Yunus & Katharina- Der Neuanfang II

Yunus bleibt abrupt stehen, dreht sich auf seinem Absatz um, holt aus seiner Tasche einen Schlüssel und schleudert ihn über den Fußboden zu Katharina hin, „den hast Du bei mir vergessen!“

Katharina hebt ihn mit gemischten Gefühlen vom Boden auf, sie steht ratlos da, Yunus geht einfach weiter und winkt ihr über seiner Schulter nach.

Die Schwester von der Nachbarstation kommt aufgeregt aus ihrem Stationszimmer gerannt:

„Was war das? Hat der dir eben einen Heiratsantrag gemacht?“

„Quatsch, erzähl so etwas nur nicht herum!“

Katharina muss zugeben, dass es sich fast so anhört, Ja- ich-will, es hört sich so einfach an, aber es ist nicht einfach. Alles, was mit Yunus zu tun hat, ist nicht einfach!

War das eben richtig, was sie da gemacht hat? Er weiß ganz genau wie er sie ködern kann. Bis sie allerdings wieder Urlaub hat, vergehen noch einige Wochen und bis dorthin kann sie ihre Meinung sehr schnell ändern.

Sie verzieht sich wieder an ihrem Schreibtisch, um  zu arbeiten, obwohl es schwierig ist, einen klaren Kopf zu behalten, dennoch konzentriert sie sich voll auf ihre Arbeit.

Sie fällt fast von ihrem Hocker, als plötzlich Yunus wieder hinter ihr steht, er hat sich angeschlichen, balanciert zwei Pappbecher mit Kaffee in der Hand und hält ihr einen davon hin. Sie kommt mit einem riesigen Schrecken davon. „Nicht erschrecken, ich bin´s nur“ Yunus setzt sich wieder.

„Ich hätte nicht gedacht, dass es so leicht ist…“ grinst Yunus.

„Pscht! Du bist gemein, Du musst dein Versprechen auch einhalten, sonst…“

„Was sonst? Dann verlässt Du mich auf nimmer Wiedersehen? Willst Du nur deshalb mit mir zusammen sein?“

„Nein, es ist auch was anderes…!“

„Ich kann es mir denken, Katharina, sag nichts!“

„Wo soll die Reise hingehen? Italien? Spanien? Karibik?“

„Langsam Katharina! Ich werde dich überraschen und jetzt gehe ich nach Hause, ich wünsche dir noch einen ruhigen Dienst!“

Katharina zerbricht sich die halbe Nacht den Kopf, zum einen, über Yunus Worte, über sich selbst, was sie gemacht hat und nicht zuletzt über mögliche Reiseziele, eine oder zwei Wochen Tag und Nacht mit Yunus zusammen zu sein? Das erfordert Kraft und womöglich auch Stress, aber alles andere überwiegt.

Nach ihrem Nachtdienst fährt sie zu sich nach Hause, in ihr eigenes Bett und es dauert lange, bis sie einschlafen kann, die plötzlichen Neuigkeiten lassen sie nicht zur Ruhe kommen.

Dafür schläft sie nachmittags umso länger, Katharina wird von einem Dauerklingeln geweckt, noch schlaftrunken, aber auch erstaunt wie spät es schon geworden ist, taumelt sie zur Tür und an der Gegensprechanlage ertönt Yunus Stimme: „Ich bin´s“.

Ohne einen Kommentar drückt sie auf den Türöffner und öffnet ihre Wohnungstür, sie fällt aber zurück auf ihre Couch, sie ist noch nicht richtig wach.

Yunus stürmt herein, „Hey was ist, geschlafen wird später!“

„Du hast mich aus dem Schlaf gerissen, was ist denn los?“

„Du musst doch langsam mal aufstehen, sonst kannst Du nachts nicht schlafen“,

„Hm, ich weiß!“

„Katharina, sag, wann hast Du Urlaub eingetragen?“

„Mitte Juni erst, zwei ganze Wochen!“

„Das passt, da habe ich richtig gedacht!“

„Natürlich, ich weiß doch, dass Du da auch Urlaub hast, ich habe den nicht verschoben! Wo willst Du mich denn hin verführen?“

„Haha, das hättest Du dir so gedacht, nein, nein, ich verrate es nicht- aber so viel sage ich, es ist eine Reise und kein Urlaub!“

„Wo ist da der Unterschied?“

„Ein Urlaub ist Erholung, ist ausspannen, ist so viel wie faul am Meer herumliegen.“

„Aha- und genau das machen wir nicht?“

„Nein, das machen wir nicht!“

„Ich weiß, wir fliegen nach Afrika und begeben uns auf eine Safari-Tour?“

„Nein, hör auf, ich sag´s nicht, zerbrich dir nicht den Kopf, Du fährst mit, das reicht.“

So oft Katharina in der nächsten Zeit das Gespräch auf die Reise lenkt, Yunus lässt sich nichts entlocken.

„Das ist gemein von Dir, spann mich nicht so auf die Folter, ich muss doch wissen, was ich mitnehmen muss!“

„Das ist gut, auf die Folter spannen…das ist wirklich gut!“

„Mensch Yunus!“

Doch der lacht Katharina nur hämisch aus, er lässt nichts raus.

In der Arbeit erzählt sie Mona von der bevorstehenden Reise und dass Yunus nichts preisgeben will und sie bittet Mona darum, ihre Ohren offen zu halten, vielleicht verspricht er sich ja mal, wenn sie nicht dabei ist, doch er kann Geheimnisse gut für sich behalten.

Katharina weiß zwar, was Mona von ihm und der Beziehung hält, aber sie hält Augen und Ohren offen, auch wenn sie es nicht gut findet, Katharina wollte sich ja sogar versetzen lassen. Das übrigens, hat sie wieder rückgängig gemacht, vorerst zumindest.

In den Tagen vor der Abreise steigt die Aufregung für Katharina, sie kann kaum mehr an etwas anderes denken, doch es gibt kein Zurück mehr, Yunus Wort zählt, hätte sie nur nicht so leichtfertig gesagt, dass sie mit ihn wegfahren möchte. Sicherlich wird es eine ganz spannende Reise für die sie Yunus einlädt, doch warum weiht er sie nicht in seine Pläne ein?  Wenn es um Überraschungen geht, war er schon immer einfallsreich, typisch Yunus.

Katharina plagt zum einen die Angst vor dem Ungewissen, zum anderen aber, weiß sie, dass sie mit Yunus an ihrer Seite vor nichts Angst haben muss.

Während Yunus seinen Koffer bereits fertig gepackt im Auto verstaut hat, sitzt Katharina ratlos vor ihrem Kleiderschrank. Yunus nimmt das in die Hand und die besonders luftigen Sachen die sich Katharina bereit gelegt hat, räumt er wieder zurück in den Kleiderschrank. Katharina lässt vermuten, dass die Reise wohl nicht ans Meer gehen wird, wohl eher in kühleren Gefilden. Eigentlich Schade, aber nicht schlimm, für Katharina ist ein Urlaub gleichzusetzen mit Sommer, Sonne, Sand und Meer.

Es kribbelt in ihrer Magengrube und sie stochert nur etwas in ihren Essen herum, Yunus seufzt, „Jetzt fängt das schon wieder an, dass Du nicht richtig isst! Du musst was essen!“

„Ich kann nicht!“

Er nimmt ihr Kinn in die Hand und drückt ihren Kopf nach oben, so dass sie ihn ansehen muss: „Du musst etwas essen und zwar richtig!“

Katharina braucht sehr lange dazu, ihren Teller, den sie eh nicht so voll gemacht hat, leer zu essen. „Mann, Mann, Mann, da kann man ja nicht zuschauen, wie ein Spatz isst Du, da vergeht einem ja selbst der Appetit.

Katharina wälzt sich nachts von einer Seite auf die andere, an Schlaf ist bei ihr nicht zu denken, Yunus bekommt das mit, „Du machst mich wahnsinnig, dreh dich zur Seite, ich will dich ficken!“

„Was?“

„Ja, jetzt, vielleicht wirst Du dann etwas ruhiger!“ Katharina dreht sich zur Seite, einen Slip trägt sie nachts eh nicht und schon zieht Yunus sie näher an sich heran. Er umschlingt sie mit seinen Armen, sein ganzer Körper hält sie fest umschlungen und ihr Atem wird schwerer. Mit einer Hand drückt er sie fest an seinem Brustkorb, er atmet synchron mit Katharina. Die andere Hand legt er auf ihren Schamhügel und lässt seinen Zeigefinger auf ihrer Klitoris kreisen, er spielt damit, er drückt auf ihre Knospe bis er merkt, wie sie feuchter wird.

Zielstrebig mit einer für ihn ungewohnten Schnelligkeit dringt er von hinten in ihre Vagina ein, im Gleichklang bewegen sich beide, ein Quickie, der ihr Entspannung verschaffen soll, ihn geht es danach ebenso besser und er nimmt es mit Gelassenheit. Vielleicht hat sie das ja etwas abgelenkt und sie kommt auch zur Ruhe.

Irgendwann ist sie dann doch noch eingeschlafen, ihr gingen noch viele Gedanken durch den Kopf, die erste längere Reise mit Yunus, ob das gut geht?

Yunus ist als erster aufgewacht, Katharina konnte erst spät fest einschlafen und fühlt sich dementsprechend müde früh. Yunus stellt den Frühstückstisch zusammen und legt für Katharina die Reisegarderobe für den Flug zurecht. Er hat schon vorher online eingecheckt, so geht das dann am Flughafen schneller.

Katharina kommt nicht richtig in die Gänge, Yunus steigt zu ihr ins Bett: „Muss ich wohl da weiter machen, wo ich gestern aufgehört habe?“

„Lass mich erstmal wach werden, wann willst Du los?“

„Wir haben noch genügend Zeit, leg dich hin, entspanne!“ Yunus steigt über Katharinas Kopf, sein steif gewordener Schwanz zielt genau auf ihren Mund, er berührt ihn an ihrem Mund.

„Mach den Mund auf und nimm ihn!“ Jetzt reißt sie ihre Augen auf und wird endlich richtig wach. Sie kommt kaum zum Luftholen, da steckt ihn Yunus in ihren Mund, so weit, dass sie beinahe würgen muss. Jetzt müssen aber beide lachen.

Auch im Auto verliert er kein Sterbenswörtchen über das Ziel und der Art der Reise. Yunus verrät nur, dass sie zum Frankfurter Flughafen fahren.

