Fragen und Vermutungen der Kollegen aus dem Weg. Man möchte sagen, sie kapselt sich ab und wartet nur darauf, dass sie in der anderen Abteilung anfangen kann.

Sie ist enttäuscht, zu tiefst enttäuscht, sie muss sich selbst erst wieder finden, sie weiß nicht, was sie eigentlich will.

Es vergehen Wochen, Katharina hat Nachtdienst, alleine- eine ereignislose, ruhige Nacht, keine Neuaufnahmen, keine ausstehende OP, alles ruhig, alles schläft.

Es ist ganz still, sie sitzt über den Schreibkram, hat den Radio ganz leise gedreht…wenn sie doch nicht das Klacken ein paar Schuhe draußen am Gang hören würde und der Schritt dazu, ist ihr auch ganz vertraut. Sie braucht nicht hochzuschauen, um zu wissen wer da ist. Katharina bückt sich, Yunus muss ja nicht sehen, dass sie hier ist und Dienst hat, das kann sie jetzt überhaupt nicht gebrauchen, eine Diskussion mit Yunus!

Er scheint sie tatsächlich nicht bemerkt zu haben, denn er sperrt die Tür zu dem allgemeinen Arztzimmer auf und lässt sie wieder ins Schloss fallen, Erleichterung! Doch was tut er hier, mitten in der Nacht? Es ist nicht sein Arztzimmer in das er hinein gegangen ist, sie bleibt wie versteinert auf ihren Bürostuhl sitzen, ihr Herz schlägt ihr bis zum Hals. Es vergeht mindestens eine Viertel Stunde bis die Tür des Arztzimmers wieder geöffnet wird und ihr Atem stockt, genau in diesem Moment schaut Yunus direkt zu ihr hin, keine Mimik, kein Lächeln. Katharinas Blick wirkt erschrocken und traurig.

Yunus späht sehnsüchtig durch die Glasscheibe des Stationszimmers, nicht dass sie abhauen will, sein Blick hält sie gefangen, er taxiert sie!

Sie spürt die feinen Fäden die er um sie spinnt, die später zur Last werden sollen. Es sind unsichtbare Ketten, die er um sie legt und sie kann sich seinen bohrenden Blick nicht entziehen, als würde er sagen wollen, bleib da wo Du bist, reiß nicht aus von mir!

Ein Zögern lässt sich nur erahnen, Yunus schreitet zielstrebig auf das Stationszimmer zu und für Katharina gibt es kein Entrinnen mehr, jetzt wo sie völlig allein ist. Sie hat keinen Schutz, keine Deckung von ihren Kollegen, keine Ausflüchte, die zu Fluchten werden, wenn er in ihre Nähe kommt. Ihre Kehle wird ganz trocken, vom zuschnüren seiner unsichtbaren Hand, doch es ist nur seine pure Anwesenheit. Es ist keine Bedrohung die von ihm ausgeht, doch es ist auch keine Freundschaft in seinen dunklen Augen, die sie wie bodenlose Löcher verschlingen wollen.

„Na!“

Katharina bleibt stumm, das war nur ein kleines, unbedeutendes „Na“ , war das „Na“ eine Frage oder war es eine Feststellung? Soll sie es als Frage verstehen, im Sinne von „Na wie geht es Dir?“

Doch da sprudelt es schon aus ihm raus, als ob er ihre Gedanken lesen könnte: „Na, wie geht es Dir?“

Katharina, die immer noch kein Wörtchen hervorbringt, räuspert sich, „ebenfalls Na!“

Ein Anflug eines Lächelns stirbt auf Yunus Gesicht, als sie sich wegdreht. Sie ist nicht gut in „In-die-Augen-schauen!“

Yunus bleibt zögerlich unter der Tür stehen, „Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wie es Dir geht, ernsthaft!“

Katharina schaut auf und schenkt ihm ein Schulterzucken.

Ungefragt nimmt er sich einen der leeren Drehstühle und setzt sich verkehrt herum darauf, so dass er seine Arme um die Lehne klammern kann.

„Ich verstehe Dich und ich akzeptiere deine Entscheidung, aber Du fehlst mir….Scheiße man Du fehlst mir!“

„Und? Warum schleuderst Du mir diese Worte so wütend um die Ohren?“

Yunus steht genervt auf, ratlos und genervt von sich selbst, weil er alles falsch anpackt. Seine Finger kribbeln, er nimmt ein herumliegendes Blatt Papier in die Hand, zerknüllt es und schmeißt es gegen die Wand.