„Na immerhin, jetzt weiß ich wenigstens, dass wir fliegen und nicht mit dem Auto fahren. Aber meine Papiere, mein Reisepass…“

„Katharina ich habe an alles gedacht, den habe ich mit bei meinen Unterlagen.“

„Und wer weiß, was Du alles beim Packen für mich vergessen hast!“

„Tja, hättest Du nicht so lange geschlafen, selbst Schuld, vertrau mir einfach!“

„Du hast bestimmt das Falsche eingepackt!“

„Sei jetzt still, ich will nichts mehr hören!“

Katharina ist etwas eingeschnappt und sagt nichts mehr dazu, wird schon schief gehen.

Yunus parkt das Auto im Parkhaus am Flughafen, mit einem Vorwand schickt er Katharina in ein Flughafenrestaurant, um Kaffee zu bestellen und Plätze zu sichern. Da er bereits zuhause online eingecheckt hat, braucht sie sich nicht mit anzustellen bei der Kofferabgabe, die Bordkarten hat er sicher bei sich mit den Pässen verstaut.

Die Kofferabgabe geht tatsächlich schnell, er wird dann erst in den letzten Minuten vor dem Abflug zum Gate gehen. Katharina wartet bereits in dem Restaurant mit frischem Kaffee und lockeren Crossants auf Yunus.

„So, jetzt verrate es mir endlich, meinst Du nicht auch, dass es etwas zu warm werden könnte mit diesen langen Klamotten?“

Yunus wirkt auf einmal etwas nervös, „Nein, nein, im Flugzeug ist es doch oft etwas kalt, nicht dass man sich noch erkältet.“

Yunus ist sich plötzlich nicht mehr so sicher, ob die Idee zu dieser Reise so gut war, aber nun gibt es kein zurück mehr, für ihn nicht und für sie auch nicht.

Nervös blickt er auf die Uhr, Sorgenfalten bilden sich auf seiner Stirn, sie müssen jetzt zum Gate, der Flug startet in 20 Minuten, er nimmt Katharina an die Hand. Die Menschen in der Schlange in dem Wartebereich schauen alle nicht sonderlich nach Urlaub aus, Yunus nimmt Katharina noch fester in seinem Griff, er weicht ihren fragenden Blick aus, er versucht sie abzulenken, dass sie die Anzeige nicht lesen kann, doch zu spät, Katharina liest an der elektronischen Tafel: Boarding Teheran LH 600.

Yunus & Katharina- Der Neuanfang I

(Mit Wiederholung meiner Vorankündigung wegen besseren Verständnis)

„Anfang und Ende einer Liebe kündigen sich dadurch an, dass man sich scheut, mit dem anderen allein zu sein!“ (Jean de La Bruyère)

Harte Schale, weicher Kern!  Yunus lässt sich nichts anmerken in der Arbeit,er verschwindet sofort nach der Visite von Station. Er hat auch nicht wieder versucht bei Katharina zu landen, in dem er anruft oder sonstige Aktionen unternimmt. Er hat begriffen, es ist aus und er muss es so akzeptieren. Er wird nicht ganz schlau aus Katharina.

Katharina, sie geht Yunus geschickt aus dem Weg, zieht es aber in Erwägung, sich versetzen zu lassen. Aber auch sie, unternimmt nichts, um ihn wieder näher zu kommen, sie trauert für sich, alleine im Leisen und geht auch sämtlichen Fragen und Vermutungen der Kollegen aus dem Weg. Man möchte sagen, sie kapselt sich ab und wartet nur darauf, dass sie in der anderen Abteilung anfangen kann.

Sie ist enttäuscht, zu tiefst enttäuscht, sie muss sich selbst erst wieder finden, sie weiß nicht, was sie eigentlich will.

Es vergehen Wochen, Katharina hat Nachtdienst, alleine- eine ereignislose, ruhige Nacht, keine Neuaufnahmen, keine ausstehende OP, alles ruhig, alles schläft.

Es ist ganz still, sie sitzt über den Schreibkram, hat den Radio ganz leise gedreht…wenn sie doch nicht das Klacken ein paar Schuhe draußen am Gang hören würde und der Schritt dazu, ist ihr auch ganz vertraut. Sie braucht nicht hochzuschauen, um zu wissen wer da ist. Katharina bückt sich, Yunus muss ja nicht sehen, dass sie hier ist und Dienst hat, das kann sie jetzt überhaupt nicht gebrauchen, eine Diskussion mit Yunus!

Er scheint sie tatsächlich nicht bemerkt zu haben, denn er sperrt die Tür zu dem allgemeinen Arztzimmer auf und lässt sie wieder ins Schloss fallen, Erleichterung! Doch was tut er hier, mitten in der Nacht? Es ist nicht sein Arztzimmer in das er hinein gegangen ist, sie bleibt wie versteinert auf ihren Bürostuhl sitzen, ihr Herz schlägt ihr bis zum Hals. Es vergeht mindestens eine Viertel Stunde bis die Tür des Arztzimmers wieder geöffnet wird und ihr Atem stockt, genau in diesem Moment schaut Yunus direkt zu ihr hin, keine Mimik, kein Lächeln. Katharinas Blick wirkt erschrocken und traurig.

Yunus späht sehnsüchtig durch die Glasscheibe des Stationszimmers, nicht dass sie abhauen will, sein Blick hält sie gefangen, er taxiert sie!

Sie spürt die feinen Fäden die er um sie spinnt, die später zur Last werden sollen. Es sind unsichtbare Ketten, die er um sie legt und sie kann sich seinen bohrenden Blick nicht entziehen, als würde er sagen wollen, bleib da wo Du bist, reiß nicht aus von mir!

Ein Zögern lässt sich nur erahnen, Yunus schreitet zielstrebig auf das Stationszimmer zu und für Katharina gibt es kein Entrinnen mehr, jetzt wo sie völlig allein ist. Sie hat keinen Schutz, keine Deckung von ihren Kollegen, keine Ausflüchte, die zu Fluchten werden, wenn er in ihre Nähe kommt. Ihre Kehle wird ganz trocken, vom zuschnüren seiner unsichtbaren Hand, doch es ist nur seine pure Anwesenheit. Es ist keine Bedrohung die von ihm ausgeht, doch es ist auch keine Freundschaft in seinen dunklen Augen, die sie wie bodenlose Löcher verschlingen wollen.

„Na!“

Katharina bleibt stumm, das war nur ein kleines, unbedeutendes „Na“ , war das „Na“ eine Frage oder war es eine Feststellung? Soll sie es als Frage verstehen, im Sinne von „Na wie geht es Dir?“

Doch da sprudelt es schon aus ihm raus, als ob er ihre Gedanken lesen könnte: „Na, wie geht es Dir?“

Katharina, die immer noch kein Wörtchen hervorbringt, räuspert sich, „ebenfalls Na!“

Ein Anflug eines Lächelns stirbt auf Yunus Gesicht, als sie sich wegdreht. Sie ist nicht gut in „In-die-Augen-schauen!“

Yunus bleibt zögerlich unter der Tür stehen, „Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wie es Dir geht, ernsthaft!“

Katharina schaut auf und schenkt ihm ein Schulterzucken.

Ungefragt nimmt er sich einen der leeren Drehstühle und setzt sich verkehrt herum darauf, so dass er seine Arme um die Lehne klammern kann.

„Ich verstehe Dich und ich akzeptiere deine Entscheidung, aber Du fehlst mir….Scheiße man Du fehlst mir!“

„Und? Warum schleuderst Du mir diese Worte so wütend um die Ohren?“

Yunus steht genervt auf, ratlos und genervt von sich selbst, weil er alles falsch anpackt. Seine Finger kribbeln, er nimmt ein herumliegendes Blatt Papier in die Hand, zerknüllt es und schmeißt es gegen die Wand.

Katharina hebt nur ihre Augenbraue, das ist der Blick, mit dem sie ihn schon immer provozieren konnte.

„Wenn Du so bist, kannst Du gleich wieder gehen…!“

Jetzt ist er es, der ihren Blick ausweicht, er will sich nicht provozieren lassen. Mit seiner Unrast wirbelt er schon genug Unfrieden auf, immerhin hat Katharina Dienst und jeden Augenblick könnte einer ihrer Patienten klingeln oder vorbeilaufen oder noch schlimmer, ein diensthabender Kollege kommt vorbei, Yunus ist bemüht wieder ruhiger zu werden, er weiß, dass er so nicht weiterkommt und er weiß, auf welchem dünnen Eis er sich hier bewegt.

Yunus bleibt angelehnt am Schrank stehen, Katharina versucht ihn zu ignorieren, merkt aber auch wie aufgebracht er ist und wieviel Kraft es ihn kostet, seine Ungehaltenheit auszubremsen, es macht sie schlicht nervös.

„Yunus, ich hab zu tun, bitte geh!“

Yunus räuspert sich, bewegt sich aber nur kurz etwas von der Stelle.

„Man, Du weißt doch, dass ich arbeiten muss, ich habe jetzt weder Zeit, noch den Nerv dazu mit Dir zu diskutieren!“

„Ok, ich weiß, ich verschwinde ja gleich wieder!“

„Ja mach das, es ist zu gefährlich hier und jetzt!“

„Genau deshalb jetzt und hier!“

Katharina legt ihren Stift zur Seite und schaut ihn mit großen, erschrockenen Augen an.

„Yunus!“ zischt sie ihn an „Geh!“

„Nicht bevor ich dich…“

Er hält inne, denn von der hinteren Tür, die nur angelehnt ist, kommt eine Kollegin von einer anderen Abteilung, er verstummt.

Katharina, die mit ihrer Nervosität zu kämpfen hat, ist erleichtert über diese kurze Unterbrechung, doch leider hat es die Kollegin eilig, sie möchte nur etwas abholen und keine weitere Konversation. Sie schaut auch nicht sonderlich überrascht, als sie den Oberarzt in Zivilklamotten hier antrifft und der Schreck lässt bei beiden nach.

„Bevor Du was…?“ erinnert Katharina Yunus an den angefangenen Satz.

„Bevor ich dich…zu einer Reise einlade.“

Katharina ringt um Worte, „Du hast mit mir nie Urlaub gemacht, was soll das jetzt?“

„Natürlich bin ich mit dir schon weggefahren!“

„Ja nie länger als ein Wochenende, ich habe dich angebettelt, mit mir Urlaub zu machen und jetzt kommst Du her und lädst mich mal eben zu einer Reise ein? Was erwartest Du von mir?“

„Nichts, ich will ein Ja oder ein Nein!“

„Ich muss mir das erst noch durch den Kopf gehen lassen, wo soll es denn hingehen?“

„Ein Ja oder Nein!“

„Ich kann jetzt nicht denken, Entschuldigung!“

„Ist das so schwer? Ein Ja oder ein Nein!“

„Yunus! Um Gottes Willen!“ Katharina fühlt sich wie in der Zwickmühle, es macht sie wütend, dass er null Verständnis für sie zeigt. Er setzt sie unter Druck und das zwingt sie zum Weinen.