Katharina hebt nur ihre Augenbraue, das ist der Blick, mit dem sie ihn schon immer provozieren konnte.

„Wenn Du so bist, kannst Du gleich wieder gehen…!“

Jetzt ist er es, der ihren Blick ausweicht, er will sich nicht provozieren lassen. Mit seiner Unrast wirbelt er schon genug Unfrieden auf, immerhin hat Katharina Dienst und jeden Augenblick könnte einer ihrer Patienten klingeln oder vorbeilaufen oder noch schlimmer, ein diensthabender Kollege kommt vorbei, Yunus ist bemüht wieder ruhiger zu werden, er weiß, dass er so nicht weiterkommt und er weiß, auf welchem dünnen Eis er sich hier bewegt.

Yunus bleibt angelehnt am Schrank stehen, Katharina versucht ihn zu ignorieren, merkt aber auch wie aufgebracht er ist und wieviel Kraft es ihn kostet, seine Ungehaltenheit auszubremsen, es macht sie schlicht nervös.

„Yunus, ich hab zu tun, bitte geh!“

Yunus räuspert sich, bewegt sich aber nur kurz etwas von der Stelle.

„Man, Du weißt doch, dass ich arbeiten muss, ich habe jetzt weder Zeit, noch den Nerv dazu mit Dir zu diskutieren!“

„Ok, ich weiß, ich verschwinde ja gleich wieder!“

„Ja mach das, es ist zu gefährlich hier und jetzt!“

„Genau deshalb jetzt und hier!“

Katharina legt ihren Stift zur Seite und schaut ihn mit großen, erschrockenen Augen an.

„Yunus!“ zischt sie ihn an „Geh!“

„Nicht bevor ich dich…“

Er hält inne, denn von der hinteren Tür, die nur angelehnt ist, kommt eine Kollegin von einer anderen Abteilung, er verstummt.

Katharina, die mit ihrer Nervosität zu kämpfen hat, ist erleichtert über diese kurze Unterbrechung, doch leider hat es die Kollegin eilig, sie möchte nur etwas abholen und keine weitere Konversation. Sie schaut auch nicht sonderlich überrascht, als sie den Oberarzt in Zivilklamotten hier antrifft und der Schreck lässt bei beiden nach.

„Bevor Du was…?“ erinnert Katharina Yunus an den angefangenen Satz.

„Bevor ich dich…zu einer Reise einlade.“

Katharina ringt um Worte, „Du hast mit mir nie Urlaub gemacht, was soll das jetzt?“

„Natürlich bin ich mit dir schon weggefahren!“

„Ja nie länger als ein Wochenende, ich habe dich angebettelt, mit mir Urlaub zu machen und jetzt kommst Du her und lädst mich mal eben zu einer Reise ein? Was erwartest Du von mir?“

„Nichts, ich will ein Ja oder ein Nein!“

„Ich muss mir das erst noch durch den Kopf gehen lassen, wo soll es denn hingehen?“

„Ein Ja oder Nein!“

„Ich kann jetzt nicht denken, Entschuldigung!“

„Ist das so schwer? Ein Ja oder ein Nein!“

„Yunus! Um Gottes Willen!“ Katharina fühlt sich wie in der Zwickmühle, es macht sie wütend, dass er null Verständnis für sie zeigt. Er setzt sie unter Druck und das zwingt sie zum Weinen.

War es nicht immer das, was sie immer wieder fasziniert hat? War das nicht immer der Kitzel, die Herausforderung, das Unberechenbare an Yunus, dass sie so geliebt hat? Dass ihn von allen anderen unterschieden hat, dass ihre Knie weich werden lassen? Der Kloß im Hals wächst, Yunus schaut sie ernst und mit voller Entschlossenheit an. Ein vielleicht oder ein `Mal sehen´ akzeptiert er nicht, sie weiß es, er hat sie geknackt, sie lässt es aber nicht zu. Die Antwort dauert ihm zu lange,

er macht kehrt und verlässt das Stationszimmer.

Katharina fühlt sich hin und hergerissen. Der Kopf, der sagt nein, der Bauch sagt ja und ihre Lenden vibrieren. Sie weiß, wenn sie ihn jetzt gehen lässt, kann sie die ganze Nacht nicht mehr richtig denken.

Katharina tut, was sie tun muss, sie springt auf und rennt hinter ihm her, doch er dreht sich nicht mehr um. Katharina ruft laut über den Krankenhausgang mitten in der Nacht, während die meisten Patienten schlafen, „Yunus! Ja- ich will!“

Ein Neuanfang? Yunus&Katharina

(Teaser)

„Anfang und Ende einer Liebe kündigen sich dadurch an, dass man sich scheut, mit dem anderen allein zu sein!“ (Jean de La Bruyère)

Harte Schale, weicher Kern!  Yunus lässt sich nichts anmerken in der Arbeit,er verschwindet sofort nach der Visite von Station. Er hat auch nicht wieder versucht bei Katharina zu landen, in dem er anruft oder sonstige Aktionen unternimmt. Er hat begriffen, es ist aus und er muss es so akzeptieren. Er wird nicht ganz schlau aus Katharina.

Katharina, sie geht Yunus geschickt aus dem Weg, zieht es aber in Erwägung, sich versetzen zu lassen. Aber auch sie, unternimmt nichts, um ihn wieder näher zu kommen, sie trauert für sich, alleine im Leisen und geht auch sämtlichen Fragen und Vermutungen der Kollegen aus dem Weg. Man möchte sagen, sie kapselt sich ab und wartet nur darauf, dass sie in der anderen Abteilung anfangen kann.

Sie ist enttäuscht, zu tiefst enttäuscht, sie muss sich selbst erst wieder finden, sie weiß nicht, was sie eigentlich will.

Es vergehen Wochen, Katharina hat Nachtdienst, alleine- eine ereignislose, ruhige Nacht, keine Neuaufnahmen, keine ausstehende OP, alles ruhig, alles schläft.

Es ist ganz still, sie sitzt über den Schreibkram, hat den Radio ganz leise gedreht…wenn sie doch nicht das Klacken ein paar Schuhe draußen am Gang hören würde und der Schritt dazu, ist ihr auch ganz vertraut. Sie braucht nicht hochzuschauen, um zu wissen wer da ist. Katharina bückt sich, Yunus muss ja nicht sehen, dass sie hier ist und Dienst hat, das kann sie jetzt überhaupt nicht gebrauchen, eine Diskussion mit Yunus!

Er scheint sie tatsächlich nicht bemerkt zu haben, denn er sperrt die Tür zu dem allgemeinen Arztzimmer auf und lässt sie wieder ins Schloss fallen, Erleichterung! Doch was tut er hier, mitten in der Nacht? Es ist nicht sein Arztzimmer in das er hinein gegangen ist, sie bleibt wie versteinert auf ihren Bürostuhl sitzen, ihr Herz schlägt ihr bis zum Hals. Es vergeht mindestens eine Viertel Stunde bis die Tür des Arztzimmers wieder geöffnet wird und ihr Atem stockt, genau in diesem Moment schaut Yunus direkt zu ihr hin, keine Mimik, kein Lächeln. Katharinas Blick wirkt erschrocken und traurig.

Yunus späht sehnsüchtig durch die Glasscheibe des Stationszimmers, nicht dass sie abhauen will, sein Blick hält sie gefangen, er taxiert sie!

Sie spürt die feinen Fäden die er um sie spinnt, die später zur Last werden sollen. Es sind unsichtbare Ketten, die er um sie legt und sie kann sich seinen bohrenden Blick nicht entziehen, als würde er sagen wollen, bleib da wo Du bist, reiß nicht aus von mir!

Ein Zögern lässt sich nur erahnen, Yunus schreitet zielstrebig auf das Stationszimmer zu und für Katharina gibt es kein Entrinnen mehr, jetzt wo sie völlig allein ist. Sie hat keinen Schutz, keine Deckung von ihren Kollegen, keine Ausflüchte, die zu Fluchten werden, wenn er in ihre Nähe kommt. Ihre Kehle wird ganz trocken, vom zuschnüren seiner unsichtbaren Hand, doch es ist nur seine pure Anwesenheit. Es ist keine Bedrohung die von ihm ausgeht, doch es ist auch keine Freundschaft in seinen dunklen Augen, die sie wie bodenlose Löcher verschlingen wollen.