War es nicht immer das, was sie immer wieder fasziniert hat? War das nicht immer der Kitzel, die Herausforderung, das Unberechenbare an Yunus, dass sie so geliebt hat? Dass ihn von allen anderen unterschieden hat, dass ihre Knie weich werden lassen? Der Kloß im Hals wächst, Yunus schaut sie ernst und mit voller Entschlossenheit an. Ein vielleicht oder ein `Mal sehen´ akzeptiert er nicht, sie weiß es, er hat sie geknackt, sie lässt es aber nicht zu. Die Antwort dauert ihm zu lange,

er macht kehrt und verlässt das Stationszimmer.

Katharina fühlt sich hin und hergerissen. Der Kopf, der sagt nein, der Bauch sagt ja und ihre Lenden vibrieren. Sie weiß, wenn sie ihn jetzt gehen lässt, kann sie die ganze Nacht nicht mehr richtig denken.

Katharina tut, was sie tun muss, sie springt auf und rennt hinter ihm her, doch er dreht sich nicht mehr um. Katharina ruft laut über den Krankenhausgang mitten in der Nacht, während die meisten Patienten schlafen, „Yunus! Ja- ich will!“

Ein Neuanfang? Yunus&Katharina

(Teaser)

„Anfang und Ende einer Liebe kündigen sich dadurch an, dass man sich scheut, mit dem anderen allein zu sein!“ (Jean de La Bruyère)

Harte Schale, weicher Kern!  Yunus lässt sich nichts anmerken in der Arbeit,er verschwindet sofort nach der Visite von Station. Er hat auch nicht wieder versucht bei Katharina zu landen, in dem er anruft oder sonstige Aktionen unternimmt. Er hat begriffen, es ist aus und er muss es so akzeptieren. Er wird nicht ganz schlau aus Katharina.

Katharina, sie geht Yunus geschickt aus dem Weg, zieht es aber in Erwägung, sich versetzen zu lassen. Aber auch sie, unternimmt nichts, um ihn wieder näher zu kommen, sie trauert für sich, alleine im Leisen und geht auch sämtlichen Fragen und Vermutungen der Kollegen aus dem Weg. Man möchte sagen, sie kapselt sich ab und wartet nur darauf, dass sie in der anderen Abteilung anfangen kann.

Sie ist enttäuscht, zu tiefst enttäuscht, sie muss sich selbst erst wieder finden, sie weiß nicht, was sie eigentlich will.

Es vergehen Wochen, Katharina hat Nachtdienst, alleine- eine ereignislose, ruhige Nacht, keine Neuaufnahmen, keine ausstehende OP, alles ruhig, alles schläft.

Es ist ganz still, sie sitzt über den Schreibkram, hat den Radio ganz leise gedreht…wenn sie doch nicht das Klacken ein paar Schuhe draußen am Gang hören würde und der Schritt dazu, ist ihr auch ganz vertraut. Sie braucht nicht hochzuschauen, um zu wissen wer da ist. Katharina bückt sich, Yunus muss ja nicht sehen, dass sie hier ist und Dienst hat, das kann sie jetzt überhaupt nicht gebrauchen, eine Diskussion mit Yunus!

Er scheint sie tatsächlich nicht bemerkt zu haben, denn er sperrt die Tür zu dem allgemeinen Arztzimmer auf und lässt sie wieder ins Schloss fallen, Erleichterung! Doch was tut er hier, mitten in der Nacht? Es ist nicht sein Arztzimmer in das er hinein gegangen ist, sie bleibt wie versteinert auf ihren Bürostuhl sitzen, ihr Herz schlägt ihr bis zum Hals. Es vergeht mindestens eine Viertel Stunde bis die Tür des Arztzimmers wieder geöffnet wird und ihr Atem stockt, genau in diesem Moment schaut Yunus direkt zu ihr hin, keine Mimik, kein Lächeln. Katharinas Blick wirkt erschrocken und traurig.

Yunus späht sehnsüchtig durch die Glasscheibe des Stationszimmers, nicht dass sie abhauen will, sein Blick hält sie gefangen, er taxiert sie!

Sie spürt die feinen Fäden die er um sie spinnt, die später zur Last werden sollen. Es sind unsichtbare Ketten, die er um sie legt und sie kann sich seinen bohrenden Blick nicht entziehen, als würde er sagen wollen, bleib da wo Du bist, reiß nicht aus von mir!

Ein Zögern lässt sich nur erahnen, Yunus schreitet zielstrebig auf das Stationszimmer zu und für Katharina gibt es kein Entrinnen mehr, jetzt wo sie völlig allein ist. Sie hat keinen Schutz, keine Deckung von ihren Kollegen, keine Ausflüchte, die zu Fluchten werden, wenn er in ihre Nähe kommt. Ihre Kehle wird ganz trocken, vom zuschnüren seiner unsichtbaren Hand, doch es ist nur seine pure Anwesenheit. Es ist keine Bedrohung die von ihm ausgeht, doch es ist auch keine Freundschaft in seinen dunklen Augen, die sie wie bodenlose Löcher verschlingen wollen.

„Na!“

Katharina bleibt stumm, das war nur ein kleines, unbedeutendes „Na“ , war das „Na“ eine Frage oder war es eine Feststellung? Soll sie es als Frage verstehen, im Sinne von „Na wie geht es Dir?“

Doch da sprudelt es schon aus ihm raus, als ob er ihre Gedanken lesen könnte: „Na, wie geht es Dir?“

Katharina, die immer noch kein Wörtchen hervorbringt, räuspert sich, „ebenfalls Na!“

Ein Anflug eines Lächelns verstirbt auf Yunus Gesicht, als sie sich wegdreht. Sie ist nicht gut in „In-die-Augen-schauen!“

Yunus bleibt zögerlich unter der Tür stehen, „Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wie es Dir geht, ernsthaft!“

Katharina schaut auf und schenkt ihm ein Schulterzucken.

Ungefragt nimmt er sich einen der leeren Drehstühle und setzt sich verkehrt herum darauf, so dass er seine Arme um die Lehne klammern kann.

„Ich verstehe Dich und ich akzeptiere deine Entscheidung, aber Du fehlst mir….Scheiße man Du fehlst mir!“

„Und? Warum schleuderst Du mir diese Worte so wütend um die Ohren?“

Yunus steht genervt auf, ratlos und genervt von sich selbst, weil er alles falsch anpackt. Seine Finger kribbeln, er nimmt ein herumliegendes Blatt Papier in die Hand, zerknüllt es und schmeißt es gegen die Wand.

Katharina hebt nur ihre Augenbraue, das ist der Blick mit dem sie ihn schon immer provozieren konnte.

Yunus & Katharina, Yunus das unbekannte Wesen (The End)

Katharina steht auf, zieht sich an und verlässt wortlos die Wohnung. Yunus der gerade auf der Toilette war, hört gerade noch die Tür ins Schloss fallen.

Eilig stürmt er aus seinem Bad heraus, „Katharina?“, er kann es nicht glauben was er soeben gehört hat. Ungläubig schaut er in alle Ecken und Räume seiner Wohnung. Versteckt sie sich irgendwo? Will sie mir einen Streich spielen oder provoziert sie?

Von Katharina weit und breit keine Spur, auch auf der Straße kann er sie nirgends mehr entdecken.

Ihre Schuhe sind weg, auch ihr Mantel fehlt, Yunus erschrickt, in der kleinen Messingschale in der er seinen Autoschlüssel aufbewahrt liegt Katharinas Schlüssel. Was hat das zu bedeuten? Ihn erreicht ein ungutes Gefühl, er wird panisch und Schweißperlen bilden sich auf seiner Stirn.

Ein dumpfes Gefühl in seiner Magengegend macht sich bei ihm breit, was ihn beinahe zur Übelkeit bringt. Verzweifelt und zurückgelassen steht er ratlos in seinem Flur.

Auf dem Platz seines Sofas ist Leere, an Katharinas Platz liegt ein fein zusammengefaltetes Blatt Papier. Mit zitternden Händen nimmt Yunus den Brief in die Hand und öffnet ihn vorsichtig, weil er nicht lesen mag, um was er fürchtet.

„Yunus, es tut mir leid, ich sage Adieu, ich kann nicht mehr zu Dir aufschauen, ich habe den Respekt verloren!“

Yunus & Katharina – Yunus das unbekannte Wesen Teil IV

So, meine kleine Forsetzung, wahrscheinlich werde ich jetzt von einigen Lesern gesteinigt!

Die Stimme der russischen Frau klingt mir noch in den Ohren, was hat sie da gesagt? Habe ich das richtig verstanden?

„So ist es gut, Schätzchen…“ Ich…ich bin nicht ihr Sch…!“

Yunus bedeutet mir, dass ich still sein soll, dass ich nichts sagen soll, „Psch….!“

„Ich meine, Sie haben ihre Sache gut gemacht, er hat es verdient!“

Noch immer ungläubig schaue ich von ihr zu ihm, „Was wissen Sie?“

„Das fragen Sie ihn!“ und verschwindet wieder.

So sitzen wir noch eine Weile in der für mich fremden Wohnung, bei jedem Versuch, mit Yunus zu reden, unterbindet er das, selbst wenn ich nur tief Luft hole, zeigt er mir, dass ich still sein soll. Er will jetzt nicht reden, weder mit mir, noch mit dieser Frau.

So bleiben wir noch einige Zeit sitzen, Frau Nikolajewa nimmt keine Notiz von uns. Gegen Abend, als es langsam dunkel wird, ist Yunus bereit zu gehen.

Schweigend gehen wir nebeneinander her, ich warte, bis er von selbst anfängt zu reden.

Zuhause bei ihm schweigen wir uns immer noch an, so dass es mir Angst macht, was noch kommt. Kein Radio und kein Fernseher stört unsere Ruhe.

Endlich bricht Yunus sein Schweigen: „ Ich wollte Dir das Gefühl schenken, wie es ist, mich zu bestrafen. Ich wollte dir diese Demütigung schenken, selbst Hand anzulegen zu müssen. Ich wollte, dass Du dich an mich austobst, dass Du all Deine negativen Gefühle rauslässt!“

„Aha! Und was sollte das dann mit der Frau und mir?“

„Sie wollte dich noch anstacheln dazu, sie wollte dich zur grenzenlosen Wut auf mich bringen. Nun, vielleicht hat sie es etwas übertrieben, vielleicht auch, weil sie mich will oder wollte, aber nicht bekommt!“

Mir kommt die Galle hoch und ich erhebe meine Hand gegen ihn.

„Was läuft da zwischen Euch?“ schreie ich ihn an.

„ Danke für die Ohrfeige! Nichts, da läuft gar nichts und da wird auch nie etwas laufen!“

„Woher kennst Du sie, warum dutzt Du sie und was soll das Gerede mit Herrin?“

„Ich kenne sie noch aus meiner Berliner Zeit, sie hat mir gezeigt, was bedingungslose Liebe ist, sie hat mich verführt und sie hat mich geführt.“

„Und jetzt? Benutzt sie dich immer noch? Wieso wohnt sie in der selben Stadt?“

„Nein, keine Angst, sie wohnt hier nicht, es ist auch nicht ihre Wohnung gewesen und sie heißt auch nicht wie auf dem Klingelschild. Sie reist morgen wieder ab nach Berlin. Ja, ich habe viel von ihr und durch sie gelernt. Sie ist eine Domina und sie hat mich dahin gebracht, wo ich heute bin. Sie hat mir Türen geöffnet, von denen man in meinem Heimatland nichts ahnte.

Ich war unfähig zu lieben, ich war unfähig Gefühle zuzulassen, ich musste die Freiheit, das Leben, die Kultur und seine Menschen hier erst kennenlernen. Ich kannte nur Hass außerhalb meiner geliebten Familie und mir blieb nur der Weg das Land zu verlassen. Ich war verloren und sie hat mir Halt gegeben, sie hat mich an die Hand genommen und mich in dieses neue Leben eingeführt.“

„Aber sie ist auch nicht von hier?!“

„Ja, sie ist eine Russin, wie man unschwer hören und erkennen kann, aber sie führte ein ganz anderes Leben wie ich.“

„Also wart ihr doch ein Paar?“

„Nein, wir waren nie ein Paar, sie hat mir nur gezeigt, wie es geht, sie hat mich nie ganz für sich bekommen und dafür hat sie mich zuerst angebetet und dann bestraft.

Sie hat es geschafft, dass ich aus mir herausgehe, dass ich mich öffne, dass ich all meine Gefühle, positive, wie auch die negativen rauslasse.“

„Ich verstehe da trotzdem einiges nicht!“

„Was verstehst Du da nicht?“

„Hätte es nicht gereicht, mich verbal zu demütigen vor Dir? Wieso musste mir noch solche Schmerzen zufügen?“

„Du meinst den Po dehnen, oder? Das gehört für sie dazu und durch sie, habe ich das lieben gelernt, sie hat dich gereinigt, so wie dich noch nie jemand gereinigt hat. Ich möchte dich gerne von hinten nehmen und Du wirst sehen, wie leicht das heute für Dich ist!“

„Woher willst Du wissen, dass ich das heute will?“

„Du wirst schon sehen, sie hat dich in meiner Gegenwart nicht umsonst gequält und mich vor dir gedehmütigt!“

Yunus & Katharina- Yunus das unbekannte Wesen III

Diese Frau Nikolajewa passt eigentlich gar nicht zu Yunus, ihr Ausdruck ist streng, unnahbar, die Haare streng nach hinten lackiert, die schwarze Lederkleidung enganliegend, jedoch muss ich zugeben, dass ihre Figur perfekt ist, aber in keinster Weise würde ich sie mit Yunus irgendwie in Verbindung bringen, umso mehr fühle ich mich in ihrer Nähe unbehaglich.

Sie lässt mich in der Mitte des Raumes stehen und ich wage es nicht, meine Position zu ändern, wie angewurzelt stehe ich nun da in voller Erwartung, was jetzt kommen mag. Meine Schleimschnecke macht ihren Namen aller Ehre und ich bin froh, dass das niemand sehen kann.

„Trete vor!“ dieses gilt nicht mir, sondern sie ruft es in Richtung Yunus. Yunus tritt hinter dem Paravent hervor, er ist nackt!

„Hallo Katharina!“

„Yunus- was soll das alles?“

Frau Nikolajewa verfolgt jede Handlung mit Argusaugen, Yunus berührt mich unter meinem Elfenkleid. „War da ein Slip dabei?“

„Nein, aber ich dachte…!“

„Du sollst nicht denken, Du sollst folgen!“

Frau Nikolajewa mischt sich mit ihrer tiefen Stimme und ihren harten Akzent ein: „Ich habe gesagt, sie sollen nur das anziehen, was ich mitgebracht habe!“

Yunus Blick verfinstert sich, ich weiß nicht, wer jetzt hier das Opfer ist.

„Sie kann nicht hören, verzeih!“

„Du hast sie nicht im Griff!“

Ah, Frau Russia ist per Du mit ihm!

„Ist sie etwa nass?“

„Ja das ist sie!“

„Knie nieder und leck es ab und reiß den Slip herunter, der ist unnötig!“

Ich will nicht im Beisein der Russin von Yunus geleckt werden, ich will überhaupt keine Zuschauer dabei haben.

Yunus streift mir den Slip ab, Frau Nikolajewa greift mir ungefragt zwischen die Beine und steckt ihren langen Zeigefinger in meine Scheide. Ich erstarre und greife mit der Hand an ihr Handgelenk, „Lassen Sie das Frau Niko….!“

„Sie haben mir gar nichts zu sagen meine Liebe!“

„Ich bin nicht ihre Liebe!“

Frau Nikolajewa zieht ihre Augenbrauen zusammen, „Zeig ihr, dass sie nicht so mit mir sprechen kann!“

Yunus zieht seine Augenbrauen zusammen,

„Katharina, sei still!“ Er zerrt meinen klebrigen Slip herunter und wirft ihn weg.

„Zeig ihr, wer ihr Herr ist! Sowie ich Dir zeige, wer Deine Herrin ist!“

Ich bin entsetzt, was führt Yunus für ein Doppelleben? Ist das seine Herrin? Wozu? Bis jetzt dachte ich immer es gäbe nur mich und seine Arbeit.

„Ich werde Dir Gehorsam beibringen, leg Dich über die Bank!“

„Yunus! Nicht vor ihr!“

Sein Blitzen in den Augen verrät mir nichts Gutes.

„Jetzt aber etwas plötzlich, diskutiere nicht, da rauf!“ und zeigt erneut auf die Bank.

Frau Nikolajewa schaut ebenfalls, als wäre mit ihr nicht zu Spaßen und ich ergebe mich, ich wage es nicht mehr ihr zu widersprechen und lasse mich bauchwärts etwas ungelenk auf die kalte Bank sinken.

Sie zerrt mir unwirsch an meine Beine und zieht sie an meinen Fußfesseln auseinander, nicht zu vergessen, mir vorher nochmals in den Schritt zu greifen, dann klappt sie den Saum des eh schon kurzen Elfenkleides nach oben. Wieder möchte ich mich dagegen wehren, denn es ist mir äußerst unangenehm. Das ist wie früher in der Schule, wenn man vor den Klassenkameraden zur Schau gestellt wurde, weil man was angestellt hat. Ich möchte mit dieser fremden Frau keine Intimitäten austauschen und ich will mich ihr nicht körperlich offenbaren, ich habe aber keine Chance und klinke mich jetzt bestmöglich aus.

Eine warme Hand streicht mir über meine Oberschenkel bis hoch zu meinen Arschbacken, es sind die wohltuenden Hände von Yunus und ich fühle mich sicher, einigermaßen, denn die bin ich gewohnt. Er streicht, er knetet, ganz zärtlich und vorsichtig behandelt er meine Haut, wohlige Geborgenheit macht sich in mir breit, doch er tritt wieder ab und nun steht diese Frau wieder alleine bei mir.

Ihren Blick nach zu urteilen, ist sie nicht zufrieden mit dem, was sie da sieht. Sie wirft einen breiten Ledergurt über meine Hüften und schnallt mich so fest an die Bank, dass es für mich unmöglich ist, mich zu wehren und mich zu bewegen. Sie nimmt meine Handgelenke und bindet sie über meinen Kopf fest zusammen. Mir gefällt das nicht, dass sie das mit mir macht und dass Yunus tatenlos dabei zusieht, was sie mit meinem Körper macht. Ich habe keine Wahl, streng sieht sie mir tief in meine Augen, sie nimmt meinen Slip und stopft ihn mir in den Mund. Ich versuche noch mich zu wehren und auszuspucken, aber ich habe keine Chance, sie hat mir die Bewegungsfreiheit und meinen Willen genommen.

Frau Nikolajewa verschwindet aus meinem Sichtfeld und ich höre etwas Klappern und Schnalzen. Kurz darauf werden  meine Arschbacken energisch auseinander gezogen und ich spüre- ich weiß, dass es nicht Yunus ist.

Ein kalter Finger bohrt sich in meinem Hintern, ich erschrecke fürchterlich, Panik erfasst mich, ich kann mich weder aufbäumen, noch kann ich meine Pobacken zusammenziehen, ihre Hände pressen zu sehr dagegen.

Sie dehnt meinen Anus auf und massiert mein Loch mit einer Creme, immer weiter und tiefer dringt ihr Finger in mich ein, der Schmerz wird stärker, ich spüre zwei Finger in mir drin und als sie merkt, dass ich mich wieder dagegen wehre, wenn auch erfolglos, klatscht sie mir auf den Po und schiebt ihre Hand mit drei Fingern gnadenlos in meine Po-Öffnung hinein. Ich zerre an meinen Fesseln, doch sie hat für mich nur ein höhnisches Grinsen übrig.

Es schmerzt und es brennt in meinem Anus, sie fügt mir ungeheure Qualen zu. Ich bin noch nie so arg gedehnt worden, es macht sich ein Gefühl in mir breit, welches ich in diesem Ausmaß noch nie empfunden habe, so hilflos und ausgeliefert. In dieser Stellung habe ich keine Möglichkeit, mich den Handlungen zu widersetzen, ich kann weder ausweichen, noch den Schmerz kompensieren, weder durch anspannen, noch durch entspannen. In dieser Situation bin ich völlig macht- und wehrlos. Die Frau ist völlig gefühllos, es kümmert sie nicht, was ich fühle, sie massiert meine Darmwand von innen, lässt ihren Finger darin ruhen, zieht ihn wieder raus, so dass mir zwei Minuten zur Entspannung bleiben und sie fängt von Neuen an mit der Prozedur.

Langsam dreht sie ihre Finger wieder aus mir heraus und ich atme tief durch und entspanne. Sie scheint für einen kurzen Moment von mir abzulassen, doch ich bleibe angespannt auf die Aussicht, wie sie mich noch malträtieren will. Soll es eine Strafe sein, für das, dass mir Yunus gehört oder gehört er mir gar nicht?

Meine Augen sind nicht verbunden, umso schlimmer ist es für mich, als ich sehe, was sie alles auf einem kleinen Beistelltisch aufbaut. Ich spüre es jetzt schon, wenn sie das alles an mir ausprobiert, ich kann es fühlen, ich schiele ängstlich in Richtung des kleinen Tisches, es schaut alles so bedrohlich aus.

Sie kommt wieder auf mich zu, ich sehe nicht, was sie in ihren Händen hält, sie versteckt es hinter ihrem Rücken und schon steht sie schon wieder hinter mir, zwischen meinen gespreizten Beinen und befasst sich erneut mit meinem Poloch. Sie dehnt es nochmal und schiebt etwas Kühles in mich hinein, der zu erwartende Schmerz blieb aus, eine kühle Flüssigkeit flutet meinen Darm, erst jetzt kann ich realisieren, was es ist. Frau Nikolajewa entscheidet für sich, wenn ich genug habe. Sie zieht das Klistier wieder aus mir heraus und gnadenlos setzt sie sofort etwas hartes an mein Poloch an und drückt es hinein, aber nur soweit, dass es hinter meinem Schließmuskel stecken bleibt.

Die Russin lässt wieder ab von mir und es dauert nicht lange und ich habe das Bedürfnis schleunigst zur Toilette zu müssen, sofort, ich habe Angst, hier alles vollzukacken, ich kann nicht vor ihr und auch nicht vor Yunus loslassen um unter Publikum zu kacken, ich bekomme Bauchschmerzen. Erlöst mich denn keiner?

Ich schreie: „Tut das Ding raus… ich muss….ich hab Bauchweh..!“ Ich werfe meinen Kopf hin und her und sie scheint Vergnügen daran zu haben, mich so leidend zu sehen. Yunus schaut mit ernster Miene zu, zeigt keine Gefühlsregung.

In Zeitlupe entfernt sie zuerst den breiten Hüftgurt und die anderen Manschetten, erst dann dreht sie langsam den harten Glasplug aus mir heraus, ich kann mein Glück noch nicht fassen, sie nimmt mich an die Hand und führt mich zur Toilette, ich kann mich endlich erleichtern, sie lässt die Tür offen stehen, aber es gibt eh keinen Schlüssel, mit dem ich mich für eine Weile wegsperren kann.

Ich bleibe mindestens 10 Minuten darauf sitzen, dann höre ich ihre barsche Stimme wieder: „Willst Du hier Wurzeln schlagen, das muss jetzt genügen, schau dass Du wieder herkommst!“

Ich will hier weg!

Ich weiß nicht, was ich tun soll, also begebe ich mich wieder zurück in das Zimmer und bleibe im Raum stehen.

„Jetzt bist Du rein, bereit für mehr!“

„Ich will nicht mehr und ich will auch nicht bereit sein!“

„Hat Dich jemand nach Deiner Meinung gefragt, Schätzchen?“

Schuldbewusst senke ich wieder meinen Kopf.

„Stell Dich in die Ecke und sieh zu!“

„Yunus, auf die Bank mit dir, ich werde dich jetzt so behandeln, wie Du es verdient hast! Und Schätzchen, er tut es für Dich!“

1000 Fragezeichen stehen auf meiner Stirn, was wird das nun und was habe ich damit zu tun?

Frau Nikolajewa nimmt denselben Hüftgurt und wirft ihn über Yunus, seine Beine zieht sie unwirsch auseinander und fesselt sie genauso wie sich mich gefesselt hat. Sie nimmt seine Handgelenke und fixiert auch diese über seinen Kopf. Ich kann jetzt alles aus einer anderen Perspektive sehen und kann das nochmals mitfühlen. Doch hege ich nicht das Gefühl der Gehässigkeit oder der Schadenfreude, vielmehr tut mir Yunus leid und ich suche natürlich die Schuld bei mir.

Wie bei mir, beginnt sie auch bei Yunus mit einem Finger, der sich in seinen Anus bohrt, mit einer Steigerung bis zur ganzen Hand. Oh, sie hatte Gnade mit mir. Nachdem sie seinen Anus reichlich vorbereitet hat, bekommt er nicht wie ich ein Klistier zur Säuberung verabreicht, sondern sie schiebt etwas ganz anderes in seinen Anus. Es ist ein schwarzer, dünner Schlauch mit einem Ballon daran. Diesen Ballon pumpt sie auf, bis Yunus Atmen lauter wird und er zu stöhnen beginnt.

Sie greift ihn von hinten zwischen den Beinen und prüft seinen Penis. Ich will nicht, dass sie ihn da anfässt und ich will das auch nicht sehen. Mein armer Yunus, er wird lauter, er versucht sich aus den Zwängen zu befreien, sie lässt an einem Ventil etwas Luft ab, aber nicht genug, Yunus ist weiter angespannt und erregt. Zwischendurch greift sie immer wieder nach seinem Penis und spielt damit, was ihn einen zusätzlichen Kick gibt. Sie hat keine Gnade mit ihm, der Ballon bleibt in ihm drin und jetzt nimmt sie eine der Peitschen, die sie anfangs zurechtgelegt hat und lässt sie über seinen Rücken tanzen. Ganz leicht, fast ein Streicheln, dann klatscht sie damit auf dem Boden. Sie will wohl demonstrieren, welche Wucht in der Peitsche steckt und wie gut sie damit umgehen kann.

Beim nächsten Strich über seinen Rücken endet das mit einem kräftigen Peitschenhieb auf seinem blanken Po. Ihm bleibt nur ein kurzer Moment, in dem er sich entspannen kann. Die Russin holt aus und drischt erneut auf Yunus Hinterteil ein, man sieht wie Yunus seine Muskeln anspannt und es scheint, dass das alles an ihm abprallt. Ab dem fünften Schlag zischt er und zieht die Luft tief ein, er hält seinen Atem an und als sie wieder von ihm ablässt, hört man wie er sich wieder entspannt.

Jetzt hält Frau Nikolajewa die Peitsche zu mir hin, ich soll übernehmen, doch ich kann das nicht.

„Stellen Sie sich nicht so an!“ Oh, jetzt Siezt sie mich wieder, ich nehme die Peitsche in die Hand, doch mehr als ein Streichen über seinen Rücken bringe ich nicht zustande.

Sie ermahnt mich wieder, nimmt meine Hände mit der Peitsche und zeigt es mir. Ich kann nicht hinsehen und gucke zur Seite.

„Bitte Katharina, tu was sie sagt, ich habe es nicht anders verdient, denk Dir bei jeden Schlag was aus, sag Arschloch, denk wie ich dir weh getan habe, wie ich dich am Telefon weggedrückt habe, dass ich mich nicht gemeldet habe…“

Jetzt erst verstehe ich und jetzt lasse ich die letzte Woche nochmals in meinem Kopf Revue passieren, ich fühle die letzte Woche nach, den Schmerz, die Ungewissheit, meine Ängste und ich lasse alle meine aufgestaute Wut mit der Peitsche auf seinen Rücken nieder.

Es macht mich so fertig, dass ich das geschafft habe, ich bin so entsetzt von mir, dass ich die Peitsche wegschmeiße und weinend zu Boden sinke.

Frau Nikolajewa lässt von Yunus ab, löst die Fixierungen, lässt die Luft von dem Ballon ab und verzieht sich in den Hintergrund.

Yunus wirkt genauso erschöpft wie ich, „Jetzt hast Du es mir gezeigt! Ich danke Dir dafür!

Er setzt sich zu mir und nimmt mich in den Arm, er drückt mich ganz fest an sich heran und mein Schluchzen wird stärker.

Yunus & Katharina- Yunus das unbekannte Wesen II

Ich zögere einen Augenblick, noch kann ich zurücktreten, aber man erwartet mich, Yunus erwartete mich, wie auch immer.

Unsicher trete ich in die Villa ein, im großzügigen Eingangsbereich ist alles weiß gestrichen, nicht übertrieben kühl oder modern, eher einfach gehalten und etwas abgewohnt. Es ist sehr still hier, was vielleicht an den alten, dicken Wänden liegen mag. Aus der Erdgeschoßwohnung klingt gedämpft Musik. Ich höre von oben keine Aufforderung, dass ich hoch kommen soll, ich höre aber auch niemanden, der mir entgegen kommt. Langsam betrete ich nun die breite, alte Holztreppe, jeder Schritt, den ich darauf setze, knarzt, schleichen geht nicht und meine Schritte verraten mich, dass ich auf dem Weg nach oben bin. Ich höre keine Stimmen von oben, ich kann mir nicht ausmalen, wieviel Personen in der Wohnung oben sind. Das Kribbeln im Bauch frisst mich fast auf.

Die Stufen sind hoch und auf dem letzten Absatz mache ich eine Pause, ich beuge mich vor, ob ich schon Jemanden oben sehen kann. Mein Atem wird schwerer, mit jeder Stufe die ich weiter hochklimme, fällt mir das atmen schwerer. Liegt es an den vielen Stufen oder liegt es an meiner Scheiß-Angst?

Was mache ich hier? Und was macht Yunus hier? Mit mir? Und wer ist diese ominöse Frau Nikolajewa?

Oben angekommen, muss ich nochmals tief durchatmen, die Tür steht einen kleinen Spalt offen, ich folgere daraus, dass ich eintreten kann, aber man empfängt mich nicht. In meiner Unsicherheit klopfe ich zaghaft an die Türe, aber kein Ton dringt aus dem inneren der Wohnung.

Ich ziehe die Tür weiter auf und schließe sie hinter mir wieder. Selbst dieser Ton klingt irgendwie gedämpft.

„Hallo?! Ist da wer?“

Die ominöse Frau, die mir die Sachen zu meiner Wohnung gebracht hat, erscheint aus dem hinteren Teil der Wohnung. Ganz im Gegenteil zu mir, ist sie schwarz gekleidet, die blasse Haut und die roten Lippen lassen sie wie Schneewittchen erscheinen. Aber an ihr ist nichts Märchenhaftes, sie bleibt mir immer noch unsympathisch und am liebsten würde ich mich sofort auf meinem Absatz mich umdrehen und kehrt machen.

„Wer sind Sie und was ist mit Yunus?“

„Pscht!“ zischt sie mich an. „Mitkommen!“

Sie führt mich in einen großen, hohen Raum, der kaum Möbelstücke vorzuweisen hat.

In der Mitte des Raumes steht eine schmale, lange Holzbank, ohne Lehne, daneben liegen verschiedene Schlaginstrumente bereit. Ich verstehe immer noch nicht was das alles zu bedeuten hat.

In der Ecke entdecke ich einen Paravent, schemenhaft kann ich Yunus dahinter vermuten….

So, jetzt seid ihr gefragt, wie könnte es weitergehen? Ich habe mehrere Variationen im Kopf, kann mich aber noch nicht so festlegen.

Yunus & Katharina – Yunus, das unbekannte Wesen

Yunus hat einen straffen Terminkalender in dieser Woche, so kommt es, dass er keine Zeit für Katharina hat, was sie nachdenklich stimmt. Sicherlich weiß sie, dass es Zeiten gibt, in denen er mehr arbeiten muss und in seinem Job kann er eben nicht pünktlich den Stift fallen lassen und gehen, da hätte sie sich jemand anderen suchen müssen. Also es ist der vierte Tag, an dem sie abends alleine Zuhause sitzt und Yunus nicht kommt. Mal gibt es einen Notfall und er steht zu lange im OP, am Tag später ist er zu müde und muss den verpassten Schlaf der vorangegangenen Nacht nachholen. Aber auch in der Arbeit trifft sie ihn kaum, denn statt Visite zu machen, sitzt er in der Sprechstunde und lässt sich nicht blicken. Katharina ist etwas verwundert und sie macht sich Gedanken, ob wohl irgendetwas vorgefallen ist, was ihm Anlass gibt, ihr aus dem Weg zu gehen.

Wenn sie ihn anruft, geht er nicht ans Telefon oder er drückt sie einfach weg, was ist los mit ihm, will er etwas Abstand vor ihr haben oder ist sie ihm überdrüssig?

Von Tag zu Tag schmerzt es sie mehr, es ist wie ein Verlust und das Schlimmste daran ist, dass er nicht mit ihr redet und sie weiß nicht warum. Was ist geschehen? Sie grübelt jeden Tag mehr über ihr Verhalten, ob sie irgendetwas falsch gemacht hat, ob sie ihn verärgert hat und findet keinen Grund für sein Wegbleiben. Sie schreibt ihn Kurznachrichten und er schreibt nicht zurück, nicht mal einen Kommentar, meist bleiben ihre Nachrichten auch ungelesen, denn das Häkchen bleibt grau und nicht blau. Sie wirkt betrübt, nahezu verzweifelt und nach ein paar Tagen fällt es auch Mona in der Arbeit auf, dass irgendetwas mit Katharina nicht stimmt. Und ja, auch sie bemerkt, dass sie Yunus den Oberarzt schon ein paar Tage nicht gesehen hat. Krank oder im Urlaub ist er aber nicht, denn sein Name steht regelmäßig auf dem OP-Plan.

„Katharina? Ist irgendwas zwischen Dir und Yunus?“

Ich schaue Mona  mit großen, vorwurfsvollen Augen an und fühle mich durchschaut, „Ach Mona, das wenn ich wüsste, ich sehe ihn zur Zeit kaum, irgendwie geht er mir aus dem Weg!“

„Wenn ich nur wüsste, wie ich dir irgendwie helfen kann?!“

„Ich weiß es auch nicht, aber sprich mich nicht weiter darauf an, zumindest nicht hier, nicht dass ich hier heulen muss, es reicht schon zuhause, dass ich mir die Augen ausheule!“

„Mensch Katha, das ist doch kein Dauerzustand, Du versinkst ja noch in Depressionen wegen dem! Du musst doch wissen, was vorgefallen ist!“

„Nein, das weiß ich eben nicht und er will anscheinend nicht mit mir sprechen, am besten wäre, wenn ich mich versetzen lasse!“

„Ihr müsst miteinander reden!“

Katharina schnaubt verbittert „Pah!“

„Ich habe es immer schon gesagt, der Typ tut dir nicht gut!“

„Ach was weißt Du denn schon, was gut für mich ist!“

„Ich meine ja nur, schau dich doch mal an! Jetzt verteidigst Du ihn auch noch!“

„Gar nicht, aber ich liebe ihn eben, da kann man nichts machen, es wird bestimmt bald wieder!“

„Und ihr hattet keinen Streit?“

„Keinen Streit! Es gibt bestimmt eine logische Erklärung für sein Verhalten!“

„Dass Du immer nach Ausreden suchst, dich nimmt es doch mit!“

„Ja, schon, aber lass uns jetzt das Thema beenden!“

„Wie Du meinst, sag Bescheid, wenn Du reden willst, ok?“

„OK“

 Wochenende, es ist Freitagabend, und Katharina sitzt wieder alleine Zuhause:

Warum meldet er sich nicht? Warum antwortet er nicht? Der soll nur kommen, jetzt tue ich es genauso wie er und lasse ihn abblitzen. Genau in dieser Sekunde klingelt das Telefon…

„Hallo Schatz, Yunus hier, es tut mir so ……“

Klick- ich kann nicht anders, ich lasse den Telefonhörer fallen, was er kann, kann ich schon lange.

Das Telefon klingelt wieder, ich nehme den Hörer ab, nur um ihn gleich wieder wegzudrücken.

Das Spielchen hatten wir schon mal, es folgt eine Nachricht auf dem Handy, „Na gut, wenn Du so nicht willst, dann eben anders!“

Schluck, was soll diese Botschaft? Er macht mir Angst, sicherlich kommt er gleich und steht, als wenn nichts gewesen wäre vor meiner Tür, nein dieses Mal nicht, so leicht geht das nicht!

Doch es passiert nichts, insgeheim hoffe ich natürlich, dass es so wäre, aber Yunus ist nicht vorhersehbar, ich kann ihn nicht einschätzen.

Weder an diesem Abend, noch am nächsten Tag bekomme ich irgendein Lebenszeichen von Ihm, Mona hat irgendwie Recht, er macht mich krank und ich vergehe beinahe vor Sehnsucht.

Sonntagmittag klingelt es an meiner Haustür, ich will eigentlich gar nicht aufmachen, im schlimmsten Fall sind es meine Eltern und die brauche ich in meinem Zustand erst recht nicht. Es klingelt wieder, doch ich bleibe regungslos stehen und reagiere nicht. Mein Auto steht in der Tiefgarage und niemand kann sehen, ob ich tatsächlich zuhause bin. Ich schaue durch den Spion und erkenne eine jüngere Frau die ich noch nie gesehen habe. Vielleicht eine Zeugin Jehovas oder sonst was, ich öffne die Tür nicht und ärgere mich wieder, dass die Haustür unten nur mit dem Schnapper geschlossen ist.

Die Frau scheint sich zu bücken und es sieht so aus, wie ich vermuten kann, dass sie vor meiner Tür etwas abgelegt hat, sicherlich nur Werbung oder so was. Sie geht mit schnellem Schritt wieder die Treppen hinunter und eigentlich interessiert mich gar nicht, was sie vor meiner Tür abgelegt hat. Für eine Zeugin Jehovas oder sonst eine Angehörige einer christlichen Vereinigung war sie jedoch zu bizarr gekleidet. Ihre Aufmachung macht mich stutzig und ich warte, bis ich nachschaue, was sie vor meiner Tür abgelegt hat.

Ich bücke mich, es ist ein ganz normaler Briefumschlag, keine Werbung, kein Spendenaufruf oder sonst was in der Richtung, ein weißer Briefumschlag mit meinen Namen drauf, in sauberen Druckbuchstaben geschrieben, nicht einfach so hingekritzelt. Ich nehme den Brief an mich und eile an mein Fenster, um vielleicht die Frau noch von hinten zu sehen, aber sie war schon verschwunden, ich kenne sie nicht, habe sie noch nie, zumindest nicht bewusst, vorher jemals gesehen.

Mein Herz schlägt bis zum Hals als ich den Brief vorsichtig öffne, denn ich will ihn nicht kaputt machen, wer weiß, was das bedeuten soll.

Ein ganz normaler zusammengefalteter Zettel, ich erkenne nun die Schrift, ein Brief in Yunus schönster Schrift, er hat sich echt Mühe gegeben. Aber was soll das? Wer war um Himmels Willen diese Frau? Wie kommt er dazu? Muss ich mir da vielleicht Gedanken darüber machen? Ein gewisses Unwohlsein macht sich in meinem Inneren breit.

Keine liebevolle Anrede, nur ein Befehl:

Du wirst heute um 17°° pünktlich mit der bereitgestellten Kleidung in der Friedrichstrasse 15 erscheinen, benutze die Klingel mit dem Namen M. Nikolajewa.

Du stellst Dich vor als Katharina, Du wirst erwartet!

Ich erwarte von Dir absolute Pünktlichkeit und Gehorsam!

Ich bin wie vom Donner gerührt, welche Kleidung? Ich muss nochmals nachschauen, da lag nur der Brief! Ich reiße meine Wohnungstür auf und da steht diese mysteriöse Frau wieder, neben meiner Tür mit einer Schachtel. Ich erstarre, die Frau mustert mich mit ihren dunklen Katzenaugen von oben bis unten und überreicht mir die Schachtel ohne auch nur ein Wörtchen zu sagen. Sie bleibt stehen und in ihren Augen kann ich etwas lesen, wie Abneigung oder eine gewisse Arroganz, sie kehrt auf ihren Absätzen um und rennt eilig die Treppe hinunter.

Meine Aufregung steigt und mein Hals wird trocken, ich kann es nicht erwarten, um zu sehen, was in dem länglichen Karton versteckt ist. Ich nehme den Deckel ab, mein Atem stockt, vorsichtig ziehe ich den weißen Seidenstoff aus der Schachtel, ein Hauch von nichts. Ich halte dieses Kleid vor meinem Körper und betrachte mich damit im Spiegel, es ist ein ganz zartes Kleid, es reicht mir bis zur Mitte meiner Oberschenkel, es ist verrucht und elfenhaft zugleich. Ich entledige mich meinen Alltagsklamotten und streife mir das Elfenkleid über. Mit meinen langen blonden Haaren wirkt es fast unschuldig an mir, ich schaue zerbrechlich darin aus, was vielleicht auch daran liegt, dass ich in der letzten Woche kaum etwas gegessen habe. Es ist durchaus tragbar, wirkt nicht als Verkleidung, eher edel. Yunus hat einen sehr erlesenen Geschmack und weiß was mir steht. Dazu weiße Stilettos und zarte Nylons, bei deren Anblick schon Laufmaschen entstehen. Ich muss sehr vorsichtig damit umgehen. Keine Accessoires, kein Schmuck oder Gürtel oder so lenkt von dem Outfit ab, jedoch ist es etwas durchsichtig, auch die Nylons verdecken nicht alles, was es zu verdecken gibt.

Ich muss mich ausgiebig darauf vorbereiten, ich muss mich gut rasieren, dann erkennt man vielleicht wirklich nichts darunter. Es ist keine Wäsche dabei, weder Slip noch BH, aber da habe ich ja genügend Sachen, die perfekt darunter passen.

Was hat er sich nun schon wieder ausgedacht? Was wird passieren? Wird er mich vorführen? Und was ist das überhaupt für eine Adresse? Ich kenne sie nicht, ich kenne die Straße, aber ich weiß nicht, wo seine Freunde und Bekannte alle wohnen, denn die haben wir ja lange genug ausgegrenzt aus unserer Beziehung, nur ein paar Einzelne wissen von uns, genauso wie bei mir, gemeinsame Freunde haben wir nicht. Umso unwohler fühle ich mich, auf wen ich in dieser Wohnung treffe.

Mir ahnt Schlimmes, was weiß ich überhaupt über diesen Yunus? Vielleicht ist das seine Zweitwohnung, ein anderes Leben, dass er mit dieser ominösen Frau teilt, ich mag gar nicht daran denken, kann es mir aber auch nicht ernsthaft vorstellen, oder ich will es einfach nicht wahrhaben, war ich in all der Zeit so blind, so naiv? Werde ich jetzt bestraft für das, dass ich so blauäugig war und vorgeführt wie eine zerbrechliche Porzellanpuppe im Jungfrauenkostüm?

Oder findet dort eine Party statt? Ein Maskenball? Aber das würde auch nicht so zu Yunus passen. Ich hätte die Frau festhalten sollen und fragen sollen, ihr Blick sagte mir, dass sie bescheid weiß.

Bescheid über Yunus und mich, vielleicht lag auch etwas Enttäuschung in diesem abschätzenden Blick. Mein Gott, was soll ich tun, was ist, wenn das seine Zweitfrau ist und jetzt die Trennung zwischen mir und ihm zelebriert wird, weil ich zu zickig bin, nicht unterwürfig genug für einen Mann  seiner Herkunft und mit seiner anderen Mentalität.

Jedoch bewunderte ich ihn immer für seine freie Liebe mir gegenüber, sein Verhalten so westlich und locker und ohne Konventionen. Hat er mir das immer vorgespielt oder hat die andere Frau ihn ertappt und er muss sich jetzt vor mir trennen? Ich mag gar nicht daran denken oder geht meine Fantasie mal wieder mit mir durch.

Fantasie kann beflügeln, kann mich fördern, aber eben auch einbremsen!

Eigentlich bräuchte ich vor diesem Abend mindestens eine Flasche Prosecco um meine Nervosität zu stillen, aber ich kann unmöglich beschwipst dorthin gehen, Yunus würde mich sofort wieder wegschicken, ich weiß es. Ich muss nüchtern bleiben, sauber und clean, genau wie diese Klamotten in die er mich gesteckt hat und in die er mich sehen will.

Er kennt mich zu gut, um zu wissen, wie ich mich in solch einer Situation fühle und ich weiß, er wird es voll auskosten, ich kann sein leichtes, spöttisches Grinsen um seine Mundwinkel schon erahnen!

Die Zeit bis ich aufbrechen muss, zieht sich wie Kaugummi und wie so oft, muss ich mich beherrschen, nicht an meinen Fingernägeln zu kauen. Die Zeit bis zu dieser „Bescherung“ kann ich nicht mal mit Masturbieren überbrücken, zu aufgeregt bin ich, obwohl mir bei dem Gedanken schon der Saft aus der Muschi läuft. Ich weiß aber, dass Yunus das nicht mag und werde mich hüten heute Gebrauch davon zu machen. Ich beschließe den Fernseher anzuschalten, nur zur Berieselung, denn darauf konzentrieren kann ich mich nicht, auch nicht aufs Lesen, das Einzige was geht ist Kreuzworträtsel lösen und in Zeitschriften zu blättern, Hauptsache ich habe etwas in der Hand.

Irgendwie habe ich die Zeit des Wartens doch totgeschlagen und ich fahre in die Friedrichstraße und suche zu Fuß das Haus mit der Nummer 15. Es ist ein altes Haus, fast schon eine Villa, in dieser Gegend nähe des Parkes stehen viele solche schönen, alten Villen aus der Gründerzeit.

Ich nehme all meinen Mut zusammen und es mischt sich zu meiner Unsicherheit noch ein Gefühl der Geilheit mit, die ich nicht richtig genießen kann.

Es stehen insgesamt drei Namen an der Haustür, die Klingel mit der Aufschrift M. Nikolajewa ist die oberste und befindet sich unter dem Dach.

Zaghaft drücke ich auf den Klingelknopf, nach einem Moment meldete sich eine dunkle Frauenstimme mit russischem Akzent: „Ja bitte?“

„Ha….Hallo… hier ist Katharina, darf ich reinkommen?“

„ Bitte?“ sagt die Frauenstimme wieder. Bin ich etwa falsch hier? Nein, der Name stimmt, aber was ist, wenn diese Frau hier hinter dem Türöffner gar nicht weiß von meinem Besuch?

„Katharina, ich…ich sollte um 17°° hierher kommen! Entschuldigung!“

Ich bemerke mein Handy und schaue die eingehende Nachricht an:

„Ich hab gesagt, wie Du dich melden sollst und du solltest meinen Anweisungen Folge leisten!“

Das sitzt, ich nehme mir den Brief nochmals zur Hand und überfliege, was für Anweisungen da draufstehen. Ich habe das Gefühl, dass ich wieder alles falsch mache.

Ich klingele nochmals, denn der Zutritt wurde mir verweigert. Was um alles in der Welt macht Yunus hier in dieser Wohnung, durchschießt es wieder mein Gehirn.

Doch nicht Yunus Stimme ertönt, sondern wieder die der Frau, steht er daneben um sich alles mit anzuhören, dass er sofort Bescheid wusste, dass ich mich falsch angemeldet habe?

„Bitte?“

„Katharina- ich werde erwartet“. Und der erlösende Ton des Summers eröffnet mir den Zugang.

Schwester Helena und Herr Behrens Teil 5

Teil 5

Claas fühlt sich wie neu geboren, nicht im Traum hätte er daran gedacht, dass er gegenüber einer reifen Frau wie Helena solche starken Gefühle entwickeln kann und er lässt sie zu. Was macht sie mit ihm? Sie könnte wahrscheinlich alles mit ihm machen. Sie verschwindet aber an diesen Abend genauso schnell wie sie gekommen ist.

Dabei ist nicht mal etwas passiert, mehr als Berührungen und Küsse hat sie nicht zugelassen. Claas fühlt sich allein und hilflos mit seinen irren Gedanken und verwirrten Gefühlen. Was kann er tun? Sie ist ihm einfach aus seinen Händen geglitten. Mehr als ein „Wir -sehen-uns“ hat Helena nicht mehr für ihn übrig, als sie seine Wohnung verlässt. Claas möchte noch etwas erwidern, aber Helena ist schneller. Er sitzt noch lange da und denkt nach, was das eben war. Mist, er hat nicht mal ihre Nummer.

Seine Eregung ist immer noch am Höhepunkt und um sich eine gewisse Erleichterung zu verschaffen, nimmt er seinen kleinen Freund in die Hand und spielt daran herum. Er will nicht sofort kommen, er will das Gefühl, die Gedanken länger genießen und versucht sich selbst einzubremsen.

Es gelingt ihn, sein eigenes Liebessspiel zu steuern und seine Fantasie sorgt den ganzen Abend für wohlige Gedanken und Entspannung bei ihm.

Die nächsten Tage gehen ereignislos an Claas vorüber, er wirkt gegenüber seinen Kollegen und Freunde etwas nachdenklich, so kennt ihn niemand. In der Arbeit kann er gut abschalten, aber sein Freund Alex merkt schnell, dass etwas mit Claas nicht stimmt.

„Hey, was ist los mit Dir Alter? Dich hats erwischt, oder? Diese Arzthelferin, hab ich recht?“

„Ja und das schlimmste ist, ich habe weder ihre Nummer noch haben wir etwas ausgemacht!“

„Wie das denn?“

„Ach, es ging alles so schnell und ich war wie verzaubert und sie ist einfach verschwunden, sie hat gesagt, man sieht sich!“

„Ja und? Dann wird es wohl so sein, das liegt nun an ihr, wenn sie Dich wieder sehen will, dann wird sie sich bei Dir schon melden, wenn nicht, dann vergiss sie!“

„Oh Mann, ich will sie aber nicht vergessen!“

„Warte einfach ab, wenn nicht, Du weißt doch wo sie arbeitet!?“

„Ich will nicht wie ein Stalker vor der Praxis auftauchen um sie abzupassen um sie zu sehen!“

„Du kannst ja nochmal irgendwelche Beschwerden bekommen, jetzt stell Dich nicht so an!“

„Du hast Recht, ich werde mich zusammenreißen und abwarten!“

Das macht Claas dann auch, auch wenn kein Tag vergeht, ohne an Helena zu denken und das erste was er nach der Arbeit zuhause macht, ist seinen AB abzuhören.

Nach einer Woche hat er immer noch kein Lebenszeichen von Helena und langsam wird er das Gefühl nicht los, dass sie gar nichts weiter von ihm will, sie hat ihn benutzt!

Nach weiteren fünf Tagen der Warterei ist Claas davon überzeugt, dass sie vielleicht krank ist und sich deshalb gar nicht melden kann. Aber welchen Grund er sich auch ausdenkt, er verwirft sämtliche Gedanken immer wieder schnell und kann es nicht glauben, dass sie ihn einfach so abserviert hat.

Weder bei ihr in der Arbeit, noch vor ihrer Wohnung möchte er aufkreuzen, durch Zufall beim Gassi-gehen oder Einkaufen fällt auch flach, da er wieder arbeitet und andere Zeiten wie sie hat.

Am Abend schmiedet Claas einen Plan, er provoziert einen Rückfall, um einen Termin in der Praxis zu ergattern, da kann sie nicht weglaufen vor ihm. Aber am besten ohne Untersuchung, aber das würde nicht klappen. Früher kreiste mal so ein Aberglaube, dass man sich durch ein Seifenstück, dass man an einen Knochen bindet, etwas brechen kann, aber aus diesem Alter das zu glauben ist Claas raus. Nein, er provoziert eine ganz normale Erkältung, da kann er zum Arzt, der schaut ihn kurz in den Hals uns stellt ihm dann ein Rezept für ein paar Halspastillen und was zum Gurgeln aus. Da kann er weiter arbeiten, denn so schlecht geht es ihn dann auch nicht.

Sein Plan sieht folgendes vor, er geht nachts, wenn es schon kühler ist mit nassen Haaren und offenen Hemd nach draußen und fährt mit offenen Autofenstern über die Landstraße, er will es nicht übertreiben, nur etwas!

Es ist unangenehm, aber in der Aussicht, Helena ganz offiziell zu treffen, funktioniert das einwandfrei, nun hofft er auf einen Schnupfen und ein wenig Halskratzen am nächsten Morgen.

Tatsächlich, man kann sich sowas auch einreden, der Schnupfen ist mehr ein Schniefen und der Hals tut nicht weh, ist aber leicht gerötet, ob das reicht?

Claas ruft in der Praxis von Dr. Michaelsen an und schildert seine Beschwerden am Telefon. Die Dame in der Anmeldung kennt ihn sogar noch und er bekommt einen passenden Termin für den er seine Mittagspause opfert.

Etwas nervös und mit noch mehr schlechtem Gewissen meldet er sich pünktlich an der Anmeldung. Sein Blick schweift herum und er erschrickt jedes mal, wenn eine Tür auf geht.

Er hat Glück, er muss keine 10 Minuten im Wartezimmer warten bis er aufgerufen wird. Von Helena keine Spur, hoffentlich ist das jetzt hier nicht alles umsonst.

Und da, als Claas das Untersuchungszimmer betritt, erkennt er sie schon von hinten, mit dem Rücken zu ihm steht sie da und schreibt etwas in seine Krankenakte.

Blitzschnell dreht sie sich um, als sie bemerkt hat, dass Claas schon da ist, sie strahlt ihn an, nimmt seinen Kopf in ihre Hand und drückt ihn einen fetten Schmatz auf seinen Mund.

Claas ist überwältigt und stottert, Helena die eindeutig selbstbewusster ist, scheint sich wirklich über seine Anwesenheit zu freuen.

„Mensch Claas und ich dachte, Du willst mich nicht mehr treffen!“

„Wieso sollte ich? Ich habe keine Nummer von Dir und du sagtest, wir sehen uns und dann warst Du einfach weg.“

„Du solltest mal wieder aufräumen, ich habe meine Nummer bei Dir hinterlassen!“

Claas schämt sich etwas, „hab ich nicht gesehn!“

„Naja, macht nichts, nun bist Du ja da, was fehlt dir denn?“

„Du!“

„Mach keine Witze, mein Chef kommt gleich, ist es wieder der Magen?“

„Nein, bei mir bahnt sich eine kleine Erkältung an, nichts Dramatisches, aber …!“

Schon reißt Dr. Michaelsen die Tür auf und wendet sich Claas zu, „Womit kann ich helfen? Was machen Ihre Magenbeschwerden?“

„Denen geht es gut, wenn ich mich an die selbst verordnete Diät halte, ich komme wegen einer kleinen Erkältung, mein Hals kratzt und ich habe Schmerzen beim Schlucken, ach und meine Nase beginnt zu laufen.“

„Gut, dann werde ich mir Ihren Hals mal genauer ansehen.“ Dr. Michaelsen nimmt aus seinen Silberwagen einen Holzspatel und setzt sich eine Stirnlampe auf, „Bitte machen Sie mal ihren Mund ganz weit auf und stecken die Zunge heraus. Ja, die Rötung ist deutlich zu sehen, aber Sie haben Glück, sie sind nur leicht gereizt, mit etwas Gurgeln und inhalieren wird das wieder. Ich möchte mir aber noch ihre Lunge anhören, bitte schieben Sie dafür ihr Hemd nach oben und vorsicht, nicht erschrecken, mein Stethoskop ist etwas kalt.“

Claas schiebt sein Hemd nach oben über seinen Kopf und beugt sich etwas über, wie es der Arzt wünscht, atmet er tief ein und aus, dann darf er sich auch schon wieder anziehen.

„Ich schreibe Ihnen etwas zum Gurgeln auf, das können Sie mehrmals am Tag machen und zum Inhalieren lösen Sie am besten Meersalz im kochenden Wasser auf, decken sie ihren Kopf ab und inhalieren sie tief, das können Sie zweimal am Tag machen. Falls es nicht besser wird, kommen Sie in ein paar Tagen wieder, auf Wiedersehen! Das Rezept erhalten Sie gleich an der Theke!“

Helena begleitet ihn mit raus, „heute Abend bei Dir?“

„Ok, ich freue mich- ich freue mich wirklich, Helena!“

Claas kehrt freudestrahlend an seinem Arbeitsplatz zurück, seine Kollegen fragen, was denn mit ihm los sei, da er grinst wie ein Honigkuchenpferd.

„Ich freue mich einfach auf einen schönen Abend!“

Er tippt in sein Handy, um Alex die frohe Botschaft mitzuteilen, der freut sich mit ihm und schickt ihn ein paar passende Emojis.

Zuhause bringt er seine Wohnung in Ordnung und entdeckt tatsächlich in seinem Chaos neben dem Telefon einen Zettel mit Helenas Nummer, er fühlt sich wie ein Idiot und könnte sich selbst Ohrfeigen. Er poliert die guten Weingläser und natürlich inhaliert er noch, wie es der Arzt gesagt hat.

Helena kommt um halb 8, trägt ein langes Baguette unter dem Arm und eine Schüssel mit selbst zubereitetem Salat. Sie lassen sich Zeit mit dem Essen und genießen den Wein, den er bereitgestellt hat.

„Wie geht es deinem Hals, Claas und wie geht es dir sonst?“

„Naja, ich merk das schon, dass ich etwas angegriffen bin, also vom Hals her!“

Helena rückt näher und fühlt mit ihrer Hand die Stirn von Claas. „Ich finde, Du fühlst dich etwas zu warm an, Claas!“

„Im Ernst? Findest Du?“ und tastet sich selber an seine Stirn. „Hm, kann auch von Wein sein!“

„Ich würde da mal genauer nachsehen!“

„Wie willst Du das tun?“

„Ich habe an alles gedacht, nicht nur an den Salat, komm lege dich aufs Sofa!“ Der Ahnungslose Claas macht, was Helena verlangt.

„So und nun, mache Dich bitte mal frei, oder soll ich das übernehmen?“

„Nein, ich mache schon!“ Claas versteht noch gar nicht, was sie von ihm will. Ihr Tonfall ist weich, aber auch bestimmend zugleich, der keine Widerrede gelten lässt. Sie setzt sich ihm gegenüber auf das Sofa, ein Stethoskop hängt locker über ihre enge weiße Bluse, ein Knopf ist etwas zu weit offen und er kann ihre prallen Brüste erahnen.

Das Stethoskop, welches sie sich in die Ohren stöpselt, drückt sie fest auf seinen Brustkorb, es ist kühl und etwas unangenehm auf der Haut. „Jetzt tief ein und ausatmen!“ Claas folgt ihr aufs Wort, als sie ihn ausreichend von vorne abgehört hat, wechselt sie zu seiner Rückseite. Hier muss er wieder tief ein und ausatmen und Helena geht mit äußerster Gründlichkeit vor und lässt sich Zeit.

Claas wirkt etwas angespannt und langsam beginnt es Claas auf irgendeiner Weise zu erregen. Er spürt deutlich, wie sich sein bestes Stück aufrichtet und über die Berührungen freut. Er war viel zu sehr mit sich beschäftigt und merkt gar nicht, wie Helena wieder vor ihm steht. Mit einer kleinen Taschenlampe bewaffnet fordert sie ihn auf, seinen Mund weit auf zu machen. Helena schaut ihn in den Rachen und in die Ohren, sie tastet seinen Hals nach geschwollenen Lymphknoten ab, sie wirkt streng und professionell.

Helena sagt etwas zu Claas, doch der versteht sie nicht richtig, viel zu sehr lenkt ihn sein kleiner Freund ab, Helena wiederholt es und Claas schaut sie nur treudoof fragend an.

„Mach Dich bitte ganz frei und leg Dich aufs Sofa!“ Ihre Stimme klingt warm, ihr Tonfall aber kühl und distanziert. Er wird neugierig und die Situation zwingt ihn dazu sich zu beeilen und wie zu Befehl auf das Sofa zu legen. Sie tastet seine Leisten ab und seine Erektion wächst deutlich, was sie nicht weiter beachtet.

„Umdrehen bitte!“ schroff und bestimmend klingt ihre Stimme und jagt ihn etwas Angst ein. Er versucht seine Erektion so gut es geht zu verbergen. Helena sorgt für eine angenehme Liegeposition, es war entspannend und anregend, wie ihre schmalen Finger zum Unterhosenbund wanderten. „Bitte das Becken kurz anheben!“ und schon schiebt Helena seine Hose nach unten.

Jetzt liegt Claas auf dem Bauch, ihr ausgeliefert und er hört, wie sie sich Untersuchungshandschuhe über ihre feingliedrigen Hände streift, genaueres kann er aber nicht sehen.

„Nun, dann wollen wir doch mal schauen, ob Du Fieber hast!“

Dieser Satz klingt in seinem Ohr und ehe er diesen Satz verarbeiten und realisieren kann, spürt er schon wie seine Pobacken gespreizt werden und etwas kühles, glattes sanft, aber mit etwas Druck in sein Poloch dringt. Claas atmet tief ein und kneift so gut es geht die Pobacken zusammen.

Helena ist geschickt, Claas spürt genau, dass sich das Thermometer  bereits in ihm befindet, er will protestieren, er will sich dagegen wehren, da merkt er, wie sich sein kleiner Freund freudig erregt und die Behandlung mehr genießt als er selbst. Helena fängt an mit dem Thermometer zu spielen, sie dreht es leicht immer wieder hinein, wenn es droht, nach außen zu rutschen, sie hält es gut fest und bewegt es leicht hin und her, um Claas daran zu erinnern, was in seinem Po steckt. Er kann sich der Wirkung nicht entziehen und Helena merkt das und Claas muss sich eingestehen, dass er es schade findet, als sie nach ein paar Minuten das Thermometer wieder aus seinem Po zieht und fertig ist.

„Hm, leicht erhöhte Temperatur!“ Claas ist unfähig irgendetwas zu erwidern. Helena die schon längst bemerkt hat, wie erregend das alles für Claas war, nimmt etwas Gleitgel auf ihren Finger und dringt nun mit ihrem langen Finger in seinen Anus ein, mit der anderen Hand nimmt sie sein bestes Stück in die Hand und verschafft ihn Erleichterung, denn Claas ist beinahe erschöpft von den vielen neuen Reizen und Berührungen.

Danke Helena, dieses Mal verschwindest Du aber nicht so schnell wieder?!

Nach der Bescherung- Frederick &Alexandra

Nun, wir schreiben den 24. Dezember, Alexandra hat sich über die meisten Sachen in ihrem persönlichen Adventskalender gefreut und ist nun gespannt auf das Erotikspiel, das Frederic angekündigt hat.

Eifrige Leser, die meinem Blog schon länger verfolgen kennen es schon, ich habe vor ein paar Jahren hier mal ein Spiel als PDF bereitgestellt und das will ich mal wieder vorholen:

http://www.sisteroblog.wordpress.com/2018/12/06/weisse-erotikspiel-als-pdf