„Na!“

Katharina bleibt stumm, das war nur ein kleines, unbedeutendes „Na“ , war das „Na“ eine Frage oder war es eine Feststellung? Soll sie es als Frage verstehen, im Sinne von „Na wie geht es Dir?“

Doch da sprudelt es schon aus ihm raus, als ob er ihre Gedanken lesen könnte: „Na, wie geht es Dir?“

Katharina, die immer noch kein Wörtchen hervorbringt, räuspert sich, „ebenfalls Na!“

Ein Anflug eines Lächelns verstirbt auf Yunus Gesicht, als sie sich wegdreht. Sie ist nicht gut in „In-die-Augen-schauen!“

Yunus bleibt zögerlich unter der Tür stehen, „Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wie es Dir geht, ernsthaft!“

Katharina schaut auf und schenkt ihm ein Schulterzucken.

Ungefragt nimmt er sich einen der leeren Drehstühle und setzt sich verkehrt herum darauf, so dass er seine Arme um die Lehne klammern kann.

„Ich verstehe Dich und ich akzeptiere deine Entscheidung, aber Du fehlst mir….Scheiße man Du fehlst mir!“

„Und? Warum schleuderst Du mir diese Worte so wütend um die Ohren?“

Yunus steht genervt auf, ratlos und genervt von sich selbst, weil er alles falsch anpackt. Seine Finger kribbeln, er nimmt ein herumliegendes Blatt Papier in die Hand, zerknüllt es und schmeißt es gegen die Wand.

Katharina hebt nur ihre Augenbraue, das ist der Blick mit dem sie ihn schon immer provozieren konnte.

Yunus & Katharina, Yunus das unbekannte Wesen (The End)

Katharina steht auf, zieht sich an und verlässt wortlos die Wohnung. Yunus der gerade auf der Toilette war, hört gerade noch die Tür ins Schloss fallen.

Eilig stürmt er aus seinem Bad heraus, „Katharina?“, er kann es nicht glauben was er soeben gehört hat. Ungläubig schaut er in alle Ecken und Räume seiner Wohnung. Versteckt sie sich irgendwo? Will sie mir einen Streich spielen oder provoziert sie?

Von Katharina weit und breit keine Spur, auch auf der Straße kann er sie nirgends mehr entdecken.

Ihre Schuhe sind weg, auch ihr Mantel fehlt, Yunus erschrickt, in der kleinen Messingschale in der er seinen Autoschlüssel aufbewahrt liegt Katharinas Schlüssel. Was hat das zu bedeuten? Ihn erreicht ein ungutes Gefühl, er wird panisch und Schweißperlen bilden sich auf seiner Stirn.

Ein dumpfes Gefühl in seiner Magengegend macht sich bei ihm breit, was ihn beinahe zur Übelkeit bringt. Verzweifelt und zurückgelassen steht er ratlos in seinem Flur.

Auf dem Platz seines Sofas ist Leere, an Katharinas Platz liegt ein fein zusammengefaltetes Blatt Papier. Mit zitternden Händen nimmt Yunus den Brief in die Hand und öffnet ihn vorsichtig, weil er nicht lesen mag, um was er fürchtet.

„Yunus, es tut mir leid, ich sage Adieu, ich kann nicht mehr zu Dir aufschauen, ich habe den Respekt verloren!“

Yunus & Katharina – Yunus das unbekannte Wesen Teil IV

So, meine kleine Forsetzung, wahrscheinlich werde ich jetzt von einigen Lesern gesteinigt!

Die Stimme der russischen Frau klingt mir noch in den Ohren, was hat sie da gesagt? Habe ich das richtig verstanden?

„So ist es gut, Schätzchen…“ Ich…ich bin nicht ihr Sch…!“

Yunus bedeutet mir, dass ich still sein soll, dass ich nichts sagen soll, „Psch….!“

„Ich meine, Sie haben ihre Sache gut gemacht, er hat es verdient!“

Noch immer ungläubig schaue ich von ihr zu ihm, „Was wissen Sie?“

„Das fragen Sie ihn!“ und verschwindet wieder.

So sitzen wir noch eine Weile in der für mich fremden Wohnung, bei jedem Versuch, mit Yunus zu reden, unterbindet er das, selbst wenn ich nur tief Luft hole, zeigt er mir, dass ich still sein soll. Er will jetzt nicht reden, weder mit mir, noch mit dieser Frau.

So bleiben wir noch einige Zeit sitzen, Frau Nikolajewa nimmt keine Notiz von uns. Gegen Abend, als es langsam dunkel wird, ist Yunus bereit zu gehen.

Schweigend gehen wir nebeneinander her, ich warte, bis er von selbst anfängt zu reden.

Zuhause bei ihm schweigen wir uns immer noch an, so dass es mir Angst macht, was noch kommt. Kein Radio und kein Fernseher stört unsere Ruhe.

Endlich bricht Yunus sein Schweigen: „ Ich wollte Dir das Gefühl schenken, wie es ist, mich zu bestrafen. Ich wollte dir diese Demütigung schenken, selbst Hand anzulegen zu müssen. Ich wollte, dass Du dich an mich austobst, dass Du all Deine negativen Gefühle rauslässt!“

„Aha! Und was sollte das dann mit der Frau und mir?“

„Sie wollte dich noch anstacheln dazu, sie wollte dich zur grenzenlosen Wut auf mich bringen. Nun, vielleicht hat sie es etwas übertrieben, vielleicht auch, weil sie mich will oder wollte, aber nicht bekommt!“

Mir kommt die Galle hoch und ich erhebe meine Hand gegen ihn.

„Was läuft da zwischen Euch?“ schreie ich ihn an.

„ Danke für die Ohrfeige! Nichts, da läuft gar nichts und da wird auch nie etwas laufen!“

„Woher kennst Du sie, warum dutzt Du sie und was soll das Gerede mit Herrin?“

„Ich kenne sie noch aus meiner Berliner Zeit, sie hat mir gezeigt, was bedingungslose Liebe ist, sie hat mich verführt und sie hat mich geführt.“

„Und jetzt? Benutzt sie dich immer noch? Wieso wohnt sie in der selben Stadt?“

„Nein, keine Angst, sie wohnt hier nicht, es ist auch nicht ihre Wohnung gewesen und sie heißt auch nicht wie auf dem Klingelschild. Sie reist morgen wieder ab nach Berlin. Ja, ich habe viel von ihr und durch sie gelernt. Sie ist eine Domina und sie hat mich dahin gebracht, wo ich heute bin. Sie hat mir Türen geöffnet, von denen man in meinem Heimatland nichts ahnte.

Ich war unfähig zu lieben, ich war unfähig Gefühle zuzulassen, ich musste die Freiheit, das Leben, die Kultur und seine Menschen hier erst kennenlernen. Ich kannte nur Hass außerhalb meiner geliebten Familie und mir blieb nur der Weg das Land zu verlassen. Ich war verloren und sie hat mir Halt gegeben, sie hat mich an die Hand genommen und mich in dieses neue Leben eingeführt.“

„Aber sie ist auch nicht von hier?!“

„Ja, sie ist eine Russin, wie man unschwer hören und erkennen kann, aber sie führte ein ganz anderes Leben wie ich.“

„Also wart ihr doch ein Paar?“

„Nein, wir waren nie ein Paar, sie hat mir nur gezeigt, wie es geht, sie hat mich nie ganz für sich bekommen und dafür hat sie mich zuerst angebetet und dann bestraft.

Sie hat es geschafft, dass ich aus mir herausgehe, dass ich mich öffne, dass ich all meine Gefühle, positive, wie auch die negativen rauslasse.“

„Ich verstehe da trotzdem einiges nicht!“

„Was verstehst Du da nicht?“

„Hätte es nicht gereicht, mich verbal zu demütigen vor Dir? Wieso musste mir noch solche Schmerzen zufügen?“

„Du meinst den Po dehnen, oder? Das gehört für sie dazu und durch sie, habe ich das lieben gelernt, sie hat dich gereinigt, so wie dich noch nie jemand gereinigt hat. Ich möchte dich gerne von hinten nehmen und Du wirst sehen, wie leicht das heute für Dich ist!“

„Woher willst Du wissen, dass ich das heute will?“

„Du wirst schon sehen, sie hat dich in meiner Gegenwart nicht umsonst gequält und mich vor dir gedehmütigt!